Vorsicht an Nord- und Ostsee: So gefährlich ist dieser Fisch

Tomas Soucek
Freier Autor

Wenn es um gefährliche Meeresbewohner geht, denken die meisten sicher an den Weißen Hai, vielleicht an Riesenkalmare oder an Quallen. Doch eines der giftigsten Tiere Europas hört auf den niedlichen Namen "Petermännchen", ein Fisch, der sich vor allem in Nord- und Ostsee wohl fühlt.

Das Petermännchen sieht vielleicht süß aus, ist aber hochgiftig. (Bild: Getty Images)

Das Petermännchen ist vor allem im Mittelmeerraum und Teilen des Atlantiks heimisch, tritt in den letzten Jahren aber auch vermehrt in Nord- und Ostsee auf. Höhere Wassertemperaturen in der Nordsee führen wahrscheinlich dazu, dass sich die Exemplare dort stark vermehrt haben. Zuletzt war die Petermännchen-Population im Sommer 2006 nach einem besonders heißen Juli deutlich angewachsen. Beim Petermännchen handelt es sich um einen der giftigsten Fische der Welt. Was ihn außerdem so gefährlich macht: Das Petermännchen liebt das seichte Wasser und Sandstrände, hält sich also nah bei den Badenden auf.

Giftdrüsen an den Rückenflossen

Im seichten Wasser ist die Gefahr hoch, barfuß auf das Tier zu treten. Jährlich machen im knöchelhohen Wasser an Nordsee und Ostsee rund 40 Personen diese äußerst schmerzhafte und gefährliche Erfahrung mit dem Petermännchen. Sie treten versehentlich auf den 15 bis 50 Zentimeter langen Fisch und kommen dabei mit den Giftdrüsen an seinen Rückenflossen in Berührung. Die Folge: ein stechender und brennender Schmerz. In dieser Saison seien bereits drei Stichverletzungen durch das Petermännchen an den Küsten Fehmarns gemeldet worden, so das Gesundheitsministerium in Kiel.

Statt Sprung ins Wasser: Auch so kann man sich abkühlen

Nach dem Stich heißt es, schnell zu handeln, denn das Gift löst eine Immunreaktion aus, die Gelenkschmerzen sowie Schwellungen hervorrufen kann. Auch andere unangenehme Symptome wie Fieber, Atemnot, Erbrechen, Kreislaufkollaps und Herzrhythmusstörungen können auftreten.

Im schlimmsten Fall kommt es zu einem allergischen Schock oder Herzstillstand. Allerdings ist eine so heftige Reaktion eher selten.

Erste Hilfe und sofort zum Arzt

Sollte man tatsächlich gestochen werden, muss die Wunde schnellstens versorgt werden. Zunächst sollte der Stachel vorsichtig entfernt werden. Dabei empfehlen Experten die so genannte Temperaturschock-Methode, bei welcher die betroffene Stelle kurz erhitzt wird, um so die Gift-Moleküle zu zerstören. Doch hierbei ist Vorsicht geboten, damit die Haut nicht verbrannt oder verbrüht wird. Ein elektrischer Mückenstich-Stick eignet sich dafür ganz gut.

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Danach heißt es: die Stelle kühlen und umgehend einen Arzt aufsuchen! Der untersucht die Wunde und behandelt sie. Der höllische Schmerz ist dann im Normalfall nach ein bis zwei Tagen wieder vorbei.

So kann man sich schützen

Zum Glück gibt es eine äußerst effektive und gleichzeitig einfache Präventivmaßnahme: Badeschuhe. Die giftigen Stacheln des Petermännchens können diese nicht durchdringen. Angler, die den Fisch an den Haken bekommen sollten, schützen sich am besten durch spezielle Handschuhe, die es im Fachhandel gibt.

Wer also an Nord- oder Ostsee fährt, sollte auf gar keinen Fall seine Badeschuhe vergessen. Das mag vielleicht nicht besonders stylish aussehen, schützt aber definitiv vor höllischen Schmerzen und einem ungebetenen Besuch beim Arzt im wohlverdienten Badeurlaub.

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