Wenn dein Partner diese Eigenschaft im Job zeigt, geht er wahrscheinlich fremd

Anna Rinderspacher
Freie Journalistin

US-Forscher haben Daten einer sogenannten Untreue-Webseite analysiert und dabei einen spannenden Zusammenhang erkannt: Männer, die im Beruf durch unmoralisches Verhalten auffallen, betrügen häufig auch ihre Lebenspartner.

Wer im Job betrügt, tut es oft auch im Privatleben (Symbolbild: Getty Images)

“Das Leben ist kurz, also geh’ fremd!“, so lautet der Slogan der Seitensprung-Vermittlung Ashley Madison. In vielen Fällen bleibt es für die Nutzer jedoch nicht bei sexuellen Affären, wie amerikanische Forscher kürzlich herausfanden.

Vier Jahre ist es her, dass Ashley Madisons Webseite gehackt wurde. Die damals veröffentlichten Nutzerdaten haben Forscher der University of Texas und Emory University ausgewertet – und Folgendes herausgefunden: Wer im Beruf moralische Grenzen überschreitet, tut dies auch oft im Privatleben.

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Untreue: Diese Berufsgruppen gehen am häufigsten fremd

Schon lange habe es den Verdacht gegeben, dass hier ein Zusammenhang besteht, schreiben John M. Griffin, Samuel Kruger und Gonzalo Maturana im Wissenschaftsjournal “PNAS“. Sowohl die Philosophie als auch die Psychologie beschäftige sich mit der Frage, ob das ethisch fragwürdige Verhalten einer Person sich nur auf bestimmte Situationen beschränke. Der Ashley-Madison-Hack habe genug Daten zur Verfügung gestellt, um eine empirische Analyse anhand dieser Frage zu ermöglichen.

Zum Zeitpunkt des Hacks zählte Ashley Madison um die 32 Millionen User weltweit, davon 70 Prozent männliche (im Februar 2019 waren es 60 Millionen Nutzer). In dieser umfangreichen Datenbank fanden die Forscher auch die Namen diverser Männer, gegen die aufgrund von beruflichem Fehlverhalten ermittelt wird, darunter Polizisten, Firmenchefs und Finanzberater.

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Dass Letztere zu den häufigsten Fremdgehern gehören, zeigt auch eine Auswertung der Affären-Börse Victoria Milan: 20 Prozent der Männer, die diese Webseite nutzen, arbeiten im Finanzsektor. Ähnlich untreu sind offenbar Piloten und Flugbegleiter, medizinisches Fachpersonal und Profi-Sportler.

Griffin, Kruger und Maturana kommen übrigens zu einem interessanten Schluss: Sexuelles Fehlverhalten gibt Aufschluss über den moralischen Kompass einer Person. Somit “könnte die #MeToo-Bewegung Firmen dabei helfen, kriminelles Verhalten ihrer Mitarbeiter aufzudecken oder gar verhindern.“