Trägt Captain Marvel in "Avengers: Endgame" zu viel Make-up?

Einige Fans haben ein Problem damit, wie Carol Danvers alias Captain Marvel in dieser Szene aussieht. (Bild: Marvel)

Beim aktuellen Blockbuster “Avengers: Endgame” ist auch Brie Larson als Captain Marvel zu sehen, nachdem sie erst kürzlich ihr erstes Solo-Abenteuer auf der Leinwand hatte. Allerdings haben einige Fans ein Problem mit der Art und Weise, wie die Superheldin im “Avengers”-Film aussieht – wie sich nun herausstellt, ist die Kritik jedoch völlig unbegründet.

Eine Kolumne von Carlos Corbelle

Wie in ihrem ersten Solo-Abenteuer deutlich wurde, ist Carol Danvers alias Captain Marvel die mächtigste Superheldin, die wir bislang im Marvel Cinematic Universe zu Gesicht bekamen. Der Film, der nicht nur bei Fans und Kritik gut ankam, sondern auch kommerziell ein Riesenerfolg wurde, machte auch deshalb von sich reden, weil es – endlich! – der erste Film des Marvel Cinematic Universe ist, in dem ein weiblicher Charakter Dreh- und Angelpunkt der Story ist. Umso wachsamer sind Fans der bereits vor ihrem Kino-Debüt von sexistischen Trollen im Netz angefeindeten Superheldin, wenn es darum geht, wie sie in weiteren Kino-Abenteuern dargestellt wird. So auch beim neuesten “Avengers”, wo sie an der Seite von Captain America, Iron Man und Co. zu sehen ist.

Beim Anblick des “Avengers: Endgame”-Trailers wurden einige dieser Fans äußerst sauer. Der Grund: Carols Aussehen am Ende des Trailers. Besagte Fans hatten ein Problem damit, dass Captain Marvel auf einmal deutlich mehr Make-up, inklusive rotem Lippenstift, als noch in ihrem Solo-Film trägt. Schnell wurde den Russo-Brüdern, die bei “Avengers: Endgame” Regie führten, vorgeworfen, den Charakter zu verfälschen, ihn dem männlichen Zuschauerauge zuliebe vermeintlichen Schönheitsidealen zu unterwerfen.

So sieht Captain Marvel in ihrem Solo-Film aus. (Bild: Marvel)

Eine berechtigte Sorge. Was die Fans zu dem Zeitpunkt aber nicht wussten: Es war Brie Larsons eigene Entscheidung, ihre Heldin so aussehen zu lassen. “Sie filmte ‘Avengers: Endgame’ noch vor [ihrem Solo-Film] ‘Captain Marvel’ und ich denke, sie experimentierte noch mit der Art und Weise, wie der Charakter genau sein sollte”, wird Joe Russo von der Kino-Seite slashfilm zitiert. “Das waren Entscheidungen, die sie zusammen mit ihrem Haar- und Make-up-Team getroffen hatte.” Im Zuge ihres Solo-Filmes habe sie Captain Marvel auch selbst besser kennengelernt und sich für eine etwas andere Herangehensweise entschieden. Daher die Unterschiede.

Und nun kommt die wichtigste Aussage Russos: “Als Künstlerin sollte sie das Recht haben, jedwede Entscheidung zu treffen, die sie treffen will.”

Natürlich ist bei einer Figur wie Captain Marvel auch optisch ein gewisser Rahmen vorgegeben. Der Künstlerin jedoch nicht einfach vorzuschreiben, wie sie auszusehen hat, um am Ende vielleicht doch irgendwelchen vermeintlichen Schönheitsidealen zu genügen, sondern innerhalb dieser Parameter Freiräume für die Schauspielerin zu schaffen, zeigt, dass die Russos nicht nur verstanden haben, was die von Kopf bis Fuß Empowerment ausstrahlende Superheldin ausmacht. Es zeigt vor allem, dass sie Brie Larson, also dem real existierenden Menschen dahinter, auf Augenhöhe begegnen.

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