Unten ohne - darum solltest Du im Bett lieber keine Unterhose tragen

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Wer kein Risiko eingehen will, sollte den Schlüpfer nachts lieber weglassen. (Symbolbild: Getty Images)

Je kälter die Nächte werden, desto wärmer packt man sich auch im Bett ein. Nachthemd, Pyjama oder Shirt und Slip – die meisten Menschen schlafen mit Kleidung. Doch ein Teil solltest du ab jetzt im Bett weglassen: Ohne Unterhose nächtigt es sich weitaus gesünder.

Gynäkologen raten tatsächlich davon ab, die Nacht mit Unterwäsche zu verbringen – gesundheitliche Schäden durch Pilzinfektionen könnten die Folge sein. Allen voran setzt sich die niederländische Frauenärztin Alyssa Dweck seit Jahren dafür ein, der Vagina mehr Luft zum Atmen zu geben. Sie sagt konkret: “Wer in Unterwäsche schläft, tut seiner Vagina nichts Gutes.”

Pilzinfektionen haben eine höhere Chance, wenn man nachts eine enge Unterhose trägt, so die Expertin. (Symbolbild: Getty Images)

Patientinnen finden es unhygienisch ohne Slip zu schlafen

Die Gynäkologin gab in der niederländischen Zeitung “De Telegraaf” in einem Interview an, dass Unterwäsche in der Nacht nicht für ausreichende Belüftung der Vagina sorge. Das feucht-warme Klima, das durch die Unterwäsche verstärkt werde, sei ein Nährboden für Bakterien, so die Ärztin. Die Folge können Vaginalpilze oder andere Infektionen sein. Dies gilt vor allem für Frauen, die für derartige Erkrankungen besonders anfällig sind.

Doch nicht jede Frau lässt sich so einfach überzeugen. So sieht sich Dweck immer wieder mit abweisenden Reaktionen konfrontiert: “Meine Patienten schauen mich an, als wäre ich verrückt“, so die Ärztin im Interview. Doch sie rate jedem, sich der Wäsche zu entledigen, um für bessere Belüftung untenrum zu sorgen.

Wer nachts nicht komplett auf eine Hose verzichten will, sollte zumindest reine Baumwollmaterialien tragen und zu weiten Schnitten greifen.

Und auch Schlafforscher und Buchautor Dr. Hans-Günter Weeß (“Schlaf wirkt Wunder: Alles über das wichtigste Drittel unseres Lebens”) sagt, dass Nacktschläfer nachts weniger schwitzen als diejenigen mit Schlafanzug – besonders in den intimen Zonen des Körpers. “Somit wird der Nährboden für gefährliche Bakterien und Pilze entzogen”, so Weeß.

Die Mehrheit der Deutschen schläft nicht nackt – dabei wäre das auch gut für die Beziehung. (Symbolbild: Getty Images)

Laut Meinung der Experten ist es also deutlich gesünder, zumindest die Schlafhose nachts wegzulassen, wenn nicht sogar den ganzen Schlafanzug. Doch bis sich die Mehrheit der Deutschen nachts untenrum freimacht, ist es wohl noch ein weiter Weg. Denn bisher schlafen nur zehn Prozent der Deutschen nackt. Die Mehrheit gehört noch immer der Schlafanzugfraktion an, so die Ergebnisse einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts “YouGov” unter 1.177 Deutschen.

Ein weiteres, sehr schönes Argument vor dem Zubettgehen die Kleidung wegzulassen, ist schlichtweg der Reiz, der sich dadurch ergibt. Denn wer nackt schläft, erhöht die Chance, den Partner unter der Decke direkt zu berühren. Wenn zwei Menschen so nebeneinander liegen, steigert das die Lust – und auch die Wahrscheinlichkeit für Sex.