Glasflasche oder Tetrapak: Welche Variante ist die nachhaltigste?

Antonia Wallner
·Freie Autorin
·Lesedauer: 3 Min.

Wer umweltfreundlich einkaufen möchte, muss auf einiges achten. Besonders hinsichtlich der Verpackung herrscht oft große Unsicherheit. Paradebeispiel ist Glas vs. Verbundkarton: Was ist besser für die Umwelt – die Glasflasche oder der Tetrapak?

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Beim Einkaufen ist man hinsichtlich der Verpackung oft unsicher. (Symbolbild: Getty Images)

Verpackt oder unverpackt, konventionell oder nur Bio – seinen Einkauf möglichst umweltfreundlich zu gestalten, kann ganz schön schwierig sein. Vor allem, wenn es sich um Getränke handelt, werden viele unsicher. Die Milch gibt es in der Glasflasche oder im Tetrapak, ebenso die meisten Säfte und zahlreiche weitere Produkte, wie etwa passierte Tomaten. Doch welche Variante ist jetzt die beste für die Umwelt? Beide Materialien haben ihre Vor- und Nachteile.

Tetrapak – praktisch, aber aufwendig im Recycling

Die klassischen Verbundkartons, die die meisten nur unter dem Namen Tetrapak kennen, sind praktisch und leicht. Dadurch ist weniger Energie nötig, um sie zu transportieren. Der Nachteil: Die Materialzusammensetzung ist aufwendig und schwer zu recyceln.

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Denn die Verbundkartons bestehen nicht nur aus Papier, sondern auch aus eine Schicht Aluminium und Kunststoff, um den Inhalt besser zu konservieren. Zwar werden sie in vielen Städten und Gemeinden im Gelben Sack entsorgt, aber auch dort muss man die Kartons erst einmal vom restlichen Müll trennen.

Glas – schwerer, aber dafür Mehrweg

Für Glasflaschen ist beim Transport, besonders über lange Strecken, wegen ihres vergleichsweise hohen Gewichtes mehr Energie nötig. Das gleicht das Material aber durch seinen Mehrweg-Charakter wieder aus. Bis zu 50 Mal können Glasflaschen von den Herstellern wiederbefüllt werden. Dadurch, dass Glas getrennt von anderem Müll entsorgt wird, gestaltet sich das Recycling leichter.

Tetrapak oder Glas : Was sagen Studien?

Erstmals untersuchte das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (IFEU) im Jahr 2002 die Ökobilanz der beiden Materialien. Im Jahr 2018 wiederholte das IFEU seine Untersuchung und kam zu dem gleichen Ergebnis: In Sachen Ökobilanz sind Glas und Tetrapak ziemlich gleich aus. Bei Milch seien sogar die Verbundkartons zu bevorzugen.

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Werden Glasflaschen nur über kurze Strecken transportiert, sind sie die umweltfreundlichste Variante. (Symbolbild: Getty Images)

Scharf kritisiert wurde das Ergebnis dagegen von der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Die Berechnungen wären ungenau, da laut Schätzungen der DUH nur 35 Prozent der Verbundkartons tatsächlich recycelt würden und nicht 60 Prozent, wie das IFEU behauptet. Außerdem sei die Produktion der Kartons mit ihrem Kunststoff- und Aluminiumanteil fragwürdig.

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Die Umwelthilfe bevorzugt klar die Glasflaschen hinsichtlich der Ökobilanz. Allerdings mit Einschränkungen: Nur, wenn es sich um ein Mehrweg-Pfandsystem handelt und dabei Transportstrecken von weniger als 600 Kilometern zurückgelegt werden.

Am besten regional einkaufen – auch bei Glasflaschen

Ob du jetzt zu Glasflaschen oder doch lieber zum Tetrapak greifst, kommt letztendlich auf die persönlichen Vorlieben und dein eigenes Umweltbewusstsein an. Geht es dir etwa um die reine CO2-Bilanz, dann wäre der Tetrapak mit seinem geringeren Energieverbrauch möglicherweise die bessere Wahl. Achtest du eher auf besonders umweltfreundliche Materialien und Wiederverwendbarkeit, bietet sich die Glasflasche an. Im absoluten Idealfall kaufst du Glasflaschen, die aus der näheren Umgebung sind und somit keine langen Transportwege haben.

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