Superfood Kakaonibs: So gesund ist roher Kakao

Jennifer Caprarella
·Freie Autorin
·Lesedauer: 3 Min.

Mal wieder hat sich ein Lebensmittel vom Nischenprodukt zum Trendfood gemausert: Kakaonibs sind buchstäblich in aller Munde, denn die gehackte Variante der Kakaobohne schmeckt im Müsli, Smoothie oder Dessert und ist der perfekte Knabbersnack zwischendurch. Noch dazu ist die rohe Version von Kakao durch und durch gesund! Wir verraten, was das schwarze Superfood alles kann.

Organic raw dry cocoa beans, nibs in wooden bowls on blue old rustic background close-up.
Kakaonibs sind zerkleinerte Kakaobohnen in roher Form, wodurch sie alle Nährstoffe des Kakaos behalten - und davon hat dieser reichlich (Bild: Getty Images)

Damit keine Verwechslungen entstehen: Mit Kakao ist nicht das süße, braune Pulver gemeint, das wir uns als Kind morgens in die Milch gerührt haben. Das ist nicht nur aufgrund des hohen Zuckergehalts nicht gerade gesund, sondern auch durch das Rösten des Kakaos, durch das wichtige Nährstoffe verloren gehen.

Ein Powerpaket an Mineralstoffen und Spurenelementen

Davon hat roher Kakao nämlich jede Menge und hat das Prädikat Superfood damit wahrlich verdient. Sein Magnesiumgehalt (500 Milligramm pro 100 Gramm) schlägt den von Nüssen, sein Kalziumgehalt (160 Milligramm) den von Milch. Das unterstützt unter anderem gesunde Knochen, Muskelaufbau und Gehirnleistung.

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Das reichlich vorhandene Eisen (7,3 Milligramm) regt zudem die Blutbildung an, Antioxidantien unterstützen das Immunsystem und bringen unseren Kreislauf in Schwung. Noch dazu ist Kakao reich an Ballaststoffen, was sich positiv auf die Verdauung auswirkt.

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Auch hier sprechen wir nicht vom schnellen Zuckerkick der Vollmilch-Variante, sondern vom rohen, unbehandelten Kakao, weswegen gerade dunkler Schokolade eine stimmungsaufhellende Wirkung nachgesagt wirkt.

Kakaobohnen und Nibs enthalten tatsächlich Stoffe, die das bewirken können: Sie enthalten Theobromin, das ähnlich wie das artverwandte Koffein den Antrieb steigert, jedoch etwas sanfter und langfristiger. Dieser Stoff ist es übrigens auch, der Kakao für Hunde und Katzen giftig macht, für Menschen ist er dank der richtigen Enzyme jedoch gesund.

Noch dazu sorgen Aminosäuren für die Ausschüttung der hauseigenen "Glückshormone" wie Serotonin und Endorphin.

Chia pudding with berries, banana, peanut butter and cocoa nibs in a coconut shell bowl.
Eine kleine Portion ins morgendliche Müsli oder auf die gesunde Bowl genügt (Bild: Getty Images)

Gut für die Verdauung - aber hilft Kakao auch beim Abnehmen?

Als Diät-Wunder wird Kakao ebenfalls immer wieder angepriesen, doch das stimmt nur bedingt, denn 100 Gramm Kakaonibs schlagen mit etwa 600 Kalorien und 57 Gramm Fett zu Buche - obwohl es sich dabei vorwiegend um gesunde Fette handelt, klingt das nicht gerade nach schlanker Linie.

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Ganz von der Hand zu weisen ist eine positive Wirkung auf Verdauung und Stoffwechsel allerdings nicht: Flavinoide in unbehandeltem Kakao senken nicht nur den Blutdruck und die Cholesterinwerte, sondern helfen auch dabei, den Blutzuckerwert zu regulieren. Das wirkt sich positiv auf Stoffwechsel und auch das Sättigungsgefühl aus und lindert damit Heißhungerattacken.

Wie bei nahezu allen Lebensmitteln gilt also: in Maßen genossen kann roher Kakao am besten seine durch und durch gesunde Wirkung entfalten.

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