Die schädlichsten Inhaltsstoffe in Kosmetika

Carolin Klar
Freie Autorin für Yahoo Style
Produkte, die schön machen, können trotzdem schädlich sein. (Bild: simarik/ Getty Images)

Giftige Stoffe und Chemie stecken auch in Produkten wie Cremes, Mascara und Duschgels. Welche sind besonders umstritten und was machen sie in unserem Körper?

Bei der Wahl der Beauty- und Hygiene-Produkte sollte man vorsichtig sein, denn über die Haut gelangen problematische Inhaltsstoffe in den Körper und an wichtige Organe. Dazu zählen:

1. Parabene

In welcher Kosmetik sind sie enthalten und warum?

Die chemischen Konservierungsmittel stecken in Gesichtscremes, Lotionen, Deodorants, Make-up und Lippenstiften sowie in Shampoos, Spülungen und anderen Haarprodukten, damit die Produkte länger haltbar sind.

Warum sind Parabene kritisch?

Parabene sollen hormonell wirksam sein und können verschiedene Krankheiten und Beschwerden verursachen, darunter Diabetes, Unfruchtbarkeit, Allergien und hormonbedingte Krebsarten wie Brust-, Hoden- oder Prostatakrebs.

Welche Bezeichnungen gibt es?

Die Inhaltsstoffe haben die Endung -paraben – beispielsweise Butylparaben, Ethylparaben, Isobutylparaben, Isopropylparaben, Methylparaben und Propylparaben.

2. Aluminium

In welcher Kosmetik stecken sie und warum?

Aluminiumsalze oder Aluminium sind vor allem in Deodorants und Antitranspirants enthalten, um die Schweißbildung zu hemmen, die Poren zu verschließen und antibakteriell zu wirken.

Warum ist Aluminium gefährlich?

Aluminium in Kosmetik soll Allergien auslösen, nervenschädigend sein und das Krebsrisiko erhöhen. Ob Deos mit Aluminium Brustkrebs verursachen können, wird kontrovers diskutiert. Außerdem wird Aluminium mit Alzheimer in Verbindung gebracht.

Welche Bezeichnungen gibt es?

Verschiedene Begriffe für den Inhaltsstoff sind zum Beispiel Aluminium Silicate, Aluminium Chloride, Aluminium Stearate, Aluminium Powder, Alumina, Alaun oder Aluminium Chlorhydrate.

Auch im Sonnenschutzmittel können chemische Stoffe enthalten sein. (Bild: boonchai wedmakawand/ Getty Images)

3. UV-Filter

In welcher Kosmetik stecken sie und warum?

Sogenannte chemische UV-Filter wandeln die UV-Strahlen auf der Haut in Wärme um. Sie stecken nicht nur in Sonnencremes, sondern auch in Gesichtscremes, Make-Up und Lip-Balms.

Warum sind chemische UV-Filter problematisch?

Sie können insbesondere Allergien auslösen, wirken wie Hormone und können die Wahrscheinlichkeit erhöhen, an Krebs zu erkranken.

Welche Bezeichnungen gibt es?

Chemische UV-Filter laufen unter Namen wie Bezophenone, Ethylhexil, Homosalate, Methoxycinnamate, 4-Methylbenzylidencampher, Octyl-Methoxycinnamat, Oxybenzon und Padimate O.

Kosmetik in Deutschland: Seit zehn Jahren tierversuchsfrei. Oder?

4. Duftstoffe

In welcher Kosmetik stecken sie und warum?

Duftstoffe sollen in Produkten wie Duschgels, Body-Lotionen, Seifen und Deodorants – klar – einen guten Geruch erzeugen.

Welche Bezeichnungen gibt es für umstrittene Duftstoffe?

Nicht alle, aber manche Duftstoffe sind giftig – zum Beispiel nitro- und polyzyklische Moschusverbindungen, Cinnamal, Coumarin (das steckt auch in manchen Naturkosmetik-Produkten), Isoeugenol, Linalool oder Zimtaldehyd.

Warum sind Duftstoffe wie die oben genannten kritisch?

Sie können Allergien auslösen und zudem teilweise den Hormonhaushalt stören.

5. Formaldehyd und Formaldehydabspalter

In welcher Kosmetik sind sie und warum?

Als Konservierungsstoff steckt der Inhaltsstoff in Produkten wie Shampoos, Cremes, Mascaras und Nagellack. Es wird aber auch als günstiges Desinfektionsmittel eingesetzt.

Warum ist Formaldehyd ein Problem?

Der giftige Inhaltsstoff kann Asthma und Allergien hervorrufen und Krebs auslösen. Weiterhin kann Formaldehyd für Beschwerden wie chronische Müdigkeit, Schwindel, Gelenkschmerzen und Brustschmerzen verantwortlich sein.

Welche Bezeichnungen gibt es?

Bezeichnungen für Formaldehyd sind beispielsweise Bronidox, Bronopol, Diazolidinyl-Harnstoff, Diazolidinyl-Urea, DM, DEMD, DMDM, DMHF, Imidazolidinyl-Harnstoff, Formalin, 2-Bromo-2-Nitropropane-1, 3-Diol, 3-Dioxane, MDN oder mnm. Formaldehyd kann auch Teil von anderen Verbindungen sein, wie etwa Hydantoin und dem Tensid Sodium Lauryl Sulfat.

Duschgels, Lotions, Shampoos: Wer will, kann zweifelhafte Inhaltsstoffe entlarven und Produkte aussortieren. (Bild: enviromantic/ Getty Images)

6. Tenside

In welcher Kosmetik stecken sie und warum?

In Produkten wie Shampoos, Zahnpasta und Seifen sollen Tenside Wasser und Öl verbinden. Die Emulgatoren werden auch in Pflegeprodukten wie Gesichtscremes, Körperlotionen und Haarkuren verwendet.

Warum sind sie kritisch?

Tenside können ebenfalls Allergien auslösen, den Hormonhaushalt beeinflussen und innere Organe wie Leber, Lunge, Herz oder Gehirn schädigen. PEG-Derivate und SLS sollen außerdem karzinogen sein können.

Welche Bezeichnungen gibt es für Tenside?

Die bekanntesten – und umstrittensten – Emulgatoren sind PEG-Derivate. Weiterhin gibt es Sodium-Lauryl-Sulfate oder Sodium Laureth Sulfate (SLS), Cetholoth, Copolyol, Polyglykol, Polysorbate und Stoffe mit der Endung -eth (Ceteareth-33, Ceteth).

Neuer Beauty-Trend: Weg mit den Augenbrauen!

7. Alkohol

In welcher Kosmetik steckt Alkohol und warum?

Alkohol ist nicht gleich Alkohol. Das heißt: Nicht jeder ist problematisch. Als gefährlich gelten jedoch vor allem Diethanolamine, kurz DEA, in Cremes, Seifen und Haarsprays sowie Alcohol Denat, das in Haarspray, Deodorants und Gesichtswasser steckt.

Warum sind manche Alkohole gefährlich?

Alkohol in Kosmetik kann Kopfschmerzen, Hitzewallungen, Übelkeit und Depressionen auslösen. Der Inhaltsstoff DEA steht unter Verdacht, zu Allergien zu führen, das Gehirn zu schädigen, und Krebs zu begünstigen.

Die drei Inhaltsstoffe DEA, TEA, MEA können Nitrosamine produzieren. Bei Nitrosaminen handelt es sich um krebserregende Stoffe, die Nieren und Leber bedrohen – sie sind vor allem in Shampoos, Eyelinern und Mascaras zu finden.

Welche „schlechten“ Alkohole gibt es?

Vorsicht ist geboten, wenn auf der Verpackung Begriffe stehen wie Diethanolamine (DEA), Triethanolamin (TEA), Monoethanolamin (MEA), Alcohol Denat oder Phthalate, wie zum Beispiel Di-n-Butylphthalat, Diethylphthalat, Dimetylphtalat und Dirnethyl Phthalat.

Fazit

In der Kritik stehen viele Inhaltsstoffe nicht nur wegen ihres potenziell schädlichen Einflusses auf die Gesundheit, sondern auch weil sie der Umwelt schaden können. Dazu zählen beispielsweise auch Mikroplastik und Nanopartikel. Welche Stoffe im Einzelnen bedenklich sind und welche nicht, lässt sich zum Beispiel über codecheck.info im Internet oder über die gleichnamige App ermitteln.

VIDEO: Die besten Beauty-Hausmittel