Warum Tierärzte davon abraten, Hunden Essensreste zu füttern

Abgesehen davon, dass die meisten Speisen, die wir zu uns nehmen, für unsere Haustiere nicht ausreichend Nährstoffe enthalten, können sie sogar schädlich sein. (Foto: Getty Images)

Wie die meisten Hundehalter (und manche Katzenbesitzer) wissen, können Tiere ziemlich lästig sein, die zum Frühstück, Mittag- und Abendessen und zwischendurch unter dem Tisch nach Resten betteln. Und wer sein Tier liebt, unterliegt leicht der Versuchung, seinem Betteln – dieser Blick, als ob es tatsächlich verhungern würde! – nachzugeben. Egal, ob Miauen, Bellen oder einfach nur ein direkter Blickkontakt – die Botschaft kommt an und man kann ihr nur schwer widerstehen.

Aber Tierärzte warnen: Wer Lebensmittel und Essensreste vom Tisch mit seinen Haustieren teilt, setzt diese langfristig einem großen Gesundheitsrisiko aus.

Kalorien und Fett

Für einen erwachsenen Menschen sieht ein kleiner Happen eines Burgers wie eine kleine Menge Nahrung aus. Wenn man jedoch unsere Körpergröße mit der der meisten Tiere vergleicht, dann kann dieser Happen bereits einen enormen Anteil ihres täglichen Kalorienbedarfs ausmachen.

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„Leute verstehen nicht, dass [Haustiere] über ihre normalen Portionen bereits so viele Kalorien bekommen, wie sie brauchen. Und dann geben sie ein kleines Stück Rindfleisch oder etwas Ähnliches zusätzlich und erkennen nicht, dass dieser kleine Happen bereits ein Siebtel der täglich benötigten Kalorienmenge für das Tier enthält“, erklärt Mark Verdino, Vizepräsident und Cheftierarzt der North Shore Animal League America. „Und man selbst gibt ein paar Brocken, dann geben mehrere Familienmitglieder noch etwas, da kommt was zusammen. Letzten Endes bekommt man dadurch ein Tier, das bedeutend übergewichtig oder fettleibig ist.”

Ganz zu schweigen davon, dass Essensreste nicht die richtige Nährstoffbilanz für die Ernährung von Haustieren haben.

„Menschennahrung enthält sehr viel mehr Fett und Salz. Deshalb sind Tiere im Allgemeinen nicht in der Lage, diese größeren Fettmengen so gut zu verdauen wie wir“, sagt Hyunmin Kim, Tierärztin bei der Amerikanischen Gesellschaft zur Verhinderung von Tierquälerei (American Society for the Prevention of Cruelty to Animals, ASPCA).

Manche Lebensmittel sind für Haustiere giftig

Abgesehen davon, dass sie nicht die richtigen Nährstoffe für Haustiere enthalten, können manche Lebensmittel auch durchaus gefährlich sein.

„Es gibt Lebensmittel, die sind giftig. Und wenn ich giftig sage, dann meine ich, dass manche sehr giftig sind. Trauben und Rosinen können eine sehr toxische Wirkung haben und Nierenversagen auslösen, was lebensgefährlich sein kann“, erklärt Dr. Verdino. „Und leider ist es vor allem bei Hunden sehr unterschiedlich, wie die Tiere darauf reagieren. Manche Hunde können ein paar Rosinen fressen, ohne Probleme zu bekommen. Andere Hunde fressen eine einzige Rosine und sterben daran.“

Es sind zwar nicht alle Lebensmittel lebensgefährlich, aber vieles kann von den Tieren auch einfach nicht gut verdaut werden.

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„Viele der anderen Unverträglichkeiten sind eher gastrointestinaler Natur. Sie können Magenprobleme, Erbrechen, Durchfall und Ähnliches verursachen. Deshalb sollte man damit vorsichtig sein.“

Zu den Nahrungsmitteln, die man vermeiden sollte, gehören unter anderem Avocados und Schokolade.

Das langfristige Risiko für Fettleibigkeit

Mollige Tiere sind niedlich, keine Frage. Aber wenn sehr viele Essensreste (oder Essen vom Tisch) auf dem Speiseplan der Tiere stehen, kann das zu Fettleibigkeit führen und das ist für Tiere gesundheitlich sehr viel gefährlicher als für Menschen. Sowohl Katzen als auch Hunde können aufgrund von Übergewicht an einer Vielzahl von gesundheitlichen Probleme leiden. Diese können zu Krankheiten, Schmerzen, Unwohlsein und einem potenziell verfrühten Tod führen.

„Bei Hunden, würde ich sagen, ist es vor allem der Stress für die verschiedenen Organsysteme und für die Gelenke. Vor allem das zusätzliche Gewicht erhöht mit zunehmendem Alter den Druck auf die Gelenke, was zu schlimmerer Arthritis führt als bei durchschnittlich mageren Tieren“, sagte Dr. Kim. „Das Übergewicht kann auch Herzprobleme verursachen. Auch wenn sie keine chronischen Erkrankungen wie Menschen bekommen, so haben sie doch diese Fettansammlung in ihren Blutgefäßen.“

„Das größte Problem für übergewichtige Katzen ist Diabetes und auch der Druck auf ihre Gelenke”, erklärte Dr. Kim. „Deshalb haben übergewichtige Katzen öfter Arthritis als ihre mageren Artgenossen. Meist sind sie auch nicht in der Lage, Fellpflege zu betreiben. Sie können sogar Hautinfektionen bekommen, weil sie sich nicht selbst putzen können.“

Was ist die Lösung?

Die Experten, mit denen wir sprachen, stimmten beide zu, dass Lebensmittel als sehr seltener Leckerbissen okay sind, solange sie nicht giftig sind. Wenn du deinem Haustier jedoch Essensreste gefüttert hast und es übergewichtig ist, solltest du das Tier am besten so schnell wie möglich auf eine angemessene Ernährung umstellen. Ein Tierarztbesuch ist definitiv ratsam, aber es gibt auch ein paar Dinge, die man selber machen kann.

„Am einfachsten ist es, wenn man eine Futtermarke hat, die man seinem Tier regelmäßig füttert. Dann kann man die empfohlene Futtermenge einfach auf der Rückseite oder auf der Dose ablesen“, sagte Dr. Kim.

Wenn man diese Richtlinien befolgt und das Essen vom Tisch weglässt, sollte das Haustier wieder auf dem richtigen Weg sein. Wenn das Tier daraufhin trotzdem nicht abnimmt, solltest du mit deinem Haustier für weitere Untersuchungen zum Tierarzt gehen.

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Tanya Edwards