Neue Studie: Fertiggerichte schaden dem Gehirn

Dass Fertiggerichte nicht gesund sind, ist längst bekannt. Eine brasilianische Studie hat jetzt sogar belegt, dass regelmäßige Konsument*innen häufiger unter Demenz leiden.

Stark verarbeitete Lebensmittel erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes sowie Krebs – und offenbar auch Demenz. (Foto: Getty Images)
Stark verarbeitete Lebensmittel erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes sowie Krebs – und offenbar auch Demenz. (Foto: Getty Images)

Es ist eben einfach und bequem: Um eine vollwertige Mahlzeit zu kochen, fehlt oft die Zeit und vor allem auch die Lust. Es gibt schließlich genug andere Dinge zu tun. Wenn man sich dann endlich aufrafft, ist man meistens schon so hungrig, dass es schnell gehen soll. Warum nicht eine Tiefkühlpizza in den Ofen schieben oder ein paar Hühnernuggets in die Pfanne werfen? Das geht schnell und glücklich macht es (für den Moment) auch.

Fertigprodukte und Demenz: Schon 20% Tagesration reichen aus

In seltenen Fällen ist das auch kein Problem. Wie Forscher*innen jetzt aber belegen konnten, reicht es schon aus, wenn stark verarbeitete Lebensmittel regelmäßig 20% des täglichen Kalorienbedarfs ausmachen, um schädliche Auswirkungen auf die kognitiven Leistungen eines Menschen zu haben. Bei durchschnittlich 2000 Kilokalorien am Tag ist da schon eine halbe Tiefkühlpizza zu viel.

Die Forschungsarbeit der Universität São Paulo untersuchte die Essgewohnheiten von 10.000 Brasilianer*innen über zehn Jahre hinweg. Die Testgruppe hatte einen Altersdurchschnitt von 51 Jahren. Wie Dr. Claudia Suemoto – eine Mitautorin der Studie – gegenüber CNN sagte, machen stark verarbeitete Lebensmittel in Brasilien einen großen Teil der Ernährung aus, wobei es sich dabei wenig von anderen westlichen Ländern unterscheidet.

Demenzstudie zeigt 25% schnelleren kognitiven Verfall

In den zehn Jahren wurden mit den Proband*innen regelmäßige kognitive Tests durchgeführt. Untersucht wurden Worterinnerung- und Erkennung, sowie der Sprachfluss. Dabei zeigte sich, dass die Testpersonen mit dem höchsten Anteil stark verarbeiteter Lebensmittel in ihrer Ernährung auch die stärksten Abbauerscheinungen ihrer Denkleistung zeigten.

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Männer und Frauen dieser Kategorie zeigten zu 28% schneller Verfallszeichen in der globalen Hirnleistung und zu 25% schneller Einbußen in der exekutiven Kognition, also in den Hirnregionen, in der Informationen verarbeitet und Entscheidungen getroffen werden.

Ballaststoffe halten das Gehirn gesund

Das Problem bei stark verarbeiteten Lebensmitteln besteht laut Buchautor und Neurowissenschaftler Rudy Tanzi aus zwei Faktoren: "Sie weisen in der Regel einen hohen Zucker-, Salz und Fettgehalt auf, was entzündungsfördernd wirkt und somit die größte Gefahr für ein gesundes Altern des Körpers und des Gehirn darstellt." Außerdem führten die Fertiggerichte durch ihre Einfachheit dazu, dass weniger Ballaststoffe aus pflanzlicher Nahrung aufgenommen würden. Diese wiederum aber wirkten der Entwicklung von Krankheiten wie Alzheimer entgegen.

Finger weg von stark verarbeiteten Lebensmitteln

Zu stark verarbeiteten Lebensmitteln zählen alle industriell gefertigten Nahrungsprodukte, die wenig bis keine Vollwertkost enthalten, dafür aber Geschmacks- und Farbstoffe, Emulgatoren und sonstige Zusätze. Neben der genannten Tiefkühlpizza fallen darunter eigentlich alle Fertiggerichte, Tütensuppen, oftmals Würste oder auch Backprodukte.

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Auch wenn die Ergebnisse der Untersuchung sicher weitere Studien nach sich ziehen müssen, gibt es für Suemoto nur eine Schlussfolgerung aus den Ergebnissen: "Kaufen Sie keine stark verarbeiteten Lebensmittel mehr!"

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