So funktioniert Mülltrennung richtig

·Freie Journalistin
·Lesedauer: 5 Min.

Zeitungen ins Altpapier, Batterien in den Sondermüll, Plastiktüten in den Gelben Sack. Die Basics der Mülltrennung sind bekannt – doch die wenigsten unter uns kennen sich mit allen Details und Sonderfällen aus. Wir zeigen die wichtigsten Stolpersteine, die häufigsten Fehler und wie man mit der richtigen Mülltrennung nicht nur die Umwelt schützen, sondern auch Geld sparen kann.

Mülltrennung ist manchmal gar nicht so einfach (Symbolbild: Getty Images)
Mülltrennung ist manchmal gar nicht so einfach (Symbolbild: Getty Images)

Zunächst einmal: In Deutschland ist die Mülltrennung recht genau geregelt – und doch gibt es in vielen Fällen Unsicherheiten, wie welcher Müll nun tatsächlich richtig getrennt wird. Darf die Bananenschale in den Biomüll, muss ich beim Gurkenglas den Deckel abnehmen und kann ich mich darauf verlassen, dass meine Plastikflasche tatsächlich recycelt wird? Bei durchschnittlich 227,5 Kilogramm Verpackungsabfall, die jeder Deutsche pro Jahr erzeugt, entstehen da viele Fragen.

Und einige Fehler bei der Mülltrennung, denn zwar gelten die Regeln, wie Müll richtig getrennt wird, grundsätzlich bundeslandübergreifend – doch die Kommunen dürfen bei vielen Details selbst entscheiden, beispielsweise darüber, ob es im Ort eine gelbe Tonne gibt oder nicht. Und auch an den Farben der einzelnen Tonnen kann man sich kommunenübergreifend nicht entlanghangeln. In Frankfurt ist die Papiertonne grün, in München und Berlin blau, während in ländlichen Gebieten das Altpapier häufig zum Wertstoffhof transportiert werden muss. Einigermaßen einig ist man sich allerdings darüber, welcher Abfall in welche Tonne gehört – wir helfen mit den wichtigsten Basics zur Mülltrennung auf die Sprünge:

So funktioniert Mülltrennung richtig: Biotonne

In den Biomüll gehören sich zersetzende Küchenabfälle wie Gemüse- und Obstreste, Eierschalen, Kaffeesatz und -filter, aber auch Gartenabfälle wie Blumenerde oder zusammengekehrtes Laub. Die kleinen Müllbeutel aus ganz weichem Plastik, die in vielen Drogerien als Biomüllbeutel verkauft werden, sind übrigens in den wenigsten Kommunen erlaubt. Denn auch diese Beutel können sich im Biomüll nicht zersetzen, die Pendants aus Papier allerdings schon.

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Viele städtische Abfallwirtschaftsbetriebe vertreiben übrigens Erde aus lokalem Qualitätskompost – so lässt sich der Kreislauf auch im Kleinen unterstützen. Bananenschalen verrotten zwar sehr langsam, dennoch dürfen sie durchaus in den Biomüll, während nicht Verrottendes wie etwa Knochen besser im Restmüll aufgehoben ist.

So funktioniert Mülltrennung richtig: gelbe Tonne bzw. gelber Sack

Im gelben Sack oder der gelben Tonne sind Leichtverpackungen aus Kunststoff, Alu oder Verbundmaterialien zu entsorgen. Also etwa Joghurtbecher, Plastiktüten, Getränke- und Konservendosen, aber auch Tetra Paks – diese müssen übrigens vorher nicht ausgespült oder gereinigt werden. Dabei darauf achten, dass Elemente aus anderen Stoffen (wie etwa Aludeckel vom Joghurtbecher) entfernt und anderweitig entsorgt werden. Verpackungen mit dem grünen Punkt gehören ebenfalls in den gelben Sack. Produkte aus Hartplastik oder hartem Kunststoff wie etwa Zahnbürsten haben hier jedoch nichts verloren – sie müssen im Restmüll entsorgt werden.

Wohin nur mit dem ganzen Altpapier? (Symbolbild: Getty Images)
Wohin nur mit dem ganzen Altpapier? (Symbolbild: Getty Images)

So funktioniert Mülltrennung richtig: Altpapier

Zeitungen, Prospekte und Versandkartons wandern ganz automatisch in den Papiermüll. Doch ausgerechnet hier gibt es einige Fehlerquellen: Stark verschmutzte Pizzakartons beispielsweise sollten eher im Restmüll entsorgt werden, gleiches gilt für stark beschichtetes Papier wie Aufkleber, Kassenbons oder Fahrkarten sowie Backpapier. Auch Fotos sollten im Restmüll entsorgt werden!

So funktioniert Mülltrennung richtig: Altglas

Jetzt wird‘s kompliziert? Nicht wirklich, denn Weinflaschen und Co. lassen sich grundsätzlich einfach in Farben sortieren und im Braun-, Weiß- oder Grünglas-Container entsorgen. Allerdings ist hier Sorgfalt angesagt: Denn nur wenn Altglas sortenrein getrennt wird, kann es hundertprozentig recycelt werden. Eine einzige grüne Flasche im Weißglas kann 500 Kilogramm weißes Glas verfärben! Blaue, gelbe oder bunte Flaschen können übrigens dem Grünglas zugeordnet werden, diese Farbe kommt mit Verunreinigungen am besten zurecht.

Mülltrennung: Joghurtbecher vor dem Wegwerfen ausspülen?

Auch beim Entsorgen von Glas gilt: Eine vorherige Reinigung ist nicht notwendig, weil diese von den Abfallbetrieben vorgenommen wird. Das vorherige Abschrauben von Deckeln und Co. ist übrigens kein Muss – in den Sortieranlagen kommen spezielle Maschinen zum Einsatz, die sie entfernen und dem richtigen Container zuordnen. Wer sich die Mühe machen will, entsorgt den Flaschenverschluss im gelben Sack oder (z.B. in München) im Container für Abfall aus Alu und Metall.

So funktioniert Mülltrennung richtig: Sondermüll

Im Sondermüll landen Batterien, Energiesparlampen, chemische Reinigungsmittel und andere Abfallprodukte, die wegen ihrer umweltschädigenden Eigenschaften nichts im Restmüll verloren haben. Häufig sind diese Produkte ein Warnsymbol wie einen Totenkopf oder einen toten Baum auf dem Etikett erkennbar. Abgelaufene Medikamente in haushaltsüblichen Mengen können heute übrigens im Restmüll entsorgt werden, die meisten Apotheken nehmen diese – wie in den vergangenen Jahren üblich - nicht mehr an.

So funktioniert Mülltrennung richtig: Restmüll

Bleibt noch der Restmüll – für alles, was keinem der oben genannten Containern zugeordnet werden kann. Diese Tonne sollte den geringsten Umfang haben und enthält nicht verrottende Küchenabfälle wie Knochen, vergilbte Fotos und beschichtetes Papier, Hygieneartikel wie Windeln sowie Asche und Tierstreu.

Biotonne oder Restmüll: Wie werden Gläser mit Schimmel und Lebensmittelresten richtig entsorgt?

Klar ist: Je weniger Müll anfällt, umso weniger muss die Natur darunter leiden. Und auch der Geldbeutel entspannt sich, wenn statt der x-ten Plastikflasche (die übrigens 450 Jahre brauchen, bis sie sich selbst zersetzen und von denen weltweit nur 9 Prozent tatsächlich recycelt werden!) einmalig in eine wiederverwendbare Glasflasche investiert wird, die bequem zu Hause aufgefüllt werden kann.

Und wo wir schon beim Geldsparen sind: Einige deutsche Kommunen verhängen saftige Bußgelder (bis zu 2.500 Euro) für falsches Mülltrennen – dieses Geld lässt sich mit Sicherheit besser einsetzen. Wie wäre es mit einem Einkauf im Unverpackt-Laden, dem Kauf von wiederverwertbaren Lunchboxes oder Einkaufstaschen aus Jute, die das ewige Plastik ersetzen?

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