Hochzeit mit Haustier: Ringträger mal anders

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Natürlich hat der beste Freund es verdient, auch zur Hochzeit eingeladen zu werden – auch wenn er ein Tier ist! Wie ein Brautpaar sein Haustier in den schönsten Tag des Lebens einbinden kann (ohne dass das Fest im Chaos endet), worauf man bei der Zeremonie achten sollte und wie sich auch Papageien, Pferde und Katzen am Hochzeitstag wohlfühlen.

Für manche Brautpaare dürfen auch die Haustiere am Hochzeitstag nicht fehlen. (Bilder: Instagram)

Das geliebte Haustier inmitten all des Hochzeitstrubels – puh, ob das so gut ist? Natürlich muss sich jeder Tierhalter als allererstes genau überlegen, ob sein Hund, seine Katze oder sein Nager sich für eine Einbindung in die Feierlichkeiten, eventuell sogar eine kleine Aufgabe eignet und – vor allem – in diesem besonderen Ambiente auch wohlfühlt.

Das Tier sollte immer eine Rückzugsmöglichkeit haben

Leichter fällt diese Entscheidung, wenn die Festivitäten im weitesten Sinne im gewohnten Umfeld des Tiers, im kleinen Personenkreis und vielleicht sogar im Freien bzw. an einem Ort stattfinden, wo das Tier eine Rückzugsmöglichkeit hat und sich sicher fühlen kann.

In den USA und Australien können spezielle Paw-Sitter („Tatzen-Sitter“) gebucht werden, um die Vierbeiner während der Hochzeitsfeierlichkeiten vor Ort zu betreuen – und sie gegebenenfalls auch zu ihren Einsätzen in der Kirche oder in der Eventlocation zu bringen.

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Vielleicht bietet sich ja aber auch eine Nichte, ein Neffe oder ein Freund an, diesen vertrauensvollen Job zu übernehmen – umso besser, wenn das Tier einer bereits bekannten Person „zugeteilt“ ist.

Welche Rolle soll mein Haustier auf meiner Hochzeit spielen?

Je nach Haustier und dessen Eignung für die Feierlichkeiten kann die Einbindung auffälliger oder mehr im Stillen stattfinden. Wer sein Tier gut kennt, wird spätestens nach ein paar Probeläufen einschätzen können, ob es mit der bloßen Anwesenheit auf der Feier bereits ausreichend gefordert ist oder noch ganz leicht und entspannt das Fotoshooting und den anschließenden Empfang im Trubel verbringen kann. Denn vielleicht war der Hund oder die Katze ja bereits am Heiratsantrag maßgeblich beteiligt und hat nun auch während des Ja-Worts ein Anrecht auf einen Platz in der allerersten Reihe:

Der Klassiker: das Haustier auf dem Hochzeitsbild

Sie bringen Bewegung ins Bild und sind einfach allerliebst anzusehen, wenn sie da neben (oder noch besser: zwischen) Herrchen und Frauchen stehen und die neue Familie feiern.

Natürlich kann der geliebte Hund, die willensstarke Katze oder das temperamentvolle Pferd auch zu viel Bewegung in den Shoot bringen – dann wird das Bild eben vor allem eines: eine authentische und damit umso liebenswertere Erinnerung an den schönsten (und vielleicht auch aufregendsten) Tag des Lebens. Die Faustregel lautet: Je schreckhafter das Tierchen, umso intimer sollte auch das Shooting ausfallen – sonst suchen am Ende alle nach dem flüchtigen Hasen anstatt das Brautpaar zu feiern.

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Besonders gelungen wird das Bild natürlich ausfallen, wenn es im gewohnten Lebensraum des Tiers, mit ausschließlich bekannten Personen und ohne Zeitdruck aufgenommen wird. Ein Grund mehr, um vor allem persönliche Bilder zu zweit und ohne die gesamte Feiergesellschaft zu schießen...

Immer an deiner Seite: Das Haustier als Brautjungfer

Achtung, diese Brautjungfer könnte der Braut zumindest punktuell die Show stehlen! Und doch ist es den Anblick wert, wenn das treue Haustier Frauchen oder Herrchen zum Altar begleitet. Allerdings braucht eine tierische Brautjungfer fast immer menschliche Assistenz – dann jedoch ist der Fantasie (fast) keine Grenzen gesetzt, wie man an der Hochzeit des YouTubers und „Papageienflüsterers“ „Parrot Wizard“ sehen kann:

Wer seinen Hund als „Best Pup“ oder „Dog of Honor“ einsetzen will, baut am besten ebenfalls auf eine vertrauensvolle Begleitung oder vorab auf ein gutes Training für den Weg zum Altar (der „Dog Walk Down The Aisle“ wird in amerikanischen Hundeschulen bereits als Extra-Training angeboten!) – damit das Tier beim Anblick des schicken Herrchens oder schönen Frauchens nicht in allzu wilde Begeisterungsstürme ausbricht:

Manchmal folgt das Haustierchen seinem Frauchen aber auch ganz zufällig...:

Für Fortgeschrittene: Das Haustier als Ringträger

Da sollte besser nichts schiefgehen – also lieber vorher ein paar Mal üben: Besonders Hunde eignen sich als Ringträger, die Herrchen, Frauchen oder doch besser dem Trauzeugen die Trauringe übergeben.

Wenn es in der Eventlocation mehr als nur eine Fluchtrichtung gibt als die zum Altar, kann das Tier auf dem Weg von Brautjungfer oder Trauzeuge geführt werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, vertraut dem Tier auch nicht die einzelnen Ringe an, sondern lieber ein Etui oder zumindest ein Ringkissen, das sich vom Hund einfacher ins Maul nehmen und transportieren lässt:

Jetzt aber stillhalten: Das richtige Hochzeitsoutfit fürs Haustier

Jeder Tierliebhaber wird vor Verkleidungen zurückschrecken, die das Tier vielleicht süß aussehen lassen, ansonsten aber nicht sonderlich tiergerecht sind. Wer dennoch nicht auf Hochzeits-Chic verzichten will, greift zum Beispiel zu speziellen Tuxedo-Geschirren, die etwa für Hunde im Fachhandel erhältlich sind.

Entspannter sind lässige Halstücher:

Eher nur fürs Foto eignen sich hübsche Blumenkränze, die eigenwillige Katzen und stürmische Hunde allerdings sicher nur kurz tragen wollen:

Ob chic oder lässig, ob offizieller Task oder ohne Gastauftrag – am Ende kommt es auf einer Hochzeit auch für das Haustier vor allem darauf an, dass es in der Nähe von Herrchen und Frauchen eine gute Zeit haben kann. Schließlich ist die Hochzeit ja ein besonders freudiger Anlass – „seine Menschen“ haben den Bund fürs Leben geschlossen:

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