Schmerzhaft und oft chronisch: Das musst du über Endometriose wissen

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Endometriose kann für Betroffene zur Hölle werden. (Bild: Getty Images)

Endometriose gehört zu den unterschätzten Krankheiten. Dabei ist jede zehnte Frau von der schmerzhaften Erkrankung betroffen, die auch die Psyche belastet. Der März ist weltweit “Endometriose Awareness Month”. Auch wir klären auf. Symptome, Behandlungsmöglichkeiten, Erfahrungsberichte – hier gibt es alle wichtigen Infos zur Endometriose.

Schmerzen während der Menstruation gelten landläufig gern noch als ganz normale “Begleiterscheinungen” des Frauseins. Dabei steckt dahinter nicht selten eine ernsthafte Erkrankung: Die Endometriose. Rund jede zehnte Frau soll Schätzungen zufolge davon betroffen sein. Genau lässt sich das schwer sagen. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Krankheiten kann Endometriose nur schwer diagnostiziert werden.

So äußert sich Endometriose

Aber was genau ist Endometriose? Hinter dem sperrigen Begriff steckt eine perfide Krankheit. Bei den betroffenen Frauen bildet sich die Gebärmutterschleimhaut außerhalb des Uterus. Während die Schleimhaut in der Gebärmutter mit der Menstruation einfach abgestoßen wird, funktioniert dieser Prozess bei der krankhaften Fehlbildung nicht. “Das verursacht dann, je nachdem wo die Schleimhaut sitzt, Beschwerden”, erklärt PD Dr. med. Sebastian Berlit im Interview mit Yahoo Style. Für Betroffene kann es zudem schwierig werden, ein Kind zu bekommen.

Die Beschwerden können je nach Lage ganz unterschiedlich ausfallen und ähneln manchmal anderen Krankheiten. “Wenn es zum Beispiel den Darm betrifft, dann hat man ähnliche Beschwerden wie beim Reizdarm”, erklärt Dr. Berlit. Das macht die Diagnose oft so schwierig. “Das Fiese an Endometriose ist, dass sie wie ein Chamäleon viele Beschwerden mit sich bringen kann”, erläutert der Oberarzt an der Uniklinik Mannheim.

Mehr zu Symptomen und möglichen Behandlungsmöglichkeiten findest du hier

Influencerin Anna Wilken über Endometriose

Endometriose ist weit mehr als ein rein körperliches Leiden. Das wird im Gespräch mit Betroffenen sofort deutlich. Model und Influencerin Anna Wilken bekam nach jahrelangen Qualen mit 19 Jahren endlich die Diagnose: Endometriose. Sie geht mit ihrem Schicksal an die Öffentlichkeit, will bei der Aufklärung helfen. “Vor allem der ständige Schmerz geht auf die Psyche und das Sozialleben”, erklärt Wilken im Gespräch mit Yahoo Style. Sie macht betroffenen Mädchen und Frauen Mut, teilt aber auch eigene Rückschläge: “Ich warte noch auf ‘neue’ Therapien, die bei mir angewendet werden sollen. Vieles habe ich bereits getestet und das meiste hat leider alles andere als eine positive Wirkung gehabt.”

Wie Wilkens Freund und ihre Familie mit der Krankheit umgehen, welche Blogs zum Thema sie empfiehlt, verraten wir hier

Der “Awareness Month” wird auch von anderen prominenten Frauen zur Aufklärung genutzt. Seit Jahren leidet die “Top Chef”-Moderatorin Padma Lakshmi, Ex-Frau des Schriftstellers Salman Rushdie, unter Endometriose. Sie rief gerade auf Instagram zu Girl Power auf.


“Besch***ene Endo. Tag jemanden, der es nachfühlen kann.”

Vor Schmerz wurde sie ohnmächtig

“Vor fünf Monaten bekam ich die Diagnose: Endometriose. Endo… Was? Genau”, schreibt die freie Yahoo-Autorin Hannah Klaiber. Sie findet brutal offene Worte für ihre Schmerzen: “Das Gefühl, mir würde im Stundentakt ein unsichtbarer Gegner einen heftigen Bauchschwinger verpassen oder ich hätte eine Rasierklinge verschluckt, die sich in aller Seelenruhe durch meine Gedärme arbeitet.” Die Schmerzen wurden schließlich so unerträglich, dass Klaiber in Ohnmacht fiel.

Die Diagnose brachte traurige Gewissheit, aber damit auch ein Stück weit Seelenfrieden. “Alles und nichts” habe sich seitdem laut Klaiber verändert. “Alles, weil ich nun endlich weiß, was es mit den Schmerzen auf sich hat”, schreibt sie. “Nichts, weil die Endometriose jetzt zwar ein Teil von mir ist, aber nicht mein Leben bestimmt. Ich bin kein Opfer.”

Wie Klaiber mit Freundinnen eine Party für ihre Gebärmutter feierte, erzählt sie hier

Therapien bei Endometriose

Endometriose ist eine chronische Krankheit, die bis heute leider nicht vollständig geheilt werden kann. Bei der Wahl der Behandlung spielt auch ein etwaiger Kinderwunsch der Patientin eine wichtige Rolle. Immer aber gilt: Betroffene sollten sich stets in einem Endometriose-Zentrum von Experten beraten lassen.

Die Vor- und Nachteile von Schmerztherapie oder verschiedenen Hormontherapien beleuchten wir im vierten Teil unserer Endometriose-Reihe