Warum ihr den Nachtmodus auf eurem Handy nicht nutzen solltet

Um trotz abendlicher Handy-Nutzung besser einschlafen zu können, bieten viele Geräte einen Nachtmodus an, der statt dem ungeliebten blauen Licht eher gelbes ausstrahlt. Doch einer neuen Studie zufolge bringt das rein gar nichts für ruhigere Nachtruhe - vielmehr ist das Gegenteil der Fall.

Zu viel blaues Licht am Abend soll uns den Schlaf kosten, weswegen der Nachtmodus auf gelb schaltet - doch eine neue Studie behauptet nun das Gegenteil (Symbolbild: Getty Images)

Das blaue Licht von Smartphones und Tablets sorgt zwar für gute Bildqualität, hat bei gesundheitsbewussten Menschen allerdings einen schlechten Ruf: Von vorzeitiger Hautalterung, angestrengten Augen und Schlafmangel ist die Rede. Wer also die Angewohnheit hat, vor dem Schlafengehen noch drei Whatsapp-Konversationen zu Ende zu bringen oder alles zu lesen, was tagsüber auf Twitter geschrieben wurde, findet schlechter ins Land der Träume, so heißt es. Denn das bläuliche Licht soll Melatonin, ein Hormon, dass die Schlafzyklen reguliert, unterdrücken.

Schlaflosigkeit kann auch daran liegen: So stört Zucker unsere Nachtruhe

Wer als Lösung nun aber den Nachtmodus aktiviert, tut sich damit nichts Gutes. Denn anders als angenommen hilft uns das wärmere, gelbliche Licht, das durch diese Funktion ausgestrahlt wird, nicht dabei, besser einzuschlafen. Wie Forscher der Universität von Manchester herausfanden, kann es uns dies sogar noch schwerer machen.

Gelb erinnert an Tageslicht, blau an Dämmerung

Die Aussage der Studie erscheint vollkommen logisch: Unsere innere Uhr ist darauf gepolt, sich an Licht zu orientieren. Gelbes, helles Licht entspricht eher dem Tageslicht, bei dem wir wach sein sollten, blaues hingegen ähnelt dem Licht der Abenddämmerung, bei dem wir langsam müde werden sollten, und unser Hormonsystem reagiert dementsprechend.

Gesünder im neuen Jahr: 5 Tipps für einen besseren Schlaf

Dass bisher dennoch das blaue Licht für Schlaflosigkeit verantwortlich gemacht wurde, basiert laut Studienleiter Dr. Tim Brown durchaus auf wissenschaftlichen Untersuchungen. Das Melanopsin, ein im Auge vorhandenes, lichtempfindliches Protein, reagiere besonders empfindlich auf das bläuliche Licht, wie Bildschirme es ausstrahlen, so die bisherige Fehlannahme.

Die einzige Lösung: Handy aus

Wie Brown und sein Team außerdem herausfanden, reagiert das Melanopsin - und unsere innere Uhr - weniger auf Farbe als auf Helligkeit an sich. Die Lichtfarbe wird in den Zapfenzellen der Netzhaus bestimmt, und die reagieren genau andersherum darauf als bisher angenommen. Ist die Helligkeit sowohl im Tages- als auch Nachtmodus des Handys identisch, macht gelbes Licht demnach letztendlich wacher als blaues.

Einen Deut besser fährt man also mit dem regulären Modus des Smartphones. Da jedoch die Helligkeit des Bildschirmlichts der entscheidende Faktor ist, wenn es um guten Schlaf geht - ganz zu schweigen von den lustigen Instagram-Fotos und wichtigen E-Mails, die unser Gehirn bis spät in die Nacht beschäftigen - gibt es für nachtwache Menschen nur eine Lösung: rechtzeitig vor dem Schlafengehen das Handy weglegen.

Video: Ist das Smartphone auch schlecht für unsere Haut?