Studie: Darum steigt die Lebenserwartung wirklich

·Freie Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

Über die vergangenen Jahrhunderte ist die Lebenserwartung deutlich gestiegen. Anders als viele Best Ager jetzt vielleicht hoffen, liegt das aber weniger daran, dass die Menschen langsamer altern würden als früher.

Senior couple driving convertible car at sunrise on rural highway
Steigt unsere Lebenserwartung, weil wir langsamer altern oder gesünder leben? Der wahre Grund soll ein anderer sein (Symbolbild: Getty Images)

In Deutschland liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei Männern bei 78,9 Jahren, Frauen werden mit 83,6 Jahren etwas älter. Verglichen mit Daten aus dem 19. Jahrhundert haben sich diese Werte fast verdoppelt. Jungs, die 1841 geboren wurden, konnten gerade einmal mit 40 Lebensjahren rechnen, bei Mädchen waren es zwei Jahre mehr.

Sinkt die Kindersterblichkeit, steigt die Lebenserwartung

Wer jetzt denkt, das läge allein am verbesserten Gesundheitssystem oder gar diversen Anti-Aging-Maßnahmen vom Sport bis zur gesünderen Ernährung, trifft damit nur einen kleinen Teil der Wahrheit. Laut Wissenschaftlern der dänischen Syddansk Universitet liegt die Hauptursache darin, dass die Todesrate vor allem von Babys und Kindern deutlich gesenkt werden konnte.

Im 19. Jahrhundert starben 15 Prozent der Kinder im 1. Lebensjahr

Im Magazin "Nature Communications" beschreiben die Forscher den Zusammenhang zwischen der durchschnittlichen Lebenserwartung und der Frage, wie viele Menschen einer bestimmten Population in einem hohen Alter sterben. In wirtschaftsstarken und hoch entwickelten Ländern ist das weitaus häufiger der Fall als anderswo. 

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Mit Blick zurück auf das 19. Jahrhundert konstatieren die Wissenschaftler, dass es damals nicht vor allem ältere Menschen waren, in deren Kreisen die Todesrate am höchsten war. In der 1840er-Jahren starben 15 Prozent der Babys noch vor ihrem ersten Geburtstag, 2011 waren es nur noch 0,4 Prozent.

Eine Illusion weniger…

Im Umkehrschluss könnten die Ergebnisse einigermaßen ernüchternd auf alle Menschen wirken, die hoffen, ihren eigenen Tod durch bestimmte Maßnahmen deutlich hinauszögern zu können. Der Studien-Autor Dr. Fernando Colchero fasst das so zusammen: Egal, wie viele Vitamine Menschen einnähmen, wie gesund ihre Umgebung oder ihre Lebensumstände seien: "Letztendlich altern wir doch und sterben." 

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Neben der Reduktion der Kindersterblichkeit nennt der Wissenschaftler dann aber doch noch weitere Faktoren, die die Lebenserwartung nach oben geschraubt haben. Darunter die Eindämmung von Tuberkulose, die Tatsache, dass Frauen seit Beginn des 20. Jahrhunderts immer seltener bei der Geburt sterben und auch weniger Kinder bekommen und der Rückgang des Tabakkonsums.

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