So macht ihr aus schlechten Angewohnheiten gute

Schaut ihr alle drei Minuten auf euer Handy? Kaut ihr immer noch auf den Fingernägeln herum? Kommt ihr nicht aus dem Bett, ohne mindestens fünfmal die Schlummertaste gedrückt zu haben? So gut wie jeder hat schlechte Angewohnheiten. Doch egal, wie die aussehen mögen: Es gibt einen Weg, sie in gute Angewohnheiten zu verwandeln.

Kaut ihr auf euren Nägeln, wenn ihr gestresst oder gelangweilt seid? Für jede schlechte Angewohnheit gibt es eine Lösung (Symbolbild: Getty Images)

Ratgeber zu dem Thema gibt es so einige. Doch Wendy Wood, Psychologie-Professorin an der University of Southern California, hat mit “Good Habits, Bad Habits: The Science of Making Positive Changes That Stick” einen verfasst, der auf fundierten Studien und wissenschaftlichen Fakten basiert.

Wie Wood der Zeitung “The Guardian” erklärt, lassen sich alteingesessene Gewohnheiten nicht über Nacht ändern. Ein seit Jahren automatisiertes Verhalten kann von verschiedenen Umständen ausgelöst werden - wenn auch nur Stress oder Langeweile. Das Gewohnheitsgedächtnis lasse sich nur schwer umkehren, so Wood. Und auch gute Gewohnheiten wollen Weile haben. Sie selbst habe ein Jahr gebraucht, bis sie Joggen fest in ihren Alltag integriert habe.

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Willenskraft alleine würde irgendwann so gut wie immer einbrechen. Stattdessen empfiehlt sie diese drei Schritte:

Stelle dir Hindernisse in den Weg

Um den Automatismus zu durchbrechen, solltest du es dir so schwer wie möglich machen, deine schlechte Angewohnheit durchzuführen. Wer ohne Schlummertaste nicht aus dem Bett kommt, sollte den Wecker außer Reichweite ablegen. Wer auf den Fingernägeln kaut, sollte sich eine Maniküre gönnen - den teuren und wenig schmackhaften Nagellack herunterzunagen ist schon eine Hürde mehr.

Ändere die Auslösereize deiner Angewohnheit

Zunächst solltest du deine Auslösereize identifizieren. Schaust du aufs Handy, wenn dir langweilig ist? Kaust du auf den Nägeln, wenn du in der Arbeit am PC sitzt? Snackst du, wenn du abends Netflix guckst? Sobald du diese Reize kennst, kannst du sie ändern. Vielleicht hilft ein Stehschreibtisch, das Nägelkauen zu durchbrechen? Knabberst du weniger Chips, wenn du mit jemandem gemeinsam Serien guckst? Probiere es aus!

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Lenke dein Gehirn mit einer anderen Angewohnheit ab

Eine Dauerlösung ist das sicher nicht immer. Ihr könnt euer Unterbewusstsein aber darauf trainieren, irgendwann nicht mehr zum gewohnten Automatismus zu greifen, wenn der Auslösereiz aufkommt. Wer Strickzeug oder einen Stressball in der Hand hat, wird nicht auf den Nägeln herumbeißen. Wer beim Impuls, Kekse zu naschen, einen Schluss Wasser trinkt, wird das irgendwann als neue Gewohnheit verinnerlicht haben.

Ganz ähnlich läuft es mit guten Angewohnheiten, die wir uns antrainieren wollen. Wer morgens joggen will, sollte sich so wenig Hürden in den Weg stellen wie möglich. Laut Wendy Wood kann man beispielsweise schon in Laufklamotten schlafen gehen - das Anziehen fällt schon mal weg, und auch ein potentieller Auslösereiz ist geschaffen. Irgendwann wird aus einem Vorsatz Routine - schließlich sind nicht alle Angewohnheiten schlecht.

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