Pride: Facts zur Regenbogenflagge

·Freie Autorin

Der Juni erstrahlt alljährlich in den bunten Farben der Regenbogenflagge: Es ist Pride-Monat, weswegen die farbenfrohe Flagge mit Stolz von Mitgliedern der LGBTIQ+-Gemeinde und deren Verbündeten zur Schau getragen wird. Doch warum ist ausgerechnet die Regenbogenflagge ein Pride-Symbol, und wofür steht sie? Spannende Infos und Fakten zur Regenbogenflagge.

Die Regenbogenflagge steht für Pride – und das schon seit den 70er Jahren. (Bild: Getty Images)
Die Regenbogenflagge steht für Pride – und das schon seit den 70er Jahren. (Bild: Getty Images)
  • Die Regenbogenflagge ist seit den 70er Jahren Symbol für LGBTIQ+-Pride

  • Dafür steht LGBTIQ+

  • Die Regenbogenflagge wurde von dem offen homosexuellen US-Politiker Harvey Milk inspiriert

  • Ursprünglich hatte die Flagge acht Farben

  • Jede Farbe in der Regenbogenflagge hat eine eigene Bedeutung

  • In der LGBTIQ+-Community gibt es weitere Flaggen, die für unterschiedliche sexuelle Identitäten stehen

  • Die Pride-Regenbogenflagge unterscheidet sich von der Anti-Kriegs-Flagge in der Anordnung der Farben

Die Regenbogenflagge ist zum selbstverständlichen und allseits bekannten Symbol für LGBTIQ+-Pride geworden. Sie steht für Akzeptanz, Gleichberechtigung, Liebe und natürlich Stolz – englisch: Pride – auf die eigene Identität. Im Pride-Monat Juni ist die bunte Flagge also besonders häufig zu sehen.

Unter der Regenbogenflagge vereint: Dafür steht LGBTIQ+

Die Regenbogenflagge repräsentiert alle Mitglieder der LGBTIQ+-Gemeinde. Diese Buchstaben stehen für folgende Identitäten:

  • L – Lesbians (Lesben)

  • G – Gays (Schwule)

  • B – Bisexuals (Bisexuelle)

  • T – Transgender (Trans-Personen)

  • I – Intersex (Intersexuelle)

  • Q – Queer (Queere Menschen)

  • + - Platzhalter für weitere Geschlechter- und sexuelle Identitäten, darunter nicht-binäre Menschen

In der LGBTIQ+-Gemeinde gibt es zahlreiche weitere Flaggen, die jeweilige Untergruppen symbolisieren. Beispielsweise steht eine hellblau-rosa-weiße Flagge für Transgender-Pride. Unter der Regenbogenflagge vereinen sich jedoch alle Untergruppen – denn Pride steht nicht zuletzt für Vielfalt in der Gesellschaft.

Von bisexuell bis genderqueer: Es gibt neben der Regenbogenflagge noch weitere Symbole für Pride. (Bild: Getty Images)
Von bisexuell bis genderqueer: Es gibt neben der Regenbogenflagge noch weitere Symbole für Pride. (Bild: Getty Images)

Warum die Regenbogenflagge für Pride steht

Bereits seit Ende der 70er Jahre hat die Regenbogenflagge ihre besondere Bedeutung. Designt wurde die Regenbogenflagge im Jahr 1978 von dem Amerikaner Gilbert Baker, seines Zeichens Vietnam-Veteran und Drag-Queen.

Dieser hatte schon seit einigen Jahren den Gedanken, eine Flagge zu erschaffen, um die Schwulen- und Lesben-Bewegung zu repräsentieren. Daher war es ein Glücksfall, als Politiker Harvey Milk – der erste offen homosexuelle Politiker der USA - ihn mit dem Design einer eben solchen Flagge beauftragte.

Harvey Milk, der erste offen homosexuelle Politiker der USA, gab die Pride-Flagge einst in Auftrag. (Bild: Getty Images)
Harvey Milk, der erste offen homosexuelle Politiker der USA, gab die Pride-Flagge einst in Auftrag. (Bild: Getty Images)

Zu der Entstehung des Regenbogen-Design gibt es unterschiedliche Aussagen. Es gibt Gerüchte, dass das Lied “Over the Rainbow” von Schwulen-Ikone Judy Garland als Inspiration diente. Das Carleton Sexuality and Gender Center schreibt auf seiner Website, dass die “Flag of the Races”-Flagge, die verschiedene ethnische Gruppen repräsentiert, mit ihren fünf verschiedenfarbigen Streifen als Vorlage diente.

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Baker selbst sagte dem Museum of Modern Art im Jahr 2015 allerdings, dass es die Omnipräsenz der US-Flagge mit ihren Sternen und Streifen war, die in ihm den Wunsch nach einem ähnlich aussagekräftigen Symbol auslöste. Statt rot-weißer Streifen schuf er eine Flagge mit acht unterschiedlichen Farben. Der Regenbogen, so sagte Baker dem GLBT Historical Society Museum, stehe für Hoffnung, weswegen er sich für diese Symbolik entschieden hätte.

Wofür die Farben in der Regenbogenflagge stehen

Die acht Farben der Regenbogenflagge, von denen heute sechs übriggeblieben sind, haben jeweils eine Bedeutung für sich:

  • Rot – Leben

  • Orange – Gesundheit

  • Gelb – Sonnenlicht

  • Grün – Natur

  • Blau – Harmonie

  • Violett – Seele

  • Pink – Sexualität

  • Türkis – Kunst

Zwei Farben der Regenbogenflagge wurden jedoch schnell wieder aus dem Design entfernt, teils aus praktischen Gründen: Der Farbstoff für Pink war schlicht zu teuer, um derartigen Stoff in Masse zu produzieren.

Türkis wurde gestrichen, nachdem Harvey Milk Ende 1978 ermordet wurde. Zu seinen Ehren sollte die Flagge auf der Pride Parade in San Francisco zur Schau gestellt werden, und um der Flagge mehr Symmetrie zu geben, wenn sie über die Straße getragen wird, wurden aus sieben Farben sechs.

Eine andere Regenbogenflagge steht für Frieden

Auch die Anti-Kriegs-Flagge, die als Zeichen für den Frieden auf Demonstrationen gezeigt wird und von vielen Balkonen hängt, ist eine Regenbogenflagge. Sie unterscheidet sich jedoch in der Gestaltung von der Pride-Flagge. Mit Hellblau weist sie eine weitere Farbe auf und hat seine sieben Farbtöne zudem in anderer Reihenfolge angeordnet.

Bei der Friedensflagge sind die Farben umgekehrt angeordnet als bei der Pride-Flagge, von Violett bis Rot, zudem gibt es eine Farbe mehr. (Bild: Getty Images)
Bei der Friedensflagge sind die Farben umgekehrt angeordnet als bei der Pride-Flagge, von Violett bis Rot, zudem gibt es eine Farbe mehr. (Bild: Getty Images)

Sie ist älter als die Pride-Flagge und wurde bereits 1961 entworfen. Entstanden ist sie, wie die häufige Aufschrift “Pace” (Friede) bereits andeutet, in Italien.

Video: "Historischer Moment": Erstmals Regenbogenflagge am Innenministerium in Berlin

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