So hat sich weibliche Sexualität zuletzt verändert

·Freie Journalistin
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Geschlechterrollen und -identitäten sind heute längst nicht mehr so starr und unverrückbar wie früher und auch das soziale Klima unterliegt einem ständigen Wandel. Laut einer neuen Studie hat das in den letzten Jahren vor allem das Sexualleben von Frauen verändert.

Feminismus sorgt dafür, dass Frauen geschlechtsspezifische Muster mehr hinterfragen als Männer. (Bild: Getty Images)
Feminismus sorgt dafür, dass Frauen geschlechtsspezifische Muster mehr hinterfragen als Männer. (Bild: Getty Images)

Eine Gruppe von Wissenschaftlern des "Binghamton Human Sexualities Research Lab" der Binghamton University in New York hat sich einmal die Daten angesehen, die sie in den vergangenen zehn Jahren von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ihrer Studien gesammelt hat. Jedes Mal wurden die Teilnehmer nach ihrem Geschlecht und ihrer sexuellen Orientierung gefragt. Und wie sich herausstellte, veränderten sich die Angaben über die Zeit ziemlich massiv.

Immer mehr Frauen leben nicht ausschließlich heterosexuell

So gab im Jahr 2019 mit 65 Prozent zwar ein Großteil der Frauen im College-Alter an, sich sexuell ausschließlich zu Männern hingezogen zu fühlen. Im Vergleich zu 2011 war das aber ein Rückgang von ganzen 77 Prozent. Damit zusammenhängend schrumpfte auch die Zahl derjenigen Frauen, die ausschließlich heterosexuelle Beziehungen eingingen. 

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Dagegen blieben die Angaben der männlichen Teilnehmer im selben Zeitraum ziemlich gleich. Über die letzten zehn Jahre betrachtet, gaben 85 Prozent von ihnen an, sich nur von Frauen angezogen zu fühlen. Fast 90 Prozent sagten, sie hätten nur mit Frauen Sex.

Die Frauenbewegung hat auch die sexuelle Befreiung vorangebracht

Die Diskrepanz zwischen den Geschlechtern führt das Team um Dr. Sean Massey laut "BBC" vor allem auf kulturelle Fortschritte wie den Feminismus und die Frauenbewegung zurück. Da es in den vergangenen Jahrzehnten keine ähnliche Bewegung für oder von Männern gegeben habe, habe sich bei ihnen auch weniger verändert. Ihnen fehlte damit eine Möglichkeit, analog zu den Frauen historische und geschlechtsspezifische Muster zu hinterfragen und aufzubrechen.

Macht wird noch immer mit Heterosexualität verbunden

Dr. Elizabeth Morgan vom Springfield College in Massachusetts erklärt das mit folgendem Beispiel: "Vor 50 Jahren konnte man als Frau nicht leben, ohne einen Mann zu heiraten, der dann für einen sorgte." Dass heutzutage vergleichsweise viele Frauen nicht mehr rein heterosexuell lebten, sei ein Zeichen für das Durchbrechen traditioneller Geschlechterrollen und größerer Freiheit.

Studie beweist: Geschlechtervielfalt hat zugenommen

Männer hingegen seien immer noch das Geschlecht, das in der Gesellschaft die meiste Macht innehabe. Um diese Vormachtstellung aber aufrechtzuerhalten, müssten sie weiterhin dem entsprechen, was in der Gesellschaft als männlich angesehen werde. Und dazu gehöre die Heterosexualität.

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