Unter #CoronaEltern machen Familien ihrem Ärger Luft

Antonia Wallner
Freie Autorin

Keine Kitas, keine Spielplätze, keine Schule: Für Eltern ist die Coronakrise eine Herausforderung, die sie an den Rand ihrer Kräfte bringt. Von der Politik fühlen sie sich im Stich gelassen – und machen ihrem Ärger jetzt im Netz Luft.

Eltern sind mit ihren Nerven am Ende. (Bild: Getty Images)

Hilfen für Soloselbständige, Kredite für Unternehmen und mehr: Die Politik bringt Milliarden auf, um die Bürger gut durch die Coronakrise zu bringen. Doch eine Gruppe bleibt außen vor: die Eltern. Dabei haben es Mütter und Väter besonders schwer: Neben dem Beruf müssen sie im Home Office auch noch die Kinder entertainen und unterrichten. Und das nun schon seit gut 5 Wochen am Stück.

Erleichterung ist erstmal wohl nicht in Sicht: Die Kitas bleiben – abgesehen von einer Notbetreuung – geschlossen und auch die Schulen öffnen im ersten Schritt nur für die älteren Jahrgänge. Viele Familien kämpfen schon jetzt um ihre Existenz. Zwar hat Familienministerin Franziska Giffey mehr Unterstützung versprochen in Form von Corona-Elterngeld und Corona-Elternzeit – aber das ist den Betroffenen zu wenig. 

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Stimmen verzweifelter Eltern

Sie sind wütend auf die Politik, die der Wirtschaft soviel mehr unter die Arme greift. In den sozialen Netzwerken machen Eltern deshalb ihrem Ärger unter dem Hashtag #CoronaEltern Luft. Initiiert wurde die Aktion von der Journalistin Mareice Kaiser, Mutter und Chefredakteurin von "Edition F", die damit eine regelrechte Welle lostrat.

Neben Wut hört man in den Kommentaren die deutliche Verzweiflung heraus und liest von erschöpften Eltern, die heulend zusammenbrechen:


Manche kommen auch mit konkreten Lösungsvorschlägen:


Initiatorin Mareice Kaiser schreibt auf “Brigitte.de“: "Mit dem Aufruf in meiner Kolumne wollte ich einen Raum erschaffen, in dem Familienstimmen gehört werden. Und das hat funktioniert. Die große Resonanz auf #CoronaEltern zeigt den Leidensdruck, unter dem aktuell alle Familien stehen, Eltern wie auch die Kinder.“ Sie hoffe, dass die vielen Stimmen jetzt von der Politik auch wirklich gehört werden.

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