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"Sexy Wasser" ist der neueste Schrei auf TikTok – doch was bringt er?

Was hinter dem Trend "Sexy Water" steckt

Sommerliches Wasser mit Früchten, Eis und Kräutern in vier Gläsern
"Sexy Wasser" ist der neueste Trend auf TikTok (Symbolbild: Getty Images)

Schon mal "sexy Wasser" probiert? Wenn nicht, dann wird es höchste Zeit! So nennt sich der neueste Trend auf TikTok, der Wasser auf ein ganz besonderes Level hebt, von dem vor allem unser Körper profitieren soll. Den Begriff "Sexy Water“ hat TikTokerin Kelly Grace Mae ins Leben gerufen und damit einen richtigen Hype ausgelöst. Doch was genau steckt dahinter und was bringt es? Experten klären auf und verraten, was es mit dem neuesten Wassertrend auf sich hat.

Wasser ist nicht gleich Wasser. Denn geht es nach Kelly Stranick, online auch Kelly Grace Mae genannt, ist "Sexy Water“ das einzig Wahre. Auf TikTok teilt sie regelmäßig Videos über ihre "Sexy Wasser"-Kreationen. "Sexy Wasser muss nicht super kompliziert und super übertrieben sein. Es können einfach nur Dinge sein, die du zu Hause hast und die dein Wasser ein wenig sexy machen", sagt sie in einem Clip. Aber was genau verbirgt sich hinter dem sexy Wasser und lohnt sich das überhaupt?

Das steckt hinter "sexy Wasser"

Im Grunde genommen geht es darum, gefiltertem Leitungswasser Eis, Obst, Pulver- und Flüssigergänzungen hinzuzufügen, die die Gesundheit fördern und für die perfekte Hydratation des Körpers sorgen. In einem TikTok-Video zeigt Stranick, wie sie in Pulverform Kollagen, Kolostrum, Elektrolyte, Chlorophyll und andere Nahrungsergänzungsmittel in ein Glas Wasser mischt. Die Kombination der Zutaten darf laut der TikTokerin variieren, Ziel ist es jedoch, dem Körper das zu geben, was er an diesem Tag benötigt.

Sexy Wasser entspringt dem Trend funktionaler Sportgetränke wie Gatorade oder Powerade, die Elektrolyte oder andere Nährstoffe beinhalten, um den Körper optimal zu hydratisieren und andere Funktionen zu unterstützen. "Funktionale Hydratation klingt elegant, ist es aber nicht wirklich", sagt Yasuki Sekiguchi, Direktor des Sport Performance Lab an der Texas Tech University, der optimale Hydratisierungsstrategien erforscht, gegenüber Yahoo Life. "Es geht nur darum, einige Zutaten zum Wasser hinzuzufügen, um gewisse Vorteile zu erhöhen. Dazu gehören beispielsweise [athletische] Fähigkeiten.“

Funktionale Getränke enthalten in der Regel zwei Hauptzusätze: Elektrolyte zur Erhöhung der Wasserabsorption und Kohlenhydrate als Treibstoff für aktive Sportler, erklärt Sekiguchi. Neue Produkte versuchen mit noch komplexere Mischungen zu überzeugen - von Smartwater Alkaline mit Antioxidantien bis hin zu Gatorade Water, das eine Elektrolyt-Infusion und einen "erweiterten Filtrationsprozess" verspricht. Marken wie Sakara, Moon Juice und Bloom Nutrition bieten zudem Tinkturen und Pulver an, die dem Wasser verschiedene Benefits verleihen sollen.

Ist "sexy Wasser" gut für dich?

Sekiguchi zufolge hängt das davon ab, welche Zutaten dem Wasser hinzugefügt werden. Einige Ergänzungen, die Stranick verwendet, wurden noch nicht ausreichend erforscht, um bestimmen zu können, ob sie überhaupt etwas bringen.

Julia Perlman, eine Ernährungsberaterin bei Jam Nutrition, erklärte gegenüber Yahoo Life, dass einige Ergänzungen zwar tatsächlich von Nutzen sein können, doch die meisten seien noch nicht ausreichend untersucht worden. Daher sei es schwer zu sagen, ob sie wirklich etwas bringen oder in welchen Mengen sie verwendet werden sollten. Da Nahrungsergänzungsmittel aus rechtlicher Sicht Lebensmittel und keine Medikamente sind, müssen sie kein strenges Zulassungsverfahren durchlaufen. Das könne möglicherweise dazu führen, dass man eine ganze Palette von Nahrungsergänzungsmitteln nehme, die überhaupt nicht notwendig sind, sondern nur das Budget belasten.

Einige Ergänzungsmittel können sogar Magen-Darm-Beschwerden verursachen oder aufgrund der enthaltenen Allergene wie Soja eine Gefahr für die Lebensmittelsicherheit darstellen, so Perlman. Andere könnten, wenn sie Wasser hinzugefügt werden, nicht richtig absorbiert werden.

Ein Elektrolytmix, der Natrium, Kalium und Chlorid enthält, ist der einzige, den Sekiguchi derzeit empfehlen würde. "Aus wissenschaftlicher Sicht wissen wir, dass Wasser Natrium folgt, was die Wasserabsorption erhöht", sagt er. Doch auch das kann übertrieben werden, wenn es in übermäßigen Mengen geschieht. Solange man keine negativen Auswirkungen von den Produkten erfahre, die man verwendet, sagt Sekiguchi, könne man von einer Sache wirklich profitieren: Hydratation. "Wenn das das Trinkverhalten erhöht, ist das großartig", erklärt er.

Muss man "sexy Wasser" unbedingt trinken?

Wie Wassersommelier Martin Riese erklärt, lautet die Antwort schlicht und ergreifend nein. "Jedes Wasser wird dich hydratisieren. Die Behauptung, dass das bei manchem Wasser nicht der Fall sei, ist falsch", sagt er. Dem Experten zufolge können aber auch Lebensmittel eine Quelle der Hydratation sein. Allerdings haben viele Menschen das Problem, dass sie zu wenig Wasser trinken. Wenn also "sexy Wasser" dazu führt, dass die Menschen deshalb häufiger trinken, dann sei das den Experten zufolge auch schon ein Gewinn.