"Greta Shaming": Der neue Trend in Büroküchen in Tel Aviv

Antonie Hänel
Freie Autorin

In Tel Aviv überlegen sich viele Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen jetzt zweimal, ob sie in der Büroküche tatsächlich zum Wegwerfbecher oder Plastikgeschirr greifen wollen. Der Grund ist ein einfacher Blick von Greta Thunberg.

Bei diesem Blick zu einem Plastiklöffel zu greifen wird schwer. (Bild: RJ Sangosti/MediaNews Group/The Denver Post via Getty Images)

Greta Thunberg ist mittlerweile nicht nur weltbekannte Klimaaktivstin, sondern auch der Inbegriff eines Umweltbewusstseins, das wir aus schlechtem Gewissen viel zu oft versuchen zu verdrängen.

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Das funktioniert aber nur solange niemand zusieht. Auch wenn die Schwedin nicht persönlich an jedem Ort gleichzeitig sein kann, beobachtet sie nun zumindest symbolisch immer mehr Büroküchen in Tel Aviv.

Auf Twitter sammeln sich derzeit immer mehr Fotos, in denen Bilder der Klimaaktivistin neben Plastikbechern und Einweggeschirr aufgestellt wurden. Mal guckt Greta darauf verurteilend, mal traurig, manchmal scheint sie einfach nur den Kopf zu schütteln.

Offensichtlich sollen die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen mit dem Greta-Blick daran erinnert werden, dass sie gerade wieder achtlos Müll produzieren.

Manchmal wird das Bild noch mit einem passenden Spruch garniert wie: “Bist du sicher?“.

Oder natürlich der Greta-Klassiker “Wie könnt ihr es wagen”:

Der Trend wurde von der Journalistin Allison K. Sommer entdeckt, die die Fotos auf Twitter sammelt. Mittlerweile nennt sich das ganze “Greta-Shaming” und verbreitet sich in immer mehr öffentlichen Küchen.

Doch natürlich gefällt es nicht jedem, beim unbedachten Konsum von Greta beobachtet zu werden, wie dieses Bild zeigt.

Dafür zeigt das Greta-Shaming tatsächlich Wirkung: So soll der Plastikmüll in diesen Küchen durch die vorwurfsvollen Gretas tatsächlich schon zurückgegangen sein, wie etwa das Unternehmen Wix dem israelischen Nachrichtendienst “Haaretz” berichtet.

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Israel verursacht mehr als das Doppelte des internationalen Durchschnitts an Plastikabfällen pro Person, wie eine aktuelle Studie ermittelt hat. Da sind ein paar böse Greta-Blicke durchaus angebracht - die am besten dazu führen, dass in den Küchen demnächst gar keine Wegwerfartikel mehr zur Verfügung stehen.

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