Häusliche Gewalt bei Barbie: Ausstellung erhitzt die Gemüter

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Eine Ausstellung, die die bekannte Barbie-Puppe in Situationen häuslicher Gewalt inszeniert, sorgt für Empörung.

Barbiepuppen sind nicht immer so schön inszeniert wie hier (Bild: AP)

Eine Barbie, die von ihrem Mann getreten wird. Ein Heer an Barbie-Schönheitsköniginnen, die ihre Töchter der Intimbeschneidung aussetzen. Eine schwangere Barbie, die ein ungewolltes Kind zur Welt bringt. Die Kunstwerke von Lidia Lidia sollen schockieren. Eine ihrer Ausstellungen, in denen die beliebte Barbie-Puppe in unterschiedlichen Szenerien zum Thema häusliche Gewalt gezeigt wird, erhitzt aktuell die Gemüter im englischen Middlesbrough. Ein Ausstellungsfenster der örtlichen Pineapple Black Gallery, das eines der verstörenden Kunstwerke nach außen präsentierte, musste nun sogar geräumt werden.


Die Vorwürfe: Die gezeigten Szenen seien verstörend, zu plastisch, besonders im Hinblick darauf, dass auch kleine Kinder und Jugendliche am Schaufenster vorbeilaufen. Letzterer Kritikpunkt überzeugte auch die Direktoren der Galerie, die laut dem britischen “Independent“ das Motiv aus dem Schaufenster schließlich entfernten.

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“Für uns war am wichtigsten, dass wir die Künstlerin nicht verraten und ihre Version nicht kompromittieren wollten”, sagte Bobby Benjamin, Co-Director der Galerie. “Ich denke, dass wir als Gesellschaft solche Probleme in den Hintergrund drängen und sie begraben, die Leute wollen nicht über diese Dinge sprechen, denn dann müssten sie zugeben, dass sie geschehen.“ Die Ausstellung in der Pinapple Black Gallery soll jedoch auch nach der Kritik weiterlaufen und noch bis zum 11. Mai geöffnet sein.

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Die Künstlerin Lidia Lidia arbeitet bereits seit einiger Zeit mit Barbie-Puppen, die sie stets in einem gesellschaftskritischen, teils schockierenden Kontext inszeniert. Auch ihrer eigenen Website http://www.lidialidia.com ist inzwischen ein “Warnschild“ vorgeschaltet, das darauf hinweist, dass ihre Werke verstörend wirken könnten.

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