Wassersäule und Co.: Worauf man beim Kauf von Regenkleidung achten sollte

·Freie Autorin
·Lesedauer: 4 Min.

Das Wetter lässt keinen Zweifel daran: Der Herbst rückt näher, und wer jetzt noch keine verlässliche Regenjacke hat, sollte sich langsam eine besorgen. Worauf ihr beim Kauf achten solltet.

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Was eine Regenjacke können soll, hängt von den Anforderungen an sie ab. (Symbolbild: Getty Images)

Wichtig ist zunächst einmal die Frage, zu welchem Zweck die Regenjacke angeschafft wird. Wer nur auf dem 20-minütigen Weg zur Arbeit trocken bleiben will, hat andere Anforderungen an seine Jacke als jemand, der eine ganztägige Wanderung im Regen plant. Die Unterscheidung zwischen wasserabweisend und wasserdicht geben hier eine Orientierungshilfe - wer aber wirklich wissen will, was eine Regenjacke leistet, sollte sich an die Wassersäule halten. 

Was bedeutet die Wassersäule? 

Diese Norm zeigt an, mit wie viel Druck ein Stoff oder eine Membran Wasser durchlässt. Gemessen wird in Millimetern, da diese Masseinheit anzeigt, wie viel Wasser in einem Zylinder - oder auch einer Säule - sein muss, bis der Stoff darunter nachgibt. 

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Nach EU-Recht darf sich ein Stoff schon ab einer Wassersäule von 800mm wasserdicht nennen - genauer gesagt "wasserdicht nach Klasse 2". Wer bei einer Bergwanderung schon einmal in Platzregen geraten ist, weiß jedoch, dass solche Wassermengen schnell erreicht werden können. Faktoren wie starker Wind erhöhen den Druck auf das Material zusätzlich. Auch Sitzen oder die Riemen eines Rucksacks können das Wasser durch den Stoff drücken. Eine sitzende Person von 80 Kilo übt, umgerechnet auf die Wassersäule, beispielsweise etwa 5.000mm Druck aus.

Wer also nur kurz in der Stadt unterwegs ist, fährt mit der EU-Richtlinie schon nicht schlecht. Für ausgiebigere Outdoor-Aktivitäten empfiehlt sich eine Regenjacke mit Wassersäule ab 10.000mm. Für anspruchsvolle Wanderer, die bei jedem Wetter und mit schwerem Rucksack im Gebirge unterwegs sind, gibt es sogar Material mit Wassersäule bis zu 30.000mm. 

Wie atmungsaktiv soll sie sein?

Während Wasser von außen ferngehalten werden muss, darf die Regenjacke freilich nicht zur Sauna werden: Schweiß in Form von Wasserdampf soll nach außen gelangen können. 

Um festzustellen, wie atmungsaktiv eine Jacke ist, gibt es entweder den MVTR-Wert oder den RET-Wert. Ersterer besagt, wie viel Wasserdampf einen Quadratmeter Stoff innerhalb von 24 Stunden durchdringen können. Wer sich hohe Atmungsaktivität wünscht, sollte also auf einen hohen MVTR-Wert achten. Ab 10.000g/m2 gilt ein Material als sehr atmungsaktiv, doch es gibt auch Regenkleidung mit bis zu 40.000g/m2. 

Der RET-Wert hingegen sollte möglichst niedrig sein, denn er misst den Widerstand des Stoffes gegen Wasserdampf. Regenjacken mit RET-Wert von 0 - 6 lassen auch bei starker Verausgabung nicht im Stich, während solche mit einem Wert über 20 nahezu keinen Schweiß durchlassen. 

Welches Material soll es sein?

Membran oder Beschichtungen, lautet eine der ersten Fragen, die sich viele beim Kauf stellen. Letztere können sich mit der Zeit abnutzen, was die Wasserdichte und die Qualität der Regenjacke beeinträchtigt. Hochwertige Membranen sind demnach stabiler und langlebiger. 

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Klassische Modelle aus Gummi haben mittlerweile ausgedient, denn das Material schützt zwar vor Regen, ist aber auch schwer und meist wenig atmungsaktiv. Moderne Varianten aus Nylon oder PVC sind dagegen reißfest, robust und weitaus leichter. Wer hohe Ansprüche an Wetterfestigkeit, Wasserdichte und Tragekomfort hat, fährt mit Kunststoff-Materialien wie Gore-Tex besonders gut. 

Und um die Entscheidung noch schwieriger zu machen, gibt es Regenjacken in der Regel 2-lagig, 3-lagig oder 2,5-lagig. Bei 2-lagigen Jacken sind Membran und Oberstoff miteinander verbunden und das Futter separat angenäht - bei einer 3-lagigen hingegen sind alle Lagen zu einer einzigen Schicht laminiert. Damit ist eine 3-lagige Regenjacke stabiler. 

Auch bei der 2,5-lagigen Jacke fehlt diese dritte Lage bei der Laminierung, jedoch wird die Membran mit einer weiteren Schutzschicht abgedeckt. Ganz so robust wie die die 3-Lagen-Variante sind solche Regenjacken also nicht, dafür in der Regel atmungsaktiver. Auch hier kommt es also wieder auf die Ansprüche an, die man an seine Regenjacke hat. Sicher ist nur: Für jeden Typ gibt es die richtige!

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