Gillette-Werbung: Vater zeigt seinem Transgender-Sohn, wie man sich rasiert

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Junge Männer feiern die erste Rasur, weil sie sich dadurch erwachsener fühlen und ankommen in einem neuen Lebensabschnitt. Für Samson Bonkeabantu Brown gilt das umso mehr: Für den Transmann ist das Rasieren ein Zeichen dafür, dass sein Körper und Geist endlich zusammenpassen.

Beim Werbespot für Gillette wollte Samson Bonkeabantu Brown seinen Papa unbedingt dabei haben. (Bild: Screenshot / Gillette Facebook)

Wie tief die Liebe zwischen Vater und Sohn sein kann, zeigt ein Werbespot der Rasierermarke Gillette auf besonders rührende Weise. Ein junger Mann steht mit Rasierschaum im Gesicht vor einem Spiegel und ist unsicher, wie er den Nassrasierer ansetzen soll. „Jetzt habe keine Angst“, sagt sein Vater, der hinter ihm steht, mit beruhigender Stimme. „Beim Rasieren geht es um Selbstbewusstsein.“

Der junge Mann ist der kanadische Künstler Samson Bonkeabantu Brown, ein Transmann, dessen Geschlechtsanpassung abgeschlossen ist und der nun endlich das Leben leben kann, das in seinem früheren Körper nicht möglich gewesen wäre.

Auf der Suche nach der eigenen Identität

„Als ich aufwuchs, habe ich immer versucht herauszufinden, welche Art von Mann ich einmal werden möchte. Und ich bin immer noch dabei herauszufinden, welche Art von Mann ich werden will“, sagt Brown in dem Video. Und weiter: „Ich wusste immer, dass ich anders war. Aber ich wusste nicht, dass es eine Bezeichnung für Leute wie mich gibt.“

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Ein großer Schritt für die LTGBQ-Gemeinde

Dass ein großer Konzern wie Gillette einen Transmann als Werbegesicht ausgewählt hat, sehen viele als Meilenstein für die LTGBQ-Gemeinschaft und deren Akzeptanz in der Gesellschaft. „Oh wow“, schrieb zum Beispiel Pflag National auf Twitter. „Als erste und größte Organisation für Eltern von ##LGBTQ Menschen danken wir euch dafür, unsere #Transkinder zu sehen … und dass ihr ihre unterstützenden #Väter ehrt!“

Alle Menschen verdienen Liebe und Unterstützung

In einem Facebook-Post äußerte sich Brown auch selbst zu der Werbung und schrieb: „Ich wollte meinen Vater bei dieser Werbung dabeihaben, der während meiner Geschlechtsanpassung einer meiner größten Unterstützer war und mich dazu ermutigt hat, selbstbewusst zu sein und mein bestes Selbst authentisch auszuleben.“

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Weiter schreibt er, er wisse, welch ein Glück er habe, von seiner Familie eine solche Unterstützung zu erfahren und sei zuversichtlich, dass die Werbung vielen Transmenschen zeige, dass sie die Liebe und Unterstützung bekommen können, die sie verdienen.

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