USA: Erste trans Frau gewinnt Wahl zur Miss Nevada

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Es sei eine große Ehre, den Bundesstaat Nevada zu repräsentieren, sagte die 27-jährige Kataluna Enriquez nach ihrer Krönung. Im November wird sie zur "Miss USA" -Wahl antreten.

Erstamals wurde in Nevada eine Trans-Frau zur Miss Nevada gekrönt. (Symbolbild: Getty)
Erstamals wurde in Nevada eine Trans-Frau zur Miss Nevada gekrönt. (Symbolbild: Getty)

Im US-Bundesstaat Nevada hat beim Vorentscheid zur Wahl der "Miss USA" im November erstmals eine trans Frau gewonnen. Kataluna Enriquez heißt die 27-Jährige, die am Sonntag in Las Vegas zur Siegerin gekrönt wurde und neben der Teilnahme am nationalen Schönheitswettbewerb nun für ein Jahr den Titel "Miss Nevada" tragen darf.

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Im Interview mit dem Las Vegas Review Journal sagt sie: "Dass die Wahl auf mich gefallen ist, ehrt mich sehr. Besonders während des Pride Month." Sie sei aber zu keinem Zeitpunkt nervös gewesen, weil sie wusste, wie hart sie dafür gearbeitet habe: "Und jetzt habe ich meine Chance, Geschichte zu schreiben, genutzt. Es bedeutet mir sehr viel, Nevada zu repräsentieren. Wir gehen als gutes Beispiel voran und können so hoffentlich einen Ort schaffen, an dem sich alle Menschen sicherer fühlen und der weniger hasserfüllt ist."

Es geht nicht nur um das Aussehen

Enriquez hat erstmals 2016 an einem Schönheitswettbewerb teilgenommen, damals handelte es sich um eine Wahl ausschließlich unter trans Frauen. Im vergangenen Jahr begann sie, auch an Wettbewerben mit cis Frauen teilzunehmen.

Diesen März errang sie dabei den Titel der "Miss Silver State USA". Im Nachgang sagte sie damals: "Ich wollte im Wettbewerb meine persönliche Geschichte erzählen und allen zeigen, dass ich mehr bin als nur ein Körper." Denn im Gegensatz zur gängigen Meinung, gehe es bei Miss-Wahlen nicht nur um das Aussehen, sondern auch darum, wie sich die Teilnehmerinnen präsentierten, für welche Überzeugungen sie einstünden und welche Ziele sie verfolgten.

Für die Community einstehen

Ein vorrangiges Ziel von Enriquez ist die Repräsentation: Mit ihrem Titel "Miss Silver State USA" hat sie bereits viel Aufmerksamkeit erhalten und nutzte diese, um sich für die LGBTQ+-Community in Nevada einzusetzen.

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Sie hat unter anderem mit Pride Tree gearbeitet, einer Organisation, die als Vision angibt: "Wir wünschen uns eine Welt, in der alle Menschen, die sich je anders gefühlt haben, akzeptiert werden und ihre Meinung wichtig ist."

In der gemeinsamen Arbeit haben Enriquez und Pride Tree mit Kindern in Nevada gesprochen und sie mit neuer Kleidung unterstützt. "Oftmals haben Kinder in dem Alter keinen Zugang zu Kleidung, die ihre Geschlechtsidentität auch wirklich ausdrückt", sagt Enriquez, die sich mit dem Thema bestens auskennt. Immerhin hat sie zwei Monate lang ihre Wettbewerbs-Garderobe für die "Miss Nevada"-Wahl selbst genäht und geschneidert, darunter ein schimmerndes Kleid, das an die Pride-Flagge erinnert.

Gegen den Hass

Auch jetzt möchte sie den "Miss Nevada"-Titel nutzen, um Sichtbarkeit herzustellen. Das ist etwa in ihrem Instagram-Account ersichtlich, wo sie einen Beitrag mit Hasskommentaren, die sie regelmäßig erhält, veröffentlicht hat. Dazu der Text: "Wegen solchem Hass würden Menschen lieber sterben, anstatt sich zu ihrem wahrem Selbst zu bekennen. Ich gehörte dazu. Aber ich bin nicht länger Opfer. Ich bin eine Kriegerin."

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Dazu passt auch eine ihrer Antworten im Interview-Segment der "Miss Nevada"-Wahl, die das Las Vegas Review Journal mit Enriquez nochmals erfragt hat: "Ich habe der Jury erzählt, dass ich als nicht-weiße trans Frau, die sexuelle Gewalt und physische Gewalt überlebt hat, alles bin, was in diesem Land unterrepräsentiert ist. Aber unsere Stimmen zählen. Alle, deren Stimmen nicht immer wahrgenommen werden, verdienen die Chance, gehört zu werden."

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