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10 Fakten über Regen

Nieselregen, Dauerregen, Platzregen – kommt ein Wolkenbruch vom Himmel, flüchten sich die meisten nach drinnen. Regen mag für viele einfach nur nervig sein, doch eigentlich ist er ein faszinierendes Naturphänomen. Hier sind 10 Fakten über Regen und drum herum – perfekt, um beim nächsten Schlechtwetter-Einbruch am Fenster zu stehen, etwas zu fachsimpeln und zu staunen.

Regen ist ein faszinierendes Naturphänomen. (Symbolbild: Getty Images)
Regen ist ein faszinierendes Naturphänomen. (Symbolbild: Getty Images)

Über Regen kann man sich streiten: Die einen lieben es, gerade bei Regen draußen einen Spaziergang zu machen, andere kriegen schon beim kleinsten Regenguß die Krise und beobachten den Wolkenbruch am liebsten vom Fenster aus. Fakt ist: Die Natur braucht Regen – und für alle Wasserscheuen gibt es ja Regenschirme und -jacken. Doch wie entsteht eigentlich Regen, was hat es mit saurem Regen auf sich und warum heißt der Regenwurm eigentlich so? In unseren 10 Fakten über Regen klären wir auf.

Regentropfen sind nicht tropfenförmig

Unten rund, nach oben spitz zulaufend – so kennen wir Regentropfen aus Bilderbüchern. Doch Regentropfen sehen in der Realität ganz anders aus. Tatsächlich verändert sich ihre Form mit der Nähe zum Boden. Anfangs sind sie kugelförmig, werden aber mit zunehmender Fallgeschwindigkeit immer flacher. Durchschnittlich ist ein Regentropfen einen halben bis einen Millimeter groß. Die größten gemessenen Regentropfen hatten übrigens einen Durchmesser von acht Millimetern und wurden 1986 bei einem Sturm über Hawaii gemessen.

Der Regenduft heißt Petrichor

Wer nach einem Wolkenbruch ins Freie geht, holt oft erst einmal tief Luft. Denn es riecht einfach so frisch, als hätte die Natur einen Waschgang mit Weichspüler hinter sich. Was viele nicht wissen: Dieser Geruch hat auch einen Namen und nennt sich Petrichor. Der Regen setzt ein spezielles Öl frei, dass von Pflanzen gebildet wird, wenn sie lange trocken waren. Diese Öl verbindet sich dann mit dem Erdgeruch, dem sogenannten Geosmin. Je nachdem, wie durchlässig der Boden ist, wird der Regenduft intensiver, etwa bei Lehmböden.

In diesen deutschen Städten fällt am meisten Regen

Deutschland gilt mit einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 500 bis 1.000 Litern pro Quadratkilometer allgemein als regenreiches Land. Als regenreichste Stadt der Bundesrepublik gilt Augsburg mit einer Niederschlagsdauer von rund acht Tagen pro Monat im Durchschnitt.

Dicke Regenwolken sind in Augsburg gar kein so seltener Anblick. (Bild: Getty Images)
Dicke Regenwolken sind in Augsburg gar kein so seltener Anblick. (Bild: Getty Images)

Der regenreichste Ort der Welt

Und wo fällt am meisten Regen auf der Welt? Ganz einig ist man sich hier nicht. International ist vor allem Indien mit der Monsun-Jahreszeit ganz vorne in Sachen Regenmenge. Zwei Städte streiten sich hier um den ersten Platz der regenreichsten Stadt der Erde: Cherrapunji und Mawsynram im Nordosten des Landes. Durchschnittlich fallen hier unglaubliche 11.000 Millimeter Regen pro Jahr. Neben Indien regnet es auch viel auf Hawaii.

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Genauer gesagt: auf der Insel Kaua'i mit dem Vulkan Mount Wai'ale'ale. Hier wird man kaum richtig trocken: Es regnet durchschnittlich an 335 Tagen im Jahr. Auch die kolumbianische Stadt Buenaventura gilt als eines der regenreichsten Gebiete weltweit.

Heuschnupfen wird bei Regen schlimmer

Viele Allergiker*innen freuen sich über die vom Regen gereinigte Luft – bis auf diejenigen, die auf Pollen reagieren. Denn für sie wird es durch den Regen besonders unangenehm. Die Pollen saugen sich voller Flüssigkeit, platzen am Boden auf und setzen große Mengen Allergene frei. Da diese im Gegensatz zu Gräserpollen sehr klein sind, können sie sogar bis in die Lungen gelangen und ein sogenanntes "Gewitter-Asthma" auslösen.

Der Regenwurm braucht keinen Regen

Wenn es regnet, wimmelt es draußen nur so vor Regenwürmern. Mag der Regenwurm etwa den Regen so gerne? Auch wenn der Name es suggeriert, ist tatsächlich das Gegenteil der Fall: Regenwürmer hassen Regen! Sie sind deshalb an der Erdoberfläche, weil der Regen sie aus ihren Höhlen vertreibt. Warum das so ist, sorgt in der Forschung für Zwiespalt. Die eine Seite geht davon aus, dass der Regen das Erdreich der Würmer überflutet. Die andere Fraktion vermutet, dass der prasselnde Regen für die Regenwürmer ähnlich klingt wie ihr Fressfeind, der Maulwurf.

Der Regenwurm kommt zwar bei regen an die Oberfläche – aber nicht, weil er Regen so gerne mag. (Symbolbild: Getty Images)
Der Regenwurm kommt zwar bei Regen an die Oberfläche – aber nicht, weil er Regen so gerne mag. (Symbolbild: Getty Images)

So gefährlich ist saurer Regen

Saurer Regen liegt mit seinem PH-Wert von 5,5 leicht unter dem von normalem Regen. Doch diese kleine Abweichung hat große Auswirkungen auf die Umwelt. Denn saurer Regen bildet sich aus Schadstoffen, die sich in den Wolken anreichern.

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Regnen sich diese Wolken dann ab, kann das auf lange Sicht große Schäden an Böden, Pflanzen und Gebäuden verursachen, die mit der durch den Regen verursachten sauren Umgebung nicht zurechtkommen. Vor allem das Waldsterben wird mit saurem Regen in Verbindung gebracht.

In der Wüste schafft es der Regen nicht auf den Boden

Kein Regen in der Wüste? Das hängt nicht etwa nur an fehlenden Regenwolken, sondern auch an den klimatischen Besonderheiten. In Wüstengebieten herrscht meistens eine sehr hohe Verdunstungsrate. Das heißt: Selbst wenn es regnet, erreicht der Regen nie den Boden, sondern löst sich vorher im wahrsten Sinne des Wortes in heiße Luft auf.

Regenschirme wurden gar nicht als solche erfunden

Auf Regen folgt Sonnenschein – doch bei den jeweiligen Schutzschirmen war es genau andersherum. Anfang des 18. Jahrhunderts stattete der französische Kaufmann Jean Marius eines Tages seinen Sonnenschirm nach asiatischem Vorbild mit einer wasserdichten Hülle aus – und erfand damit den Regenschirm.

Regen lässt sich auch künstlich erzeugen

Eine Wolke besteht aus Wasserdampf und Schmutzpartikeln, den sogenannten Kondensationskernen. Werden diese Wolken irgendwann zu schwer, entleeren sie sich – es fällt Regen. Diese Kondensationskerne lassen sich auch künstlich erzeugen, um eine Wolke zum Abregnen zu zwingen. Statt voller Staub, Pollen und Schmutz wird die Wolke bei der künstlichen Erzeugung mit Silberjodid aus Motorflugzeugen "geimpft". Das Silberjodid setzt bestimmte Salze frei, die Wasser anziehen und so die Wolke anreichern bis sie zu schwer wird. Dieser künstliche Regen kommt in Deutschland in bestimmten Regionen zum Einsatz, um Unwetter und daraus entstehende Schäden zu vermeiden, vor allem durch Hagel. Auch Bauern nutzen die Silberjodid-Methode, um ihre Ernten zu schützen.

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