Laut Wissenschaftler ist das der beste Weg, Espresso zuzubereiten

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Ein internationales Team aus Mathematikern und Chemikern hat herausgefunden, wie man Espresso möglichst ressourcensparend zubereiten kann und außerdem dafür sorgt, dass jede Tasse auch wirklich gleich schmeckt. Das Ergebnis: Weniger ist auch hier manchmal mehr.

Mit dem perfekten Espresso beschäftigte sich nun sogar die Wissenschaft. (Bild: Getty Images)

Seit 2015 war ein internationales Forscherteam mit der Frage befasst, wie genau man Espresso herstellen muss, um am Ende ein immer gleiches Geschmackserlebnis zu haben. Neben der geschmacklichen Kontinuität war das Ziel der Studie auch, herauszufinden, wie viel Zeit man in eine perfekte Tasse des Heißgetränks investieren muss und wie viel Espressopulver man wirklich benötigt, ohne etwas zu verschwenden.

Die Ergebnisse veröffentlichte der Mathematiker Dr. Jamie Foster von der University of Portsmouth jetzt in der Fachzeitschrift ”Matter“.

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Zu feines Pulver ist kontraproduktiv

Dabei widerlegten die Forscher vor allem eine Grundannahme der Kaffeebranche: Wer seinen Espresso gerne stark mag, sollte die Bohnen ganz fein mahlen. Auf diese Weise ist mehr Oberfläche des Pulvers dem Wasser ausgesetzt, was zu einem stärkeren Ergebnis führt. Allerdings gibt es laut dem Chemiker Christopher Hendon von der University of Oregon eine Einschränkung: Ist der Mahlgrad zu fein, verstopfen die feinen Partikel den Siebträger und verhindern dadurch, dass das Wasser hindurchfließen und dabei die Aromen aufnehmen kann.

Weniger Bohnen, weniger Wasser, weniger Zeit

Die Lösung dieses Problems liegt laut den Forschern darin, die Bohnen gröber zu mahlen und auch weniger Wasser zu verwenden. Somit fließt das Wasser ohne Hindernisse und schneller mit genau dem passenden Wasserdruck hindurch, so dass am Ende ein aromatisches und immer gleich schmeckendes Heißgetränk herauskommt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Man spart sowohl Wasser als auch Bohnen als auch Zeit.

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Statt den üblichen 25 Sekunden dauert die Herstellung eines Espressos nur noch 7 bis 14 Sekunden. Laut University of Portsmouth hat ein Coffee Shop in den USA seinen Espresso ein Jahr lang auf genau diese Art zubereitet und in diesem Zeitraum Tausende Dollar eingespart. Die Forscher gehen davon aus, dass pro Jahr 1,1 Milliarden Dollar eingespart werden könnten, sofern sich der gesamte US-Kaffeemarkt an ihren Empfehlungen orientieren würde.

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