Fördert Spitzenschneiden das Wachstum? Haar-Mythen im Check

Jeder wünscht sich volles, gesundes, glänzendes Haar. Wie man das bekommt? Darum ranken sich so einige Mythen und Weisheiten, teils überliefert von Oma und Mama, teils von Teenie-Hochglanzzeitschriften empfohlen und weitergereicht. Doch was davon ist wahr und was nur haarsträubender Unfug? Wir klären gängige Mythen rund um Haare auf.

Wie bekommt man so schönes Haar? Häufiges Schneiden, viele Bürstenstriche oder kalte Duschen? Wir klären beliebte Mythen rund um die Haare (Bild: Getty Images)

Häufige Haarschnitte fördern das Wachstum

Falsch: Diese Annahme hält sich hartnäckig. Wer sich oft die Spitzen nachschneiden lässt soll volleres und besser wachsendes Haar bekommen. Da es sich bei dem sichtbaren Haar jedoch um totes Gewebe handelt, interessiert es die für das Wachstum zuständige Haarwurzel wenig, was an den Spitzen geschieht.

Hinter dem Mythos steckt eine optische Täuschung: Haar, das lange nicht geschnitten wurde, sieht jedoch nach einer Weile aufgrund ausgedünnter Spitzen dünner und spröder aus, während frisch geschnittenes Haar voller und gesünder wirkt.

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Nasses Haar zu kämmen kann es schädigen

Richtig: In diesem Fall hatte Oma vollkommen recht. Der Grund: Nasses Haar hat eine andere Struktur als trockenes. Wasser lässt das Haar aufquellen und macht es damit anfälliger für Haarbruch und Ausriss. Besser ist es also tatsächlich, die Haare in nassem Zustand lediglich mit einem groben Kamm zu entwirren. Ordentlich bürsten solltet ihr es erst, wenn es getrocknet ist.

Es lohnt sich, Friseurtermine nach dem Mondkalender zu planen

Falsch: Nicht wenige Menschen greifen bei der Planung ihrer Friseurtermine zum Mondkalender. Lassen sie ihr Haar zu bestimmten Mondphasen schneiden, so die Annahme, ist es danach voller und gesünder. Doch obwohl die Anziehungskraft des Mondes durchaus Einfluss auf die enormen Wassermassen unserer Meere hat und damit Ebbe und Flut bestimmt, wirkt sie sich wissenschaftlichen Erkenntnissen nach weder auf das Haarwachstum noch auf sonstige körperliche Funktionen aus.

100 Bürstenstriche bringen das Haar zum Glänzen

Richtig - aber trotzdem nicht empfehlenswert: Noch eine Weisheit aus Großmutters Zeiten, an der tatsächlich etwas Wahres dran ist. Die Talgdrüsen an den Haarwurzeln produzieren Fett, und dieses wird durch das Bürsten auf das Haar verteilt. Das Haar erhält mehr Glanz und Geschmeidigkeit. Doch weder sind dafür 100 Bürstenstriche notwendig, noch sind die sonderlich ratsam. Längeres Bürsten regt die Talgproduktion in der Kopfhaut nämlich an, was wiederum zu strähnigem und fettigem Haar führt. Zudem werden die Haarfasern durch übermäßiges Bürsten porös. Ein Dutzend Bürstenstriche reichen in der Regel vollkommen aus.

Laut Experten: Das ist die perfekte Temperatur zum Haarewaschen

Eine Spülung mit kaltem Wasser sorgt für mehr Glanz

Falsch: Wasser lässt Haare immer aufquellen - das ist auch bei kaltem Wasser nicht anders, wie Nivea-Haircare-Experte Dr. Christian Frese der Zeitschrift “Brigitte” erklärt. Bei kaltem Wasser dauere dieser Prozess lediglich etwas länger, weswegen bei manchen Leuten der Irrglaube entstand, dass kaltes Wasser die Haaroberfläche glätten würde und das Haar damit zum Glänzen bringe. Laut Dr. Frese bringt ein eisiger Guss am Ende der Dusche jedoch nichts. Im trockenen Zustand würde das Haar in jedem Fall wieder zu seinem ursprünglichem Zustand zurückkehren.

Kaltes Wasser ist sicher gut für den Kreislauf, für glänzende Haare sorgt es aber nicht (Bild: Getty Images)

Stress führt zu Haarausfall

Richtig: Haarausfall kann diverse Gründe haben: falsche Ernährung, hormonelle Veränderungen, die Gene (ja, auch bei Frauen) oder bestimmte Stoffwechselkrankheiten. Ein häufiger Faktor, wenn mehr Haare ausfallen als sonst, ist tatsächlich auch Stress, der zu einem veränderten Haarzyklus führen kann. Wenn in eurer Bürste also besonders viele Haare hängen bleiben, denkt also mal über die Stressfaktoren in eurem Leben nach und versucht, mehr Ruhe in euren Alltag zu bringen. Sollte der Ausfall allerdings nicht von alleine wieder verschwinden, solltet ihr mit einem Arzt mögliche andere Ursachen abklären.

Spliss lässt sich reparieren

Falsch: Tief im Inneren wissen wir es wahrscheinlich alle, und doch will die Werbung uns immer noch hartnäckig davon überzeugen, dass sie tatsächlich existiert: jene Wunderkur, die Spliss auf magische Weise verschwinden lässt und den Friseurbesuch herauszögern kann. Spliss bedeutet jedoch nichts anderes als eine mehr oder minder stark ausgeprägte Teilung der Haare. Und da die, wie bereits erwähnt, größtenteils aus toten Zellen bestehen, können die nicht wieder zusammenwachsen - egal, mit welchen Stoffen wir sie pflegen.

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