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Wichtig: So kannst du deine Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen

Im Notfall zählt jede Sekunde

Erste Hilfe
Bei einem Großteil der Deutschen liegt der letzte Erste-Hilfe-Kurs Jahrzehnte zurück. (Symbolbild: Getty Images)

Im Notfall muss alles schnell gehen. Die Maßnahmen, die von Ersthelfer*innen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes geleistet werden, sind entscheidend und können Leben retten. Doch viele Menschen frischen ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse nicht auf. Die Folge: Wenn es darauf ankommt, sind sie unsicher. Das zeigt eine Forsa-Umfage für die Techniker Krankenkasse. Bei den meisten Menschen in Deutschland liegt der letzte Erste-Hilfe-Kurs, bei dem auch Wiederbelebungstechniken wie die Herzdruckmassage erlernt werden, weit zurück. Laut der Umfrage haben zwar fast alle Befragten einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert, doch bei mehr als jedem oder jeder Vierten (26 Prozent) liegt dieser Kurs bereits mehr als 20 Jahre zurück. Bei Menschen über 60 Jahren ist das sogar bei über der Hälfte (52 Prozent) der Fall.

Richtig reagieren im Notfall

Wüsstest du, was zu tun ist, wenn ein Mensch plötzlich neben dir zusammenbricht? Ist die Ursache für den Zusammenbruch der sogenannte "plötzliche Herztod" (hierbei stellt das Herz unerwartet seine Arbeit ein; Andere Begriffe: Herz-Kreislauf-Stillstand, plötzliches Herzversagen oder Sekundentod), gibt es für Betroffene nur dann eine Überlebenschance, wenn sofort mit Gegenmaßnahmen begonnen wird. Denn schon nach schon nach drei Minuten kann das Gehirn Schaden erleiden.

Im Idealfall werden von Ersthelfer*innen folgende Maßnahmen getroffen:

  1. Abgeben eines Notrufs

  2. Herzdruckmassage und eventuell auch Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung

  3. Falls vorhanden: Nutzung eines Defibrillators

Nach Angaben des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung reanimiert jedoch nur jede*r Zweite in so einer Situation. Das hat fatale Folgen: Je länger das Herz stillsteht, desto geringer sind die Überlebenschancen der betroffenen Person. Jede Minute ohne Herzaktivität reduziert die Chance auf Überleben um etwa zehn Prozent. In Deutschland sterben rund 65.000 Menschen pro Jahr am plötzlichen Herztod.

Geregelte Bürgerpflicht: Warum jede*r Erste Hilfe leisten muss

Was viele nicht wissen: Jede Bürgerin und jeder Bürger ist in Deutschland zur Ersten Hilfe verpflichtet. Geregelt ist das im Strafgesetzbuch (StGB) in Paragraph § 323c. Wer unter den im Strafgesetzbuch genannten Voraussetzungen keine Hilfe leistet, dem drohen sogar Strafen wegen unterlassener Hilfeleistung.

Wo kann man Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen?

Doch was tun, wenn der letzte Erste-Hilfe-Kurs schon Jahrzehnte zurückliegt? Eine Pflicht zum Auffrischen der Erste-Hilfe-Kenntnisse gibt es in Deutschland (mit Ausnahme von Betriebshelfer*innen) nicht. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) rät jedoch, spätestens alle zwei Jahre einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen.

Externer Defibrillator an der Wand in einem Flughafen
Nur jeder Zweite nutzt einen externen Defibrillator, wenn es zu einem Notfall kommt (Symbolbild: Getty Images)

Erste-Hilfe-Kurs vor Ort

Das Deutsche Rote Kreuz und andere Organisationen bieten regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse an. Die Kosten liegen zwischen 20 und 65 Euro. Je nach Kurs dauert eine Unterrichtseinheit zwischen 1,5 und 9 Stunden. Da man hier im direkten Austausch mit Expert*innen steht, bekommt man eine hervorragende Ausbildung und hat jederzeit die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Außerdem wird die Wiederbelebung an einer Puppe geübt. So bekommt man ein Gefühl dafür, wie es ist, einen echten Menschen zu reanimieren und Hemmungen werden abgebaut.

Erste-Hilfe-Kurs des DRK in der Nähe finden

Virtual-Reality-App für Erste Hilfe

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Rat für Wiederbelebung (GRC) hat die Techniker Krankenkasse (TK) eine Virtual-Reality-App für Smartphones herausgebracht. Das Ziel: Der Unsicherheit in der Bevölkerung entgegenzuwirken und wichtiges Erste-Hilfe-Wissen aufzufrischen. Die TK-RescueMe VR-App ermöglicht es Nutzer*innen, sich mittels moderner Technologie auf Notfallsituationen vorzubereiten. Die App simuliert eine Notfallsituation, in welcher man als Nutzer*in virtuell reagieren muss. Nötig sind lediglich ein Smartphone, die App und eine VR-Brille. Eine Schulungseinheit dauert 10 Minuten. Zwar kann die App keinen Erste-Hilfe-Kurs ersetzen, aber sie kann bereits erworbenes Wissen auffrischen und sowohl privat als auch in Unternehmen, beispielsweise für Erste-Hilfe-Beauftragte, zum Einsatz kommen. Auch beim Notarztkurs der Bayrischen Landesärztekammer wird diese Technologie eingesetzt.

Die TK-RescueMe VR-App im Apple Store und im Google Playstore.

Erste-Hilfe-Kurse auf Youtube

Auf Youtube findet man zahlreiche Erste-Hilfe-Kurse von Krankenkassen wie der AOK oder Kreisverbänden des DRK. Um die Kurse zu absolvieren, benötigt man lediglich ein Smartphone oder einen Computer sowie eine Internetverbindung. Der große Vorteil: Die Kurse sind kostenlos und der Zugang einfach. Der Nachteil: Wie auch bei der VR-Erste-Hilfe-App wird auch hier nicht an Puppen geübt. Wie es sich wirklich anfühlt, einen Menschen zu reanimieren, erfährt man durch diese Kurse also nicht.

Erste-Hilfe-Apps

Sowohl das Deutsche Rote Kreuz (DRK) als auch die Hilfsorganisation Malteser stellen Apps zur Verfügung, die Nutzer*innen interaktiv durch verschiedene Notfallszenarien führen. Dabei bieten sie zusätzliches Hintergrundwissen an, um die Erste-Hilfe-Kenntnisse zu erweitern. Die DRK-App bietet darüber hinaus Unterstützung beim Absetzen eines Notrufs sowie eine Standortbestimmung über Google Maps.

DRK-App im Apple Store (Kosten: 0,99 Cent)

DRK-App im Google Playstore (Kosten 0,89 Cent)

Erste-Hilfe-App der Malteser im Apple Store (kostenlos)

Erste-Hilfe-App der Malteser im Google Playstore (kostenlos)