Urlaubs-Saison: So isst du Spaghetti, ohne dass die Italiener die Augen verdrehen

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Du suchst nach einer verlässlichen Methode, Italiener so richtig zu ärgern? Dann greife zum Löffel, wenn vor dir ein Teller Spaghetti steht! Doch das ist nicht der schlimmste Fauxpas, der dir im Restaurant passieren kann. Deshalb gibt’s hier den kleinen Spaghetti-Knigge (der natürlich nicht nur in Italien gilt).

Such den Fehler auf diesem Bild… (Bild: Getty Images)

Italiener machen reflexartig große Augen, wenn jemand neben ihnen den Löffel zu Hilfe nimmt, um die Spaghetti in den Mund zu führen. Für sie ist der Löffel für die Suppe da. Schluss. Aus. Basta. Und eben nicht: Pasta.

Der Trick: geriebener Parmesan

Das Aufrollen der Spaghetti mit der Gabel bedarf etwas Übung, kann dann aber durchaus auch etwas Meditatives haben. Es dauert womöglich ein bisschen, bis man eine mundgerechte Portion aufgewickelt hat. Aber Essen ist in Italien ja nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern auch Genuss. Dafür darfst du dir also ruhig Zeit nehmen. Das korrekte Aufrollen ist eine Kunst – und diese wird südlich des Brenners schon im Kindesalter erlernt.

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Kleiner Tipp vom Italiener: Durch geriebenen Parmesan verfestigt sich die Konsistenz der Spaghetti, wodurch es leichter wird, sie aufzuwickeln. Ist man dazu in der Lage, sind einem die italienischen Essens-Götter wohlgesonnen. „Das Essen ist nur dann eine Freude, wenn es von guten Manieren begleitet wird“, schreibt die Turiner Tageszeitung “La Stampa” dazu.

Schon beim Kochen der Spaghetti kannst du einen entscheidenden Fehler machen. (Bild: Getty Images)

Das Messer ist die größte Sünde

Kommst du mit dem Löffel vielleicht mit einem genervten Augenrollen seitens der Italiener davon, können die Blicke richtig böse werden, wenn du die Spaghetti mit dem Messer zerkleinerst. Das ist nicht einmal bei Kindern erlaubt (weshalb sie das Aufrollen in Italien ja auch so früh beherrschen). Ein absolutes No-Go ist es auch, die Spaghetti vor dem Kochen zu zerbrechen. Das gehört sich nicht, sie müssen ihre Ursprungslänge beibehalten. Das hilft ja dann auch wieder beim Aufrollen.

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Dass die italienischen Spaghetti-Regeln weltweit gelten, hat übrigens schon die amerikanische Knigge-Expertin Judith Martin im Jahr 1982 in ihrem Werk “Guide to Excruciatingly Correct Behavior” klargestellt. Dort heißt es: „In einer zivilen Welt ist es nicht korrekt, Spaghetti mit dem Löffel zu essen.“ Pasta. Äh. Basta!

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