Unerwartete Nebenwirkung: Viel Fernsehen fördert Schlafapnoe

·Freie Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

Wer beim Schlafen regelmäßig und länger andauernde Atemaussetzer hat, leidet unter einer sogenannten obstruktiven Schlafapnoe. Betroffene sind oft müde, können sich schwerer konzentrieren und haben ein höheres Risiko für Bluthochdruck, Herzkrankheiten oder Diabetes Typ 2. Wer das vermeiden will, sollte laut einer Studie auf seinen Fernsehkonsum achten.

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Die neueste Serie bingen, alle EM-Spiele schauen oder sich durchs Nachmittagsprogramm zappen? Wer allzu viel in die Röhre schaut, riskiert gesundheitliche Folgen (Symbolbild: Getty Images)

In einer Langzeitstudie haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Harvard University die Lebensgewohnheiten von fast 140.000 Menschen untersucht und sind dabei auf eine Verbindung zwischen der vor dem Fernseher verbrachten Zeit und Atemaussetzern in der Nacht gestoßen.

Schlechter Schlaf beeinträchtigt die Gesundheit

Diejenigen Probandinnen und Probanden, die mehr als vier Stunden täglich oder 28 Stunden in der Woche vor dem Fernseher saßen, entwickelten zu 78% häufiger eine sogenannte obstruktive Schlafapnoe. Wer darunter leidet, hat per Definition mehrmals die Stunde Atemaussetzer während des Schlafens, die mindestens 10 und durchschnittlich 20 bis 30 Sekunden andauern. 

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Die Minderung der Schlafqualität, die dadurch entsteht, kann zum Beispiel Bluthochdruck fördern, der unter anderem das Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt steigert.

Hoher Fernsehkonsum geht oft mit Übergewicht einher

Wer unter den Studienteilnehmern lange fernsah, hatte oft auch Übergewicht, das ebenfalls als Risikofaktor für Schlafapnoe bekannt ist. Laut dem Studienautor Dr. Tianyi Huang wird das nicht nur durch mangelnde Bewegung durch langes Sitzen auf dem Sofa verursacht, sondern auch durch die Begleitumstände beim Fernsehen begünstigt. 

So neigen viele Zuschauer dazu, nebenher auch ungesunde Snacks und Softdrinks zu konsumieren. Weitere Faktoren, die das Auftreten einer obstruktiven Schlafapnoe wahrscheinlicher machen: hohes Alter, große Rachenmandeln, Rauchen, Trinken und eine genetische Veranlagung.

So kannst du gegensteuern

Wenn auch du zu den Menschen gehörst, die nach einem langen Arbeitstag am liebsten vor der Glotze entspannen und auch mal ein verregnetes Wochenende durchbingen, kannst du trotzdem etwas tun, um dein Schlafapnoe-Risiko klein zu halten. Neben einer gesunden Ernährung ist dann vor allem ausreichend Bewegung wichtig. Laut Studie konnten Teilnehmer, die in der Woche drei Stunden joggten und/oder bei der Arbeit oder in der Freizeit körperlich sehr aktiv waren, ihr Risiko um die Hälfte senken.

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