Fingerschnipsen funktioniert anders als gedacht

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Manche machen es zur Untermalung von Musik, andere, um schnell die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, andere kriegen es (noch) nicht hin: Fingerschnipsen. Doch wie genau entsteht überhaupt das Geräusch dabei? So viel vorab: Anders als man denkt.

Wussten Sie dass das Geräusch von Fingerschnipsen nicht von der Reibung zwischen Daumen und Mittelfinger herrührt? (Bild: Getty Images)

Fingerschnipsen setzt eine gewisse Kraft voraus, um den Druck zwischen Mittelfinger und Daumen aufzubauen. Danach aber ist alles drin: Ein lauter oder leiser Knall, ein hoher oder tiefer. Und der entsteht tatsächlich anders, als man meinen könnte. Nämlich nicht schon beim Auseinanderflitschen von Daumen und Mittelfinger, sondern erst dann, wenn der Mittelfinger auf den Handballen trifft.

Wer jetzt am Ausprobieren ist und sich nicht sicher wird, ob das wirklich stimmt, kann einen kleinen Trick anwenden. Legt man die linke Hand auf den rechten Ballen, Linksschnippser natürlich anders herum, verändert sich das Geräusch deutlich - der Beweis!

Das Geräuch entsteht durch komprimierte Luft

Was dabei passiert, ist folgendes: An der Stelle, an der der Finger auf den Handballen trifft, wird die Luft verdrängt. Dadurch wird sie komprimiert, die komprimierte Luft bewegt sich durch den Raum. Genau das ist die Schallwelle, die das Ohr als Knall wahrnimmt. In der Luft überträgt sich Schall mit etwa 350 Metern pro Sekunde, wobei ein schneller Fingerschnipp auf etwa 90 m/s kommen dürfte.

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Große Hände erzeugen tiefere Töne

Aber warum erzeugt das Fingerschnipsen bei manchen Menschen einen hohen und bei anderen einen tieferen Ton? Die Tonhöhe hängt von der Größe der Hand ab, wobei das Prinzip demjenigen bei Blas- oder Zupfinstrumenten ähnelt: Große Instrumente erzeugen tiefe Töne, kleine höhere. Beim Schnipsen ist das so: Mittelfinger und Daumen bilden ein kleines Loch in der Hand, der Mittelfinger knallt auf die Öffnung des Hohlraums. Die Luft wird dabei in Bewegung versetzt und je größer der Hohlraum ist, desto dunkler wird der Ton. Die Lautstärke hängt wiederum davon ab, wie sehr sich die Luft verdichtet, was bei Erwachsenen mehr der Fall ist als bei Kindern.

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