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Ausmisten in 2024: Was ist die Swedish Death Cleaning Method und was bringt sie

Swedish Death Cleaning – so heißt der neue Trend, bei dem es ums Ausmisten geht. Doch wie passen Tod und Sauberkeit eigentlich zusammen? Wir klären auf.

Brünette trägt drei Boxen in der Hand und steht vor einem Kleiderschrank
Swedish Death Cleaning eignet sich nicht für Menschen im betagten Alter – jeder kann damit anfangen (Symbolbild: Getty Images)

Swedish Death Cleaning ist eine Ausmist-Taktik, bei der es – so wie bei den meisten anderen Decluttering-Trends – darum geht, sich von unnötigem Ballast zu trennen und Ordnung in sein Leben zu bringen. Der Ursprung der Aufräummethode ist jedoch ein anderer.

Was bedeutet Swedish Death Cleaning?

Swedish Death Cleaning wird vom schwedischen Wort "Döstädning" abgeleitet. Dabei handelt es sich um eine Neuschöpfung, die sich aus den beiden schwedischen Begriffen für "sterben" und "aufräumen" zusammensetzt. Ins Englische übersetzt wird deshalb vom "Death Cleaning" gesprochen.

Ursprünglich ist die Swedish Death Cleaning Method entstanden, weil Menschen vor dem eigenen Tod ihre Wohnung ausmisten, um den Hinterbliebenen keinen Ballast, sondern Ordnung zu hinterlassen. Inzwischen wird die Entrümpelungsmethode allerdings nicht nur von Menschen im hohen Alter angewandt, die kurz vor dem Sterben stehen, sondern vor allem von denjenigen, die sich von unnötigen Dingen trennen wollen. Zeit auch für dich, deinen Haushalt mal zu überdenken und mal ordentlich auszumisten!

Woher kommt die Swedish Death Cleaning Method?

Den Death-Cleaning-Trend in die Welt gesetzt hat die Schwedin Margareta Magnusson mit ihrem Buch "Frau Magnussons Kunst, die letzten Dinge des Lebens zu ordnen“ (im Original: "Döstädning”), das 2018 erschienen ist. Ihre Philosophie lautet: "Sammle keine Dinge an, die du nicht willst.“ Dahinter steckt eine ganz einfache Idee: Was wenn ich morgen sterben würde? Dann müsste sich jemand um all meine Sachen kümmern. Dieser Gedanke soll beim Ausmisten helfen. Es geht also darum, so viel unnötigen Krempel wie möglich loszuwerden, damit deine Hinterbliebenen sich nicht mit Entrümpelungsarbeit herumschlagen müssen.

"Manchmal merkt man, dass man seine Schubladen kaum noch schließen kann oder die Schranktür gerade so zubekommt", schreibt Magnussen. "Wenn das passiert, ist es definitiv Zeit, etwas zu unternehmen, selbst wenn Sie erst in Ihren Dreißigern sind. Sie könnten das auch als 'Döstädning' bezeichnen, selbst wenn Sie noch viele, viele Jahre vom Sterben entfernt sind."

Wie funktioniert die Swedish Death Cleaning Method?

Studien behaupten, das weniger glücklich macht. Und im Grunde genommen geht es darum auch beim Swedish Death Cleaning – dich auf das Nötigste zu beschränken, mit wenig Besitz glücklicher und vor allem bewusster zu leben. Beim Swedish Death Cleaning ist es nicht wichtig, sich rücksichtslos von allem zu trennen, was keine tiefgreifende emotionale Bedeutung hat. Im Vordergrund steht ein bewusster Entscheidungsprozess, bei dem man seine Besitztümer überdenken und deren Nutzen abschätzen soll. In dem kompletten Aufräumprozess sollen außerdem Freunde und Familie einbezogen werden. Magnussons Empfehlung: "Behalte nur, was du liebst und was dich im Moment glücklich macht."

Declutter Trend 2024: Aber wohin mit den verschiedenen Sachen nach dem Ausmisten

Magnusson zufolge ist es vollkommen in Ordnung, Dinge mit sentimentalem Wert aufzubewahren. Sie rät zu einer "Wegwerf-Kiste", in der sich beispielsweise Briefe, Fotos und andere persönliche Gegenstände befinden, die nur für dich persönlich Bedeutung haben. Nach deinem Tod können deine Hinterbliebenen diese Dinge einfach wegwerfen, ohne überhaupt hineinschauen zu müssen.

Ein weiterer Aspekt des "Todesputzes" ist die soziale Komponente. Es geht darum, Gegenstände von sentimentalem Wert an geliebte Angehörige oder Freunde zu verschenken. Margareta Magnusson hat auch dafür eine spezielle Kiste vorgesehen. Alternativ kann man die Dinge spenden oder verkaufen, da die meisten übrig gebliebenen Gegenstände beim Aufräumen immer noch von Wert sind.

Ein wichtiger Bestandteil von Magnussons Methode ist es außerdem, offen über das Death Cleaning zu sprechen. Das sollte man auch mit Freunden und Familienmitgliedern, die in irgendeiner Form in Zukunft vom Aufräumen betroffen sein könnten. Denn das Sprechen über die eigenen Aufräumpläne kann dabei helfen, sie tatsächlich umzusetzen. Es gibt dir aber auch die Gelegenheit, Erinnerungen mit den Menschen zu teilen, die du liebst.

Die wichtigsten Schritte beim Swedish Death Cleaning

Diese Aufräummethode ist perfekt für alle, die im Laufe der Jahre unbewusst jede Menge Zeug angesammelt haben und möglicherweise nicht einmal mehr wissen, was sie eigentlich alles besitzen oder wie viel davon. Statt dabei an eine düstere End-of-Life-Aufgabe zu, solltest du dir einfach eine Art skandinavische Konmari-Methode vorstellen.

Raus mit dem alten Zeug: Weshalb wir viel öfter einmal ausmisten sollten

Beim Ausmisten solltest du am besten mit weniger persönlichen Gegenständen, beispielsweise mit deiner Kleidung, anfangen und diese sortieren. Magnusson sagt, dass die Organisation deines Kleiderschranks ein guter Ausgangspunkt ist, da es einfach ist, Kleidung oder Accessoires zu finden, die du nicht mehr trägst, um sie auf den "Verschenken"- oder "Wegwerfen"-Haufen zu legen. Was ziehst du überhaupt noch an? Was passt eigentlich noch? Nichts davon? Weg damit!

Frau sortiert ihre Kleidung im Wohnzimmer
Beim Swedish Death Cleaning ist es am einfachsten, mit der Kleidung anzufangen (Symbolbild: Getty Images)

Magnusson empfiehlt, mit den großen Dingen anzufangen, die den meisten Platz einnehmen, und sich dann nach und nach zu den kleineren Sachen vorzuarbeiten. Brauchst du wirklich den riesigen alten Küchenschrank, der den halben Raum einnimmt? Ist die Kommode im Flur tatsächlich notwendig oder nur ein antiker Staubfänger? Wer erst einmal beschlossen hat, sich von großen Möbeln und Einrichtungsgegenständen zu trennen, wird sich leichter von den kleinen Dingen verabschieden, die sich vielleicht darin befinden. Wenn es dir schwerfällt, dich von einigen Sachen zu trennen, beziehe einen Freund mit ein. Halte den Gegenstand hoch und der Freund entscheidet, was damit passiert. Je schneller du die Sachen loswirst, umso leichter wird es dir fallen. Dinge, die in mehrfacher Ausführung vorhanden sind, wie Küchenutensilien und Geräte, können ebenfalls einfach reduziert werden.

Mache mehrere Stapel zum "Spenden“, "Verkaufen“ und "Wegwerfen“! Spende die Dinge sofort, andernfalls könntest du es dir anders überlegen und gewisse Sachen wieder einsortieren. Du verwendest dein gutes Porzellan nicht mehr? Dann schenke es doch einfach deiner Cousine, wenn sie das nächste Mal zu Besuch ist. Vorausgesetzt natürlich, sie möchte es haben. Verschenke deine Besitztümer durchdacht! Die Gegenstände, die dir wichtig sind, solltest du Menschen geben, die sich genauso gut darum kümmern und sie genauso schätzen wie du. Das Loslassen der Gegenstände wird dir außerdem leichter fallen, wenn du es nicht mit Bedauern, sondern mit Schenken in Verbindung bringst.

Better Life: Tipps für effektives Ausmisten

Zu guter Letzt solltest du deine digitalen Dateien entrümpeln. Dazu gehört es, nicht nur verschwommene Fotos zu löschen und die Dateien auf deinen Festplatten oder auf dem Laptop zu sortieren, sondern auch deine Login-Daten für deine Hinterbliebenen zu hinterlassen. Auch solltest du wichtige Dokumente übersichtlich an einem Ort aufbewahren, an dem sie deine Lieben mit Sicherheit finden werden.

Wenn du Aufräumen zu einer Gewohnheit machst, wird es dir leichter fallen, dich von Dingen zu trennen. Da das Ausmisten schwierig und emotional sein kann, rät Magnusson ihren Lesern, sich danach zu belohnen - allerdings nicht mit noch mehr Zeug! Wenn du einen Bereich deines Hauses (oder deines Lebens!) aufgeräumt hast, gönne dir im Anschluss einen Kinoabend oder ein schönes Abendessen!

VIDEO: Diesen Bereich unserer Küche sollten wir öfter ausmisten