Warum Süßkartoffeln so gesund sind

Stefica Budimir-Bekan
·Freie Autorin
·Lesedauer: 3 Min.

Süßkartoffeln schmecken – anders als der Name sagt – nicht nach Kartoffel. Sie sind süß und erinnern mehr an ein Dessert als an Gemüse, was sie ihrem hohen Zuckergehalt zu verdanken haben. Trotzdem haben sie nur wenig Kalorien und sind sehr gesund. Das liegt vor allem an einer Eigenschaft.

Raw sweet potatoes on wooden kitchen board top view. Organic food. Copy space for text or design.
Süßkartoffeln gehören zu den gesündesten Gemüsesorten, die es gibt (Symbolbild: Getty Images)

Die Süßkartoffel zählt zu den ältesten Gemüsesorten der Welt, aber auch zu den gesündesten. Wer heute etwas auf sich hält, greift lieber zu Süßkartoffel-Pommes als zu herkömmlichen Fritten. Dass das Gemüse bereits vor Tausenden von Jahren auf dem Speiseplan der Südamerikaner stand, hat gute Gründe: Die Süßkartoffel ermöglicht eine einseitige, auf sie beschränkte Ernährung. 

Denn sie enthält viele Kohlehydrate sowie Spuren von Fett und Proteinen, sie ist ergiebig und vielfältig verwendbar. In einer Süßkartoffel steckt drei Mal so viel zu Zucker wie in einer Kartoffel. Trotzdem lässt sie unseren Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen. Doch sie punktet auch ganz klar mit einer Sache: ihrem Vitamin-A-Gehalt.

Warum Vitamin A so wichtig für die Ernährung ist

Laut des Landwirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten (USDA) beinhaltet eine Tasse gewürfelter Süßkartoffeln 377 Prozent (!) der empfohlenen Tagesmenge an Vitamin A. Die Zahl stimmt wirklich. Diesen Überschuss an Vitamin A hat die Süßkartoffel dem Betakarotin zu verdanken.

100 Gramm Süßkartoffeln beinhalten 7,9 Milligramm Beta-Carotin. Das ist mehr als in Karotten steckt. Die bringen es auf lediglich 7,6 Milligramm. Doch warum ist Beta-Carotin eigentlich so wichtig? Ganz einfach: Es wird im Körper in Vitamin A umgewandelt. 

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Beta-Carotin, die Vorstufe von Vitamin A, hilft, die Haut- und Haarstruktur zu verbessern und stärkt die Sehkraft. Es soll außerdem gut fürs Gehirn sein. Auch für gesunde Knochen und Zähne brauchen wir Vitamin A und für ein gesundes Immunsystem. Was aber noch viel wichtiger ist: Beta-Carotin soll krebsvorbeugend wirken. Eine Studie, die vom Magazin Diseases veröffentlicht wurde, zeigt, dass Lebensmittel, die reich an Antioxidantien sind, den Körper vor verschiedenen Krebsarten schützen. Beta-Carotin ist eines der Antioxidantien, die diese Art von Schutz bietet. 

Kann Vitamin A überdosiert werden?

Die empfohlene Tagesdosis an Vitamin A liegt laut Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei Männern bei einem Milligramm und bei Frauen bei 0,8 Milligramm. Eine gebackene Süßkartoffel mit Schale enthält 1,4 Milligramm, was einer deutlich höheren Menge Vitamin A entspricht. 

Es gibt Studien, die besagen, dass eine Überdosis an Vitamin A zu einer Vitamin-A-Hypervitaminose führen kann, was wiederum eine toxische Leberschädigung verursachen kann. Heißt das etwa, dass wir Süßkartoffeln deshalb meiden sollten? Im Gegenteil! Denn diese Studien belegen laut Harvard Health auch, dass eine Vitamin-A-Überdosierung durch Vitamin-A-Präparate entsteht und nicht durch den Verzehr von Lebensmitteln hervorgerufen wird. Der menschliche Körper kann die Süßkartoffel sehr gut verdauen und profitiert gesundheitlich auf allen Ebenen von ihr. 

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Die einzige Nebenwirkung, die entstehen kann, wenn man zu viele Süßkartoffeln isst: Durch die erhöhte Aufnahme von Beta-Carotin kann es – ähnlich wie bei Karotten – zu einer Gelbfärbung der Haut kommen. Doch dafür müsstest du schon mehrere Süßkartoffeln auf einmal essen. Eine mittelgroße Süßkartoffel als Beilage ist aber definitiv erlaubt. Wer etwas Abwechslung auf seinem Speiseplan haben möchte: Reichlich Vitamin A steckt nicht nur in Süßkartoffeln, sondern beispielsweise auch in Leber, Grünkohl und Karotten.

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