Ein Paradies für Influencer: In Düsseldorf eröffnet ein Selfie-Museum

Jennifer Caprarella
Freie Autorin

Influencer reisen um die Welt, um die perfekten Kulissen für ihre Instagram-Posts zu entdecken. In Zukunft müssen sie hierfür nur noch nach Düsseldorf. Denn dort eröffnet Ende des Monats ein Instagram-Museum.

Für so ein Strand-Selfie erst Kontinente überqueren? Zukünftig nicht mehr nötig (Symbolbild: Getty Images)

Museum ist zumindest der Begriff, den die Gründer Mike Naseband und Kevin Kock selbst dafür verwenden. Effektiv ist “Cali Dreams” ein Influencer-Paradies mit 25 Kulissen, die beliebte Selfie-Spots rund um die Welt nachstellen. Ab 25. Oktober dürfen sich Hobby-Influencer auf 1.500 Quadratmetern austoben.

Auch Powerbanks, Selfiesticks und Umkleidekabinen stellt “Cali Dreams” zur Verfügung - im selben Outfit erst an einem kalifornischen Traumstrand und kurze Zeit später in Chinatown zu posieren würde die Illusion schließlich empfindlich stören.

Die Selfie-Fans dürfen sich also so oft umziehen, wie sie es in zwei Stunden schaffen. So lange hat man für 29 Euro Zeit, sich vor den aufwändig erstellten Kulissen abzulichten. Als modernes Selfie-Fotostudio wollen sich die Erfinder von “Cali Dreams” dennoch nicht sehen. "Für mich ist das hier modere Kunst", sagte Mike Naseband der "Rheinischen Post".

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Er und sein Kollege Kevin Kock hätten die Idee in Kalifornien bekommen - der US-Bundesstaat inspirierte schließlich auch den Namen “Cali Dreams” - als sie Influencer auf der Jagd nach der perfekten Instagram-Kulisse beobachteten. Neu ist das Konzept allerdings nicht. Es gibt bereits vergleichbare Locations wie das Museum of Selfies in Hollywood oder das Museum of Ice Cream in San Francisco und New York, von dem “Cali Dreams” die Idee für sein rosarotes Marketing-Design bekommen haben könnte.

Ob man die bunten Selfie-Spielwiesen wirklich als Museum bezeichnen kann, sei dahingestellt. Jedenfalls scheint der Düsseldorfer Ableger auf ein Konzept mit Zukunft aufzuspringen in einer Zeit, in der beliebte Selfie-Spots von Touristen überrannt werden. Zuletzt wurde Influencer-Liebling “Train Street” in Hanoi komplett für Fotos gesperrt - nicht etwa aus Naturschutzgründen, sondern um die Selfie-Suchenden vor Unfällen zu schützen, wenn Züge durch die enge Gasse rollen.

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Die Gefahr, ein empfindliches Ökosystem zu stören oder von einem Zug überfahren zu werden, dürfte in “Cali Dreams” jedenfalls nicht bestehen. Auch langweilig werden soll es nicht. Die beiden Gründer wollen die aufwändig installierten Kulissen immer austauschen und aktualisieren. Wer sich selbst von den Konzept überzeugen will, darf dies ab 25. Oktober täglich von 10 bis 22 Uhr in Düsseldorf tun.

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