Kaffee oder Espresso: Wo liegt der Unterschied?

Stefica Budimir-Bekan
·Freie Autorin
·Lesedauer: 4 Min.

Espresso, Kaffee, Capuccino, Latte Machiatto – die Möglichkeiten im Kaffeeuniversum sind grenzenlos. Doch was ist eigentlich der Unterschied? Obwohl jeder Deutsche im Schnitt 164 Liter Kaffee pro Jahr trinkt, kann die Frage vermutlich nicht jeder beantworten.

Welche Kaffeesorte darf es heute sein? (Symbolbild: Getty Images)
Welche Kaffeesorte darf es heute sein? (Symbolbild: Getty Images)

Nach dem Aufstehen erst mal einen Kaffee trinken. Hand hoch, wer seinen Tag ebenfalls so startet! Kaffee ist das beliebteste Heißgetränk der Deutschen. Rund zwei Tassen pro Tag trinkt jeder von uns im Alltag. Und trotzdem werden sich die meisten vermutlich schwertun, den Unterschied zwischen einem Kaffee und einem Espresso zu erklären. Dabei ist es eigentlich ganz simpel: Der Unterschied liegt nicht etwa in den Bohnen, sondern in der Röstung! 

Espresso: Das macht den kleinen Schwarzen aus

Arabica- und Robusta-Bohnen werden sowohl für Kaffee als auch Espresso verwendet. Der kleine aber feine Unterschied: Die Röstdauer für einen Espresso ist einfach länger. Während Kaffee meist zehn bis fünfzehn Minuten geröstet wird, sind es beim Espresso satte fünfzehn bis achtzehn Minuten. Erkennbar ist das an der dunkleren Farbe der Bohnen.

Dass manche Bohnen glänzend, andere wiederum matt sind, ist dem Zeitpunkt zu verdanken, an dem die Röstung abgebrochen wurde. Wenn Bohnen geröstet werden, treten aus dem Inneren Öle und Fette an die Oberfläche. Wird der Röstvorgang genau an dieser Stelle abgebrochen, bleiben die Bohnen glänzend. Röstet man weiter, verdunsten diese Öle wieder und es entsteht eine matte Optik. 

Nicht zu vergessen: Was einen Espresso ausmacht, ist natürlich die Crema! Bedingt durch den hohen Wasserdruck bei der Zubereitung, der etwa bei neun Bar liegt, setzt sich bei einem guten Espresso eine goldbraune Schicht an der Oberfläche ab, die sogenannte Crema.

Daran erkennst du Kaffee

Kaffee wird meist in größeren Tassen serviert und kommt ganz ohne Crema aus. Doch das ist nicht der einzige Unterschied: Da er heller geröstet wird als Espresso, enthält er auch mehr Säure. Denn während der Röstung werden nicht nur Öle und Fette freigesetzt, sondern auch Säure und Koffein. Du erkennst Kaffeebohnen aufgrund der kürzeren Röstung an der gelblichen bis mittelbraunen Farbe. 

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Der absolute Renner unter den Kaffeespezialitäten ist der gute alte Filterkaffee. Laut dem Statistischen Bundesamt trinken wir davon mehr als von cremigen Cappuccini oder Espressi.

Auch auf den Mahlgrad kommt es an

Espresso wird immer fein gemahlen. Für die Zubereitung von Filterkaffee wählt man je nach Methode einen mittleren Mahlgrad. Die Bohnen sind also gröber gemahlen. 

Espresso coffee preparation on a wooden table
Ein guter Espresso kommt nur aus einer guten Espressomaschine (Symbolbild: Getty Images)

Ist denn zumindest die Brühzeit die gleiche?

Nein, auch hier gibt es gravierende Unterschiede. Beim Espresso dauert es maximal 30 Sekunden, bis er fertig ist. Kaffee kann gerne mal bis zu acht Minuten lang ziehen – je nach Zubereitungsmethode. 

Wie sieht es mit der Brühtemperatur aus?

Die Wassertemperatur für Espresso beträgt 90 bis 96 Grad, bei der Zubereitung von Filterkaffee wird das Wasser auf 88 bis 96 Grad erhitzt. Beides variiert je nach Kaffeesorte und persönlichem Geschmack.

Warum schmeckt Espresso intensiver als Kaffee?

Das liegt daran, dass für den Espresso nur eine geringe Menge an Wasser verwendet wird. Im Schnitt sind es nur 20 bis 25 Milliliter pro Tasse. Dadurch wird das Kaffeepulver konzentrierter extrahiert und der Geschmack intensiver.

Was hat denn nun mehr Koffein?

Obwohl der Espresso kräftiger schmeckt als Kaffee, enthält er weniger Säuren. Doch wer nun glaubt, dass Espresso dafür länger wach hält, der irrt. Denn obwohl in 100 Millilitern Espresso zwanzig bis dreißig Prozent mehr Koffein steckt als in derselben Menge Kaffee, trinken wir Espresso in viel geringeren Mengen als Kaffee. Eine große Tasse Kaffee enthält also mehr Koffein als ein kleines Tässchen Espresso.

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Übrigens lässt sich mit einem Espressokocher – auch wenn es der Name impliziert – kein richtiger Espresso zubereiten. Espresso entsteht nur unter hohem Druck in einem Siebträger bei etwa neun Bar und das geht nur mit einer Espressomaschine. Ein Espressokocher schafft es leider nur auf rund 1,5 Bar. Was also herauskommt, ist kein Espresso, sondern lediglich ein sehr starker Kaffee.

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