Warum man neue Kleidung vor dem Tragen waschen sollte

·Freie Autorin

Du möchtest dir gleich das neue Kleid überstreifen, das du gerade im Sale gekauft hast? Schließlich würde es so gut zu den neuen Schuhen passen, die du dir erst kürzlich gekauft hast. Verstehen wir absolut! Tatsächlich gibt es aber gute Gründe, die dafür sprechen, das Kleidungsstück erst in die Maschine zu werfen, bevor du es zum ersten Mal ausführst.

Neue Kleidung sollte vor dem Tragen immer erst gewaschen werden (Symbolbild: Getty Images)
Neue Kleidung sollte vor dem Tragen immer erst gewaschen werden (Symbolbild: Getty Images)

Etikett ab, neues Kleidungsstück an! So in etwa handeln die meisten von uns nach einer Shopping-Tour, ohne weiter darüber nachzudenken. Schließlich kommen Hosen oder Kleider im Gegensatz zu Unterwäsche nicht direkt mit der Haut in Berührung. Doch obwohl es unbedenklich wirkt, sollten neue Klamotten vor dem Tragen tatsächlich erst mal gewaschen werden. Und dabei geht es nicht nur um Hygiene.

Neue Kleidung kann Schadstoffe enthalten

Viele Kleidungsstücke werden mit Chemikalien behandelt. Mehr als 7000 verschiedene gibt es in der Textilindustrie. Baumwolle beispielsweise gehört zu den Materialien, die am stärksten mit Pestiziden behandelt werden. Andere Stoffe kommen mit chemischen Produkten in Berührung, um sie knitterfrei zu machen oder ihnen eine bessere Passform zu verleihen. Und obwohl viele der Stoffe gesundheitsschädlich und sogar krebserregend sein können, gibt es keine Grenzwerte für Chemikalien in Kleidungsstücken.

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Menschen mit empfindlicher Haut sollten neue Kleidung auf jeden Fall zuerst waschen, da sie mit Juckreiz, Pusteln oder auch mit bestimmten Hautpilzen auf Chemikalien reagieren können. Dazu rät auch das Informationsamt der Bundesregierung. Besonders gefährlich wird es, wenn Kleidung mit Körperschweiß in Kontakt kommt. Dann nämlich lösen sich Rückstände von chemischen Stoffen aus dem Material und gelangen so auf die Haut. Im schlimmsten Falle kann es zu einem anaphylaktischer Schock, einer heftigen allergischen Reaktion, kommen, der sich mit Kopfschmerzen oder Atemnot zeigt.

"Bügelfrei" und "separat waschen" deuten auf Chemikalien hin

Bestimmte Eigenschaften von Kleidungsstücken deuten laut Informationsamt der Bundesregierung auf einen hohen Einsatz von Chemikalien hin. Die Angaben "bügelfrei" oder "knitterfrei" zum Beispiel. Auch sollten die Alarmglocken schrillen, wenn ein Kleidungsstück als schmutzabweisend, wasserfest und leicht waschbar gekennzeichnet ist.

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Menschen mit einer Allergie auf Farbstoffe sollten die Hinweise "separat waschen" oder "Farbe blutet aus" Ernst nehmen. Diese können auf ein höheres Allergierisiko hindeuten. Bei solchen Textilien ist der Farbstoff nämlich lockerer mit dem Stoff verbunden und kann durch Reibung und Schwitzen schneller auf die Haut gelangen.

Vor dem Tragen waschen – auch aus hygienischen Gründen

Auch wenn die Versuchung groß ist, das neue Kleidungsstück gleich anzuziehen: Das Waschen vor dem Tragen ist auch aus hygienischen Gründen zu empfehlen. Die Klamotten werden von vielen Menschen anprobiert und angefasst, auch schon beim Transport und bei der Lagerung!

Wie erkenne ich schadstofffreie Ware?

Beim Kauf neuer Kleidung solltest du auf Öko-Siegel achten: So garantiert beispielsweise das Label "Oeko-Tex-Standard", dass bei der Herstellung auf gesundheitsbedenkliche Chemikalien verzichtet wurde. Auch Secondhand-Klamotten sind zu empfehlen: Sie wurden in der Regel bereits mehrfach gewaschen und sind dementsprechend frei von möglichen Schadstoffen. Das Beste: Sie sind auch noch gut zur Umwelt.

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