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E-Nummern: Diese Zusatzstoffe sind schlecht für die Gesundheit

Das steckt hinter den E-Nummern

E-Nummern
Viele E-Nummern sind harmlos. Andere stehen im Verdacht, die Entstehung verschiedener schwerer Krankheiten zu begünstigen.

Ein Großteil unserer Nahrung stammt heute aus industrieller Verarbeitung. Das zeigt auch ein Blick auf die Zutatenliste vieler Produkte: Dort tummeln sich die unterschiedlichsten Zusatzstoffe, deren vollständige Namen wir oft nicht einmal buchstabieren könnten. Viele werden in Form einer E-Nummer angegeben. Die kurze Kombination aus dem Buchstaben E und einer Zahl ist für die meisten Verbraucher*innen nichtssagend. Doch Experten warnen: Einige dieser Zusatzstoffe stehen im Verdacht, unserer Gesundheit zu schaden und sogar die Entstehung von Krankheiten wie Krebs, Asthma, Alzheimer oder Hautkrankheiten zu begünstigen. Wir haben für Sie zusammengefasst, woran Sie erkennen, welche E-Nummern in Ihren Lebensmitteln stecken, auf welche Sie besser verzichten sollten und welche Zusatzstoffe unbedenklich sind.

Was sind eigentlich E-Nummern?

E-Nummern sind Bezeichnungen für Zusatzstoffe in Lebensmitteln, die in allen Ländern der Europäischen Union und teilweise auch weltweit gelten. Das "E" steht dabei für Europa. Sie werden Lebensmitteln zugesetzt, um etwa die Haltbarkeit zu verlängern, sie optisch ansprechender zu gestalten, die Konsistenz zu verändern oder den Geschmack zu intensivieren. Bis 1993 waren in Deutschland 265 E-Nummern zugelassen. Durch die Angleichung der Gesetze in Europa ist diese Zahl mittlerweile auf weit über 300 gestiegen. Laut der Verbraucherzentrale haben die Politker der Europäischen Union ihre Chance bisher nicht genutzt, den Gesundheitsschutz über die wirtschaftlichen Interessen zu stellen und den Einsatz von E-Nummern deutlich zu reduzieren.

Immer weniger E-Nummern auf Verpackungen

Obwohl in der EU immer mehr Zusatzstoffe mit E-Nummern zugelassen werden, finden sich heute im Vergleich zu früher immer weniger E-Nummern auf den Produktverpackungen. Das bedeutet aber nicht, dass weniger Zusatzstoffe verwendet werden. Die Hersteller haben lediglich auf die wachsende Skepsis der Verbraucher*innen gegenüber Zusatzstoffen reagiert und verwenden anstatt der E-Nummer mittlerweile den Namen des Zusatzstoffes (beispielsweise "Konjak" statt "E 425"). Um herauszufinden, ob Zusatzstoffe in einem Lebensmittel stecken, müssen Verbraucher*innen also die Zutatenliste genau studieren.

Frau beim Einkaufen
Welche Zusatzstoffe stecken in meinem Essen? Viele Verbraucher*innen wollen E-Nummern im Essen vermeiden.

E 102 – Tartrazin

Man findet Tartrazin in Senf, Puddingpulver, Getränken oder Schmelzkäse. Der künstliche Farbstoff färbt Lebensmittel gelb-orange und hat ein hohes Allergiepotenzial. Besonders Menschen mit Asthma oder Neurodermitis sowie Kinder sollten ihn nicht konsumieren. In Norwegen ist der Farbstoff bereits verboten. In Deutschland und Österreich wurde das Verbot jedoch im Rahmen einer EU-Gesetzesangleichung aufgehoben.

E122 – Azorubin (Carmoisin)

E 122 ist ein roter Farbstoff, der Allergien auslösen kann. Er wird oft in Süßigkeiten, Getränken, Desserts und anderen Lebensmittelprodukten eingesetzt, um ihnen eine attraktive rote Farbe zu verleihen. Einige Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Azorubin Hyperaktivität bei Kindern auslösen könnte.

E 142 – Grün S

Grün S ist ein künstlicher grüner Farbstoff, der in verschiedenen Lebensmitteln (Erbsen, Süßigkeiten, Getränke) verwendet wird, um ihnen eine grüne Farbe zu verleihen. Er gehört zur Gruppe der Triphenylmethanfarbstoffe. Grün S steht im Verdacht, Alzheimer zu begünstigen. In Tierversuchen wirkte er außerdem erbgutschädigend.

E 150C – Ammoniak-Zuckerkulör

Cola
Die typisch braune Farbe erhalten Cola-Getränke durch einen umstrittenen Zusatzstoff: E 150C.

Ammoniak-Zuckerkulör wird häufig in Lebensmitteln verwendet, um ihnen eine dunkle Farbe zu verleihen. Es ist besonders in Getränken wie Cola, Bier, Sojasauce und anderen dunklen oder kohlensäurehaltigen Getränken zu finden. Es wird auch in anderen Lebensmittelprodukten wie Saucen, Dressings und Backwaren eingesetzt. Bei Tierversuchen wurden durch Nebenprodukte des Zusatzstoffes mit der E-Nummer Krämpfe ausgelöst und das Immunsystem beeinträchtigt. In den USA gibt es Bedenken hinsichtlich der potenziellen krebserregenden Wirkung des Farbstoffs E 150C. Verbraucherorganisationen warnen davor, diesen Zusatzstoff regelmäßig zu konsumieren.

E 155 – Braun HAT

E 155 haben Sie sicherlich schon konsumiert: Der rötlich-braune Farbstoff steckt häufig in Schokolade, Backwaren oder Eis und färbt sie appetitlich schokoladig-braun. Insbesondere Menschen mit Neurodermitis, Asthma und Aspirin- oder Benzoesäureallergie sollten den Stoff in ihrer Ernährung vermeiden.

E 173 – Aluminium

Ja, auch Aluminium steckt häufig in Lebensmitteln. Es ist als silbrig glänzender Lebensmittelfarbstoff als Überzug von Zuckerwaren, für die Dekoration von Kuchen und feinen Backwaren erlaubt. Aluminium kann über Lebensmittel, Küchengegenstände, Arzneimittel oder Kosmetika in den Körper gelangen und sich anreichern. Werden dauerhaft zu viel Aluminium oder Aluminiumverbindungen aufgenommen, kann das Nieren, Leber und Knochen schädigen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält eine gesundheitliche Beeinträchtigung durch hohe Aluminium-Aufnahmen für möglich.

E239 – Hexamethylentetramin

Käse
Hexamethylentetramin findet Verwendung in italienischem Provolone, wird aber auch zur Herstellung von Sprengstoffen genutzt.

Hexamethylentetramin ist ein Konservierungsstoff und kann Allergien auslösen. Verbraucherzentralen raten vom häufigen Verzehr ab. Aber keine Sorge: Man stößt relativ selten auf E 239. Man nutzt Hexamethylentetramin unter anderem für die Herstellung von Arzneimitteln, Kosmetika und Sprengstoff. In der Lebensmittelindustrie wird es ausschließlich für die italienische Käsesorte Provolone verwendet. E 239 verhindert die sogenannte Spätblähung, eine "Käsekrankheit".

E 284 – Borsäure

Borsäure wird als Konservierungsmittel eingesetzt, da sie gegen Mikroorganismen wirkt. Man findet sie beispielsweise in Kaviar. Borsäure kann in großen Mengen giftig sein. In einigen Ländern gibt es daher Beschränkungen für die Verwendung von Borsäure in Lebensmitteln. Bor kann der Körper nur sehr langsam ausscheiden. Das chemische Element reichert sich also im Körper an. In hohen Dosen kann es zu Vergiftungserscheinungen und Nierenschäden führen.

E 385 – Calcium-Dinatrium-EDTA

Dieser Zusatzstoff ist nur für ist nur für Saucen, Dosen, Glaskonserven, Margarine und gefrorene Krebstiere zugelassen, um deren Qualität und Frische über einen längeren Zeitraum zu erhalten. Da das Antioxidationsmittel Mineralstoffe bindet, ist es möglich, dass die E-Nummer den Stoffwechsel beeinflusst. Zudem kann E 285 schlecht abgebaut werden und reichert sich in der Umwelt an.

E 512 – Zinn-II-Chlorid

Zinn stabilisiert die helle Farbe von Spargel und anderen hellen Gemüsekonserven in Dosen und Gläsern. E 512 gehört zur Klasse der Antioxidationsmittel und Stabilisatoren. Es kann in hohen Konzentrationen zu metallischem Beigeschmack, Übelkeit und Erbrechen führen.

Nicht alle E-Nummern sind schlecht

Neben der langen Liste der bedenklichen E-Nummern gibt es jedoch auch eine Reihe von Zusatzstoffen (laut Verbraucherzentrale 153), die unbedenklich sind. Dazu gehören etwa: Pflanzenkohle (E 153), Kohlensäure (E 290), Vitamin C (Ascorbinsäure, E 300), Schwefelsäure (E 513), Patentblau V (E 131) Johannisbrotkernmehl (E 410) und Bienenwachs (E 901). 56 E-Nummern sind auch für Bio-Lebensmittel zugelassen. Im Kontext einer ausgewogenen und gesunden Ernährung gilt jedoch: Je weniger Zusatzstoffe ein Lebensmittel enthält und je unverarbeiteter es ist, desto besser.