Wegen Influencer-Hype: Nationalpark Berchtesgaden zieht Konsequenzen

·Freie Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

Influencer wissen genau, mit welchen Bildern an welchen Orten sie die meisten Likes bekommen. Wie verheerend die Auswirkungen solcher Postings sein können, zeigt sich gerade im Nationalpark Berchtesgaden. Dort soll ein Touristen-Hotspot jetzt für die Öffentlichkeit gesperrt werden, gegen eine Influencerin ermittelt die Polizei.

Der Nationalpark Berchtesgaden wird von Influencern geradezu überrannt. (Bild: Getty Images)
Der Nationalpark Berchtesgaden wird von Influencern geradezu überrannt. (Bild: Getty Images)

Weil Müll, Lärm und illegale Lagerfeuer in der Vergangenheit überhandgenommen hätten und immer wieder auch Rettungskräfte ausrücken mussten, um in Not geratenen Besuchern aus der Klemme zu helfen, will die Nationalparkverwaltung Berchtesgaden den Zugang zum sogenannten Natural Infinity Pool am Königsbach-Wasserfall sperren lassen.

Müll, illegale Feuer, zertrampelte Vegetation

Der ehemals versteckte und naturschützerisch wertvolle Ort weit abseits der offiziellen Wege sei über die sozialen Medien weltweit bekannt geworden, teilte der Park in einer Mitteilung mit. Das Ergebnis: ”Nun besuchen jährlich tausende Fototouristen die Gumpen am Wasserfall.“ Die Vegetation werde zertreten, im Bergwald entstünden immer neue Trampelpfade, überall liege Müll herum und würden illegale Feuer entzündet.

Wegbeschreibung und Drohnenflug

Die geplante Sperrung des als ”Influencer Gumpen“ bekannt gewordenen Ortes dürfte auch auf eine deutsche Influencerin mit 1,2 Millionen Followern zurückgehen, die vor einigen Wochen neben einem Foto von sich in dem natürlichen ”Infinity Pool“ auch gleich eine Wegbeschreibung mitgeliefert hatte.

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Wie das Nachrichten-Portal ”Watson“ berichtet, ermittelt die Polizei Berchtesgaden gegen die Influencerin, die ihren Besuch im Nationalpark illegal mit einer Drohne gefilmt hatte. Das zuständige Landesamt teilte mit, es werde derzeit geprüft, ob ein Bußgeld verhängt werde, das zwischen 50 und 2.500 Euro liegen könne.

Der Park ist nicht nur schützenswert, sondern an einigen Stellen auch gefährlich

Auf dem offiziellen Instagram-Account des Parks wurden bereits Anfang Juni alle Influencer aufgefordert, ihre Posts zu löschen und auf Wegbeschreibungen zu verzichten, um Nachahmer zu vermeiden. ”Seid Euch bewusst, dass ihr durch solche Postings die Natur zerstört“, heißt es in dem Posting, und weiter: ”Campieren, Lagerfeuer, Müll, Drohnenflüge - das ist alles im Nationalpark verboten.“ Sogar Tote habe es schon gegeben. Im April 2019 waren zwei Männer aus Sachsen an einem der ”Pools“ zu Tode gekommen.

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Die Influencerin zeigt sich semi-einsichtig

Die Influencerin mit den mehr als 1,2 Millionen Followern, die das Fass wohl zum Überlaufen brachte, ist der Aufforderung des Parks bislang nicht nachgekommen. Ihr Post ist noch immer online.

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Allerdings wurde er mit dem Hinweis versehen, dass sich Müll und Trampelpfade negativ auf das Ökosystem auswirkten, der Ort für Besucher Gefahren berge und der Nationalpark nicht möchte, dass noch mehr Menschen dorthin kämen.

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