Langes Sitzen ist gefährlich: Dieser Tipp hilft dagegen

Wir alle wissen eigentlich, dass es für den Körper nicht gesund ist, den ganzen Tag am Schreibtisch zu sitzen. Doch ein paar einfache Tricks können bereits vieles verbessern, wie eine Studie nun zeigt.

Stretching am Schreibtisch ist ein Anfang, besser noch ist regelmäßiges Gehen. (Symbolbild: Getty)
Stretching am Schreibtisch ist ein Anfang, besser noch ist regelmäßiges Gehen. (Symbolbild: Getty)

In der modernen Arbeitswelt verbringen die meisten Menschen einen Großteil ihrer Arbeitszeit sitzend an einem Schreibtisch. Doch dafür ist der menschliche Körper eigentlich nicht ausgelegt. Das hat zum Teil schwere gesundheitliche Folgen, die nicht nur Arbeitnehmer*innen, sondern auch Arbeitgeber betreffen. Eine neue US-Studie zeigt nun auf, mit welchen simplen Methoden die Folgen von Sitzschäden erheblich verringert werden können.

In dieser Woche veröffentlichten Wissenschaftler*innen unter der Leitung von Professor Keith Diaz die Ergebnisse der Studie im "Journal of the American College of Sports Medicine". Sie sollte in erster Linie untersuchen, wie lange Sitzzeiten die Gesundheit beeinflussen - und was Abhilfe schaffen kann.

Anleitung gegen Sitzschäden

Dafür braucht es nicht einmal ein aufwändiges Fitnessstudio oder stundenlange Yoga-Übungen. Schon fünf Minuten leichte Bewegung, wie etwas ein Gang den Flur auf und ab, alle halbe Stunde können viel bewirken. Diaz, der als Professor für Verhaltensmedizin am Columbia University Medical Center arbeitet, sagte gegenüber "CNN": "Wir wissen wahrscheinlich seit mehr als zehn Jahren, dass Sitzen das Risiko chronischer Erkrankungen und eines frühen Todes erhöht." Deshalb sei es nötig, spezifische Instruktionen zu erstellen, die gegen diese Risiken vorbeugen. Dabei helfe schon langsames Gehen, denn es gehe in erster Linie darum, das Muster des ständigen Sitzens durch Bewegung zu unterbrechen, so Diaz.

Warum genau Sitzen so eine negative Auswirkung auf unsere Gesundheit hat, ist noch nicht ausreichend erforscht. Wissenschaftler*innen vermuten, dass bestimme Muskeln unterfordert werden, die wichtig für die Regulierung des Blutzuckerspiegels und des Cholesterinniveaus sind. Doch diese Muskelgruppen können schon mit wenig Bewegung aktiviert werden. Selbst, wenn man es nicht schafft, jede halbe Stunde fünf Minuten in Bewegung zu sein, können kleine "Aktivitäts-Snacks" helfen, beispielsweise den Blutdruck zu senken, wie Untersuchungen an Proband*innen der Studie zeigten. Die Ergebnisse zeigten, dass diejenigen, die sich Bewegungspausen gönnten, nicht nur gesünder, sondern auch besser gelaunt bei der Arbeit waren.

"Sitzen ist ein Berufsrisiko"

Doch ein Teil liege auch an Arbeitgebern und der Unternehmenskultur. "Es gibt diese soziale Norm, dass die Kolleg*innen sofort denken, man arbeite nicht, wenn man nicht am Schreibtisch sitzt", beklagt Diaz. Dabei profitiert auch die Produktivität von kleinen aktiven Pausen, nach denen man wieder an den Arbeitsplatz zurückkehrt. "Sitzen ist ein Berufsrisiko und ein gesunder Arbeitnehmer ist ein produktiverer Arbeitnehmer", ist sich der Studienautor sicher. Stehschreibtische, die in den letzten Jahren in Mode gekommen sind, seien dagegen kein gleichwertiger Ersatz für Bewegung.

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Auch am Schreibtisch selbst kann man immer wieder kleine Bewegungsübungen einstreuen. Schon regelmäßig aufstehen und hinsetzen bringt mehr Mobilität in den Arbeitsalltag. Auch Schultern, Arme und Handgelenke immer wieder zu dehnen und zu bewegen hilft gegen die Langzeitfolgen von Schreibtischjobs. Klar ist aber: Wer acht Stunden am Stück nur vor dem Bildschirm sitzt, riskiert damit erhebliche gesundheitliche Folgen. Die fünf aktiven Minuten sollte man sich also in jedem Fall nehmen.

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