Werbung

Forsythie: Ist die Zierpflanze giftig?

Junge riecht an Forsythien.
Forsythien sind nur schwach giftig: Wer größere Mengen davon aufnimmt, kann Durchfall bekommen.

Forsythien (Forsythia), auch Goldglöckchen genannt, sind für ihre auffälligen, gelben Blüten bekannt und als Deko sehr beliebt - sie gelten als die Frühlingsboten schlechthin. Doch ist die Pflanze eigentlich giftig für Mensch und Tier?

Ihre leuchtend gelben Blüten zieren viele Gärten und Parks: Die Rede ist von Forsythien. Das pflegeleichte Gewächs gehört zu den "Frühblühern": Die Forsythie ist somit einer der ersten Sträucher, die im Frühjahr blüht, und landet bei vielen Menschen als Osterdeko in der Vase. Doch kann man Forsythien eigentlich unbedenklich pflücken - oder sind Zweige, Blätter und Blüten des Zierstrauches giftig?

Laut der Informationszentrale gegen Vergiftungen in Bonn sind alle Teile des zu den Ölbaumgewächsen zählenden Zierstrauchs tatsächlich in geringem Maß giftig für Tier und Mensch: Sie enthalten einige Substanzen, die Verdauungsstörungen verursachen können. Sowohl in den Blättern, Früchten als auch in den Samen befinden sich Pflanzenstoffe wie Saponine. In den gelben Blüten sind außerdem so genannte Glykoside und ätherische Öle enthalten. Diese Stoffe sind jedoch nur giftig, wenn man sie in sehr großen Mengen aufnimmt.

Auch das Vergiftungsrisiko für spielende Kinder wurde von der Kommission zur Bewertung von Vergiftungen am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) als niedrig eingestuft (veröffentlicht im Bundesgesundheitsblatt 2019/62). Vorbeugend sollte man Kindern jedoch generell immer beibringen, dass Zierpflanzen immer gefährlich sein können

Welche Vergiftungssymptome können auftreten?

Für Menschen kann der Verzehr größerer Mengen an Samen, Früchten, Blättern oder Blüten zu Unwohlsein mit Übelkeit, Bauchschmerzen und eventuell Durchfall führen.

Laut der Schweizer Webseite von CliniPharm/CliniTox handelt es sich bei den enthaltenen Saponinen um verschiedenartige Verbindungen, die membranschädigend wirken können: Sie können sie etwa zu Durchfall und Hämolyse führen.

Auch bei Kleinkindern kann der Verzehr zu leichten Vergiftungen führen, vereinzelt wurde von Symptomen wie Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen berichtet, die sich jedoch spontan wieder zurück bildeten.

Tiere müssten genauso wie Menschen eine größere Menge an Teilen der Forsythie verzehren, um ernsthaft zu erkranken: Die Pflanze löst bei Hunden oder Katzen nur dann Beschwerden aus, wenn das Tier große Mengen davon frisst. Hunde sollten deshalb nicht an Zweigen oder Blättern der Pflanze nagen, da sonst Beschwerden wie Durchfall auftreten können. Laut "gartenjournal.net" ist es bei jungen Hunden zudem sinnvoll, abgefallene Blüten und Blätter aufzufegen, bevor die Tiere in den Garten dürfen.

Forsythien: Erste-Hilfe-Maßnahmen nach Verzehr

Wer nach Kontakt mit Forsythien über Vergiftungssymptome klagt, sollte laut der Informationszentrale gegen Vergiftungen in Bonn genügend Wasser oder Tee trinken. Sollten die Beschwerden anhalten, ist es ratsam, einen Arzt oder den Giftnotruf zu kontaktieren.

Besteht der Verdacht, dass sich Haustiere an den Forsythien zu schaffen gemacht haben, sollten man sie beobachten. Bekommen sie Durchfall, ist es ratsam, einen Tierarzt aufzusuchen.

Mehr zum Thema: