Mit diesem Gemüse schonst du die Umwelt

Jennifer Caprarella
·Freie Autorin
·Lesedauer: 3 Min.

Ganz klar: Im Direktvergleich mit Fleisch und anderen tierischen Produkten hat Gemüse die eindeutig bessere Umweltbilanz. Doch wer genauer hinschaut, entdeckt große Unterschiede zwischen verschiedenen Sorten und auch der Art, wie das gesunde Grün im Supermarkt landet.

Fresh vegetables healthy food concept
Gemüse hat die bessere Klimabilanz gegenüber tierischen Produkten - doch auch hier gibt es entscheidende Unterschiede (Symbolbild: Getty Images)

Gemüse ist nicht nur gesund, es ist auch umweltschonend. Abgesehen von Faktoren wie Wasserverbrauch und der Fläche, die für den Anbau benötigt wird, spricht allein die CO2-Bilanz Bände. Die liegt beispielsweise bei einem Kilo Rinderhack bei 9,3 Kilogramm CO2, bei einem Kilo Feta-Käse bei 7 und bei einem Kilo Kartoffeln bei lediglich 0,2. Das besagt eine neue Studie des ifeu-Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg, die die ökologischen Fußabdrücke von Lebensmitteln untersuchte.

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Was die gleiche Studie jedoch feststellte: Auch zwischen unterschiedlichen Gemüsesorten liegen Welten in Sachen Umweltfreundlichkeit, und das nicht nur bei der beliebten, aber berüchtigten Avocado, die nicht nur weit reist, sondern beim Anbau pro Frucht bis zu 70 Liter Wasser verschlingt. Auch bei anderen grünen Leckereien lohnt es sich, ein wenig genauer hinzuschauen.

Das Gemüse mit der besten Umweltbilanz

In der Studie zeichneten sich ein paar Umwelt-Lieblinge ab, mit denen man so gut wie nie verkehrt liegt, wenn man sich gesund ernähren und zugleich seinen ökologischen Fußabdruck niedrig halten will. So bringen es Karotten auf gerade einmal 0,1 Kilogramm CO2 pro Kilo und sind dank wenig Kalorien und viel Vitamin C, Eisen und Carotinoide das perfekte Sommergemüse.

Blumenkohl bringt es mit 0,2 Kilogramm CO2 auf eine ähnliche Bilanz wie das Grundnahrungsmittel Kartoffel. So Instagram-freundlich wie die Avocado wird das weiße Gemüse zwar nicht, ein leckerer und weitaus fettärmerer Dip lässt sich aber auch daraus herstellen.

Fresh organic carrots and beetroot  on old wooden board
Karotten und rote Beete haben eine gute Klimabilanz - solange man sie nicht im Glas kauft (Bild: Getty Images)

Auch rote Beete kann in Sachen CO2 mit Blumenkohl und Kartoffeln mithalten - allerdings nur, wenn sie frisch gekauft und verarbeitet wird. Eingelegt im Glas bringt sie es schon auf 1,2 Kilo CO2 pro Kilo. Denn hierbei kommen Verarbeitung und mehr Gewicht beim Transport zum Tragen.

Besonders umweltschonend: Frisch, saisonal und unverpackt

Und dabei zeigt sich bereits einer der Faktoren, auf die es beim ökologisch wertvollen Einkauf zu achten gilt: auf Verarbeitung, Verpackung und Anbau. Gläser wiegen beim Transport schwerer als Dosen, Tiefkühlgemüse verbraucht Energie beim Kühlungsprozess, und Treibhäuser müssen geheizt und künstlich bewässert werden.

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Das zeigt unter anderem das Beispiel der Tomate. Saisonal geerntet und unverarbeitet ist die Bilanz bei 0,3 Kilo CO2. Ganz anders sieht das bei passierten Tomaten aus, die in der Dose (1,8 Kilo) oder im Karton (1,6 Kilo) verkauft werden, und noch schlimmer schneiden sogenannte Winter-Tomaten aus dem Gewächshaus (2,9 Kilo) oder Tomatenmark (4,3 Kilo) ab.

Idealerweise sollte Gemüse also immer frisch und saisonal gekauft werden. Wer im Winter auch noch Lust auf Sommergemüse wie Auberginen oder Brokkoli hat, sollte sein Gemüse einkochen, einlegen oder trocknen.

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