Was bringen Luftbefeuchter in der Wohnung?

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Während die meisten Menschen gerade im Winter eher das Problem haben, dass die Luft in ihrem Zuhause zu feucht ist und sie Schimmelbildung fürchten, gibt es auch das gegenteiligen Problem: Zu trockene Luft, die die Schleimhäute reizt und zu Atemwegserkrankungen führen kann. Wie sinnvoll ist dann ein Luftbefeuchter?

Luftbefeuchter sind tatsächlich nur in den wenigsten Wohnungen und Häusern sinnvoll. (Bild: Getty Images)

Im Winter, wenn es draußen nass und ungemütlich oder einfach bitterkalt ist, will man es zumindest zuhause kuschelig warm haben. Die Heizkörper laufen und laufen und können auch dazu führen, dass die Luft irgendwann zu trocken wird. Zu trocken ist sie dann, wenn die relative Luftfeuchtigkeit weniger als 35 Prozent beträgt. Als gut und normal gelten Werte zwischen 40 und 60 Prozent. Messen kann man die relative Luftfeuchtigkeit ganz einfach mit einem Hygrometer, der nur ein paar Euro kostet.

Zu trockene Luft ist die Ausnahme

Zu trockene Luft kommt fast nie in Wohnräumen vor, die gemauert und verputzt sind und gut isolierte Fenster haben. Während dort die Gefahr eher darin liegt, dass die Luft durch zu wenig Lüften zu feucht wird, wird sie in Wohnungen mit sorptionsstarken Baustoffen wie Holz, Spanplatten oder Gipskarton eher zu trocken. Das kann die Haut und die Schleimhäute reizen, zu Erkältungs- und Atemwegserkrankungen führen und auch Kopfschmerzen verursachen.

Wird das Gerät nicht regelmäßig gereinigt, kann es selbst die Gesundheit schädigen. (Bild: Getty Images)

Experten empfehlen Geräte, die selbst den idealen Wert bestimmen

Mit einem Raumluftbefeuchter lässt sich das Problem schnell lösen, wobei man darauf achten sollte, welche Art von Gerät man sich ins Haus holt. Die meisten haben einen Tank für bis zu vier Liter Wasser, bei manchen kann man einen bestimmten Wert oder eine bestimmte Feuchtigkeitsstufe einstellen, andere ermitteln den idealen Feuchtigkeitswert selbst und regulieren sich dementsprechend. Experten raten am ehesten zu solchen Raumbefeuchtern, die über Sensoren sowohl die Temperatur wie auch die Luftfeuchtigkeit im Raum messen und sich automatisch abschalten, sobald die Werte perfekt sind. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Luft zu feucht wird, das Wasser an den Wänden kondensiert und Schimmel entsteht.

Schimmel ist generell ein Problem

Aber auch in den Luftbefeuchtern selbst können Schimmel, Keime und Bakterien entstehen, die wiederum an die Raumluft abgegeben werden. Das passiert vor allem dann, wenn die Geräte nicht oft genug oder gründlich genug gereinigt werden. Auch Raumbefeuchter mit einem integrierten automatischen Reinigungsmodus sollte man regelmäßig überprüfen.

Wie geht es ohne Luftbefeuchter?

Experten sind der Meinung, dass es (wenn überhaupt) meistens nur über einen kurzen Zeitraum zu so trockener Raumluft kommt, dass sie künstlich befeuchtet werden sollte. Alternativ zu einem Raumbefeuchter kann man auch einfach die Raumtemperatur ein bisschen herabsenken oder die Wäsche in dem betroffenen Raum trocknen lassen. Eine andere Option sind Aufsätze für die Heizung, in die man Wasser füllt, das dann verdunstet.

Heizung: Was kannst du gegen Kondenswasser zwischen den Scheiben tun?

Trockene Haut im Winter: Das ist die richtige Pflege

VIDEO: Heizung entlüften - So funktioniert’s