Gute Frage: Wofür steht eigentlich das "X" in Xmas?

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Ist doch bestimmt wieder so eine blöde Wortkreation der Konsumindustrie, oder? Anders als der Weihnachtsmann, der zwar nicht von Coca-Cola erfunden, aber dessen Erscheinungsbild in der Vorstellungskraft der Kinder doch maßgeblich davon beeinflusst wurde, hat das X in Xmas tatsächlich einen frühchristlichen Ursprung.

Warum tragen diese Flamingos Weihnachtsmützen? Das wissen wir nicht. Aber was es mit dem “X” in Xmas auf sich hat, das können wir beantworten. (Bild: Getty Images)

Xmas – wie das Wort schon aussieht. Und wie es erst klingt: Eksmes – oder, noch schlimmer, Iksmes. Das kann doch nur eine dieser hässlichen Wortkreationen der Werbeindustrie sein, von denen es dann am Ende wieder keiner gewesen sein will, oder? Falsch gedacht!

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Der Buchstabe X hat zahlreiche Bedeutungen – es steht zum Beispiel als römisches Zahlzeichen für den Wert 10, es kann ein Chromosomentyp sein oder eine Unbekannte. In Verbindung mit Weihnachten steht X jedoch für den ersten Buchstaben des Namens XPITO – Christus in der griechischen Schreibweise. Dessen Anfangsbuchstaben X (Chi) und R (Rho) sind übereinander geschrieben bis heute als Konstantinisches Kreuz oder Christusmonogramm bekannt und neben Kreuz und Fisch das wichtigste christliche Symbol.

X steht also für Christus oder auch für Christ und hat sich als Abkürzung besonders in England etabliert. Es war naheliegend, dass irgendjemand irgendwann die Abkürzung mit dem Begriff Christmas zu Xmas kombinieren würde. Erstmals notiert wurde das Wort Xmas wohl Mitte des 16. Jahrhunderts – und ist damit weit entfernt von neumodischer Wortschöpferei der heutigen Werbewelt.

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Gut, genau genommen ist das Wort Xmas im deutschen Sprachgebrauch unnötig – eine Abkürzung für einen fremdsprachigen Begriff, für den es ja eigentlich ein deutsches Pendant gibt, macht ja grundsätzlich wenig Sinn. Und dennoch wird das Wort Xmas seit Jahren mal mehr, mal weniger korrekt, sprachlich nicht immer schön, aber in jedem Fall immer öfter verwendet.

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Vielleicht hat die Gesellschaft für Deutsche Sprache es deshalb schon 2008 (allerdings in der Schreibweise X-Mas) zum nervigsten und überflüssigsten Wort des Jahres gekürt. Na, ob das nun wirklich nötig war? Wir finden: In der doch eigentlich besinnlich geplanten Weihnachtszeit kann man ruhig mal etwas großzügiger sein, sollte sich von einem simplen X (genauso wie von Y und Z) nicht ärgern lassen und sich einfach freuen, dass das Wort eine fast so lange Geschichte hat wie Weihnachten selbst. In diesem Sinne: Merry Xmas!