Riesen-Aufregung um Lisa Müller: Worum es dabei wirklich geht

Für Lisa Müller gab’s nun Ärger! Der Grund: Die Frau von Thomas Müller hat sich zum Fußballgeschehen geäußert. (Bild: Getty Images)

Der FC Bayern München ist nicht Tabellenerster. Ach, du meine Güte! Was ist da schief gelaufen? Und vor allem: Wen sollen wir bloß dafür büßen lassen? Wie wär’s denn mit – ja, genau – Lisa Müller. Die hat es schließlich gewagt, ihre Meinung kundzutun. Und das als Spielerfrau. Wie konnte sie nur!

Eine Kolumne von Carlos Corbelle

Weil Bayern-Star Thomas Müller beim Spiel gegen den SC Freiburg erst in der 71. Minute eingewechselt wurde, kommentierte seine Ehefrau Lisa die Entscheidung von Trainer Niko Kovac auf Instagram: “Mehr als 70 Min., bis der mal nen Geistesblitz hat.” Von der abfälligen Bemerkung muss Kovac selbst natürlich nicht begeistert sein. Der nahm die anschließende Entschuldigung Lisa Müllers aber einfach an, womit die im Grunde völlig harmlose Sache gegessen sein sollte. Ist sie aber nicht.

Die Story erzeugte ein gewaltiges Medien-Echo, das nach wie vor deutlich zu vernehmen ist. Zudem wurde Lisa Müller von irgendwelchen Hatern so lange auf Instagram angefeindet, bis sie dort kurzerhand die Kommentar-Funktion deaktivierte. Und was sagen die Sportexperten im Fernsehen dazu? Die bauschen das Ganze durch unsägliche Talkrunden noch weiter auf – und lassen dabei mehr oder weniger subtil durchblicken, was sie davon halten, wenn sich sogenannte Spielerfrauen in Dinge einmischen, die sie angeblich nix angehen. Wie etwa die Herrenrunde beim “Doppelpass” auf Sport1, die sich einen sichtlichen Spaß daraus machte, den vermeintlichen Fauxpas von Lisa Müller genüßlich durch den Kakao zu ziehen. “Da ist der Gaul mit ihr ein bisschen durchgegangen”, heißt es dort etwa vom “Münchner Merkur”-Mann Günther Klein. Weil sie ja Dressurreiterin ist. Das Publikum findet die Anspielung super. Ein Wahnsinns-Gag.

Die eigentliche Aufgabe einer Spielerfrau

Das i-Tüpfelchen setzte nun aber Ewald Lienen. Nach der Champions-League-Partie zwischen Bayern und AEK Athen äußerte sich der Technische Direktor des FC St. Pauli auf Sky über den Post von Lisa Müller: “Das ist ein absolutes No-Go, lächerlich. Von ner Frau sowieso.”

Auch Ewald Lienen äußerte sich auf äußerst geistreiche Art zum Post von Lisa Müller. (Bild: SID)

Ja, ja. “Von ner Frau sowieso.” Darum geht es bei der ganzen Sache nämlich auch, nicht wahr? Eine Spielerfrau spüren zu lassen, was ihre eigentliche Aufgabe im Leben ist: an der Seite des Fußballers zu stehen und dabei den Mund zu halten. Und daran hat sich Lisa Müller einfach nicht gehalten. An diesem schicksalhaften Tag, an dem sie ihren Instagram-Post veröffentlichte und damit den FC Bayern, ja, vielleicht sogar den gesamten deutschen Fußball in eine schwere Krise stürzte.

Zumindest, bis der FC Bayern wieder Tabellenerster ist. Spätestens dann ist das Machtgefälle auch in der Bundesliga wiederhergestellt und alles kann wieder seinen gewohnten Gang gehen.

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