Was dem Königshaus durch den Megxit verloren geht

Am Wochenende verkündete das Königshaus einen “harten Megxit”: Harry und Meghan werden dem britischen Königshaus vollends den Rücken kehren und ihre Titel ablegen. Pünktlich zur Einigung der beiden mit der Queen teilte eine langjährige Freundin von Prinzessin Diana nun ein Foto, das den abtrünnigen Prinzen zusammen mit ihrer Tochter zeigt, die das Down Syndrom hat. Es ist nur eines von vielen Beispielen für das, was den britischen Royals verloren geht.

EDINBURGH, SCOTLAND - FEBRUARY 13: Prince Harry and Meghan Markle walk through the corridors of the Palace of Holyroodhouse on their way to a reception for young people at the Palace on February 13, 2018 in Edinburgh, Scotland. (Photo by Andrew Milligan - WPA Pool/Getty Images)

Es ist ein schlichtes Foto, das Rosa Monckton auf Twitter teilte. Es zeigt offensichtlich jüngeren Prinz Harry zusammen mit ihrer Tochter Domenica, die ein Patenkind von Harrys Mutter Diana war. Beide lächeln entspannt, während Harry das Mädchen brüderlich herzt.

“Was für ein Verlust für die königliche Familie und die Nation”, schreibt Monckton zu dem Bild - und tatsächlich scheint das simple Foto viel von dem auszudrücken, was den Royals abhanden kommt, wenn Harry und Meghan ihren Titel ablegen werden.

Dianas Vermächtnis

Denn Harrys entspannter und selbstverständlicher Umgang mit einem Mädchen, dass das Down Syndrom hat, spiegelt die Natur seiner Mutter wieder. Lady Di galt lange Jahre als gute Seele der britischen Royals, die weder Befangenheit mit Menschen mit Behinderungen noch Berührungsängste mit dem Volk zeigte und jedem, ob Jung oder Alt, auf Augenhöhe gegenübertreten wollte.

Übrigens: Auch Diana verlor einst ihren Titel als “Königliche Hoheit”

Harry und William galten lange Zeit dank ihrer Zugänglichkeit und ihrem herzlichen Umgang mit den Bürgern als moderne Vorzeigeprinzen und Zukunft der Royals. Diese Nähe zum Volk wurde stets Dianas Erziehungsstil zugeschrieben, die ihren beiden Söhnen von klein auf ein so normales Leben ermöglichen wollte, wie die königlichen Normen es zuließen.

Wichtige Galionsfiguren in Sachen Wohltätigkeit

Dianas Vermächtnis und vor allem ihr wohltätiger Tatendrang leben in ihren beiden Söhnen weiter - ohne Harry wird ein erheblicher Teil davon jedoch verloren sein.

Keine Berührungsängste mit dem Volk: Meghan und Harry spiegelten viel von Dianas Auftreten wieder (Bild: Cameron Spencer/Getty Images)

Denn nicht nur hat der junge Prinz mit seinen Reisen nach Afrika, wo er Naturschutzprojekte tatkräftig unterstützte, und den von ihm ins Leben gerufenen Invictus Games - eine Art Olympische Spiele für kriegsversehrte und behinderte Veteranen - seine eigenen wohltätigen Projekte verfolgt. Er hat mit Meghan hierfür den perfekten Gegenpart gefunden. Die Herzogin war bereits als Schauspielerin für die Vereinten Nationen tätig gewesen, um Projekte für Frauen und Kinder weltweit zu unterstützen.

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Ihre wohltätigen Projekte werden die beiden auch jenseits des Buckingham Palace weiterführen. Leiter von Organisationen wie Rhino Conservation Botswana oder WellChild, die Harry unterstützt, haben der “Daily Mail” bereits bestätigt, dass ihre Zusammenarbeit weitergehen wird. Den Verlust derartiger Aushängeschilder bekommt also am ehesten das Königshaus zu spüren.

Ein Schritt in die Zukunft

Der “Sidney Morning Herald” stellt die Frage in den Raum, ob man den Megxit als “größten feministischsten Akt der Royals” betrachten könnte. Wenn dem so ist, würde der einen Bruch mit den Royals anstatt eines Umbruchs bedeuten - ein Umbruch, der nötigen frischen Wind in ein verstaubtes System gebracht hätte.

Mehr als alle anderen Royals hatten Harry und Meghan womöglich den Schlüssel in der Hand, die Karten im Königshaus neu zu mischen. Die eigenwillige Regentin Queen Elizabeth und die moderne Herzogin Kate nicht als Feministinnen zu bezeichnen, würde ihnen nicht gerecht werden - doch erfüllten beide ihre Rollen und Pflichten im Königshaus nach Tradition und Erwartungen des Volkes.

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Mit einer gestandenen Selfmade-Frau an seiner Seite, die noch dazu als geschiedene und dunkelhäutige Amerikanerin nicht dem Royal-Standard entsprach, kleinen und großen Regelbrüchen und einem zunehmenden Bestreben nach mehr Eigenständigkeit innerhalb der engen Mauern des Palasts, empfahl Fan-Liebling Harry sich als derjenige der Royals, der neu definieren hätte können, was es bedeutet, ein Mitglied des Königshauses zu sein. Stattdessen wird er seine Rolle nun abseits dessen finden.

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