Wie groß ist die Kluft zwischen Kate und Meghan?

In der TV-Doku “Harry and Meghan: An African Journey” beklagten sich Harry und Meghan über den Umgang der britischen Presse mit ihrem Privatleben. Schnell wurden erste Stimmen laut, die beiden sollten auf ihre royalen Privilegien verzichten – und sich ins Private zurückziehen. Die Stimmung gegenüber Herzogin Meghan kippt immer mehr. Und immer öfter werden Vergleiche mit Herzogin Kate laut, die nicht aneckt. Meghan scheint für viele Luxus und Rebellion zu verkörpern, während Kate von Beginn an eher bodenständig wirkte und sich ganz den königlichen Gepflogenheiten und Regeln unterwarf. Die beiden Frauen scheinen sehr unterschiedlich zu sein. Das zeigt sich schon bei der beruflichen Vergangenheit.

Herzogin Kate und Herzogin Meghan bei einem gemeinsamen Auftritt. (Bild: Getty Images)

Meghan ist Millionärin – auch ohne Harry

Eine Studie von “The Knowledge Academy” untersuchte die finanziellen Verhältnisse der Royals, und wie sie ohne ihre königlichen Privilegien dastehen würden. Und dabei wird schnell klar: Meghan Markle dürfte mit dem Verlust der royalen “Finanzspritzen” kaum Probleme haben. Sie gilt unter den Royals, die für die Studie unter die Lupe genommen wurden, als Spitzenverdienerin. Denn schon vor ihrer Heirat mit Prinz Harry war sie als Schauspielerin erfolgreich, insbesondere mit der US-Serie “Suits” konnte sie ihr Konto ordentlich aufstocken. Sie soll pro Folge rund 45.000 Euro verdient haben und verfügt über ein Millionenvermögen. Würde sie sich aus dem royalen Korsett befreien, könnte sie diesem Beruf wieder nachgehen und dürfte aufgrund ihrer aktuellen Popularität keine Probleme haben, direkt wieder tolle Rollenangebote zu erhalten.

Kate Middleton müsste mit 26.600 Euro im Jahr auskommen

Deutlich bodenständiger sieht es da bei Herzogin Kate aus. Die Ehefrau von Prinz William genoss zwar eine Ausbildung an einer renommierten Universität, wo sie Kunstgeschichte studierte. Ein Leben im Rampenlicht und Glamour hätte ihr das aber ohne die Heirat mit Prinz William wohl kaum ermöglicht. Sie war als Einkäuferin für ein Modehaus tätig. Auch das wirkt auf viele sympathischer, macht es die Frau an Prinz Williams Seite doch deutlich nahbarer als einen TV-Star.

Vielleicht erklärt auch das, weshalb die Stimmung gegen Herzogin Meghan irgendwann kippte. Feierten die meisten Briten zunächst noch euphorisch das neue Traumpaar und erhofften sich durch die unkonventionelle und sehr moderne Frau an Prinz Harrys Seite frischen Wind für die britische Monarchie, wurden bald erste Zweifel laut. Die Boulevardmedien wiesen auf jede vermeintliche Verfehlung der Amerikanerin hin, die sich durch einen verschwenderischen Lebensstil auszeichnet, wie eine sehr teure Baby-Party oder aber den Umbau des Wohnsitzes des Ehepaares.

Herzogin Meghan: Wie glaubwürdig ist ihr Tränen-Auftritt?

TV-Moderator Piers Morgan beispielsweise fand in einer Kolumne für die “Daily Mail” sehr deutliche Worte: “Seit ihrer Heirat in die britische Königsfamilie hinein hat Meghan bereits eine fröhliche Neigung gezeigt, Geld auf eine Weise auszugeben, die so extravagant ist, dass sie zu Ehren der berühmten (...) französischen Königin aus dem 18. Jahrhundert ‘Meghan Antoinette’ genannt wird.”

Im Gegenzug wird immer wieder betont, wie perfekt Herzogin Kate die Rolle in der royalen Hierarchie ausfüllt. Es gibt in dem natürlich ebenso privilegierten Leben von Kate und William kaum luxuriöse Eskapaden, oder vielmehr: Diese werden nicht ins Rampenlicht gestellt. Tatsächlich bieten sie aber auch deutlich weniger Angriffsfläche. Kürzlich stiegen die beiden sogar in einen Billigflieger.

Bereits 2008 berichtete der “Telegraph”, dass Kate auf einem Flug mit British Airways ein ihr angebotenes Upgrade in die First Class ablehnte – das an sich 7.700 Euro kosten würde. Damals datete sie Prinz William und war auf dem Weg in den Urlaub mit ihm. Das wirkt bescheiden – während Meghan und Harry gern im Privatjet reisen und dafür bereits massive Kritik ernteten.

“Getrennte Wege”: Der Bruch zwischen Harry und William

Das jüngste Beispiel für die Bodenständigkeit von Herzogin Kate ist ihr Einkauf an Halloween. Wie der “Mirror” berichtete, besorgte sie die Kostüme nicht etwa in einem Luxus-Kaufhaus, sondern in einer Filiale der Supermarktkette “Sainsbury's“.

Steht Kate Meghan nun zur Seite?

In den letzten Wochen wurde zudem mehrmals berichtet, dass das Verhältnis zwischen den Brüdern sehr gelitten habe, seit Harry mit Meghan verheiratet ist. Auch das dürfte den Briten sauer aufstoßen, waren die Söhne von Lady Diana doch immer sehr eng miteinander.

Das emotionale Interview, das die beiden nun in der TV-Doku gaben, bestätigt, dass die Brüder aktuell getrennte Wege gehen. Natürlich löste die Doku einen Skandal aus. Und erneut erscheint Kate als diejenige, die mit Vernunft in die eskalierende Situation eingreifen will. Wie ein Royalexperte, Phil Dampier, dem britischen “Express” erklärte, soll Kate gerade ihr Bestes tun, um die beiden Brüder wieder aneinander anzunähern und Meghan zu unterstützen. Sogar ein Telefonat scheint es schon gegeben zu haben zwischen den beiden Frauen.

Kate zeigt Größe. Zudem hält sie sich an die royalen Regeln und erfüllt die Erwartungen. Denn es wird gemunkelt, dass auch ihr Verhältnis zu Meghan nicht besonders gut ist. Damit dürfte sie weiter Sympathie-Punkte sammeln bei den Briten. Schließlich hatte die TV-Doku über die Afrika-Reise von Harry und Meghan das britische Königshaus ins Chaos gestoßen. Denn eigentlich wird von den Mitgliedern der royalen Familie erwartet, bei solchen Reisen ein positives Bild zu malen. Für den guten Zweck, für den Ruf der Royals, ohne schiefe Zwischentöne. So wie Prinz William und Kate das (ganz vorbildlich) in Pakistan demonstriert haben.

Ein weiteres Beispiel für die extremen Unterschiede zwischen den beiden königlichen Ehepaaren. Ob diese Kluft überwunden werden kann, wird auch davon abhängen, inwieweit sich Meghan und Harry doch noch den von ihnen erwarteten Rollen anpassen – oder eben ein Leben abseits der royalen Pflichten wählen. Ob sie dann allerdings mit weniger Aufmerksamkeit rechnen können, darf bezweifelt werden.