Movember mal anders: Ja, auch Frauen haben Gesichtsbehaarung

Jennifer Caprarella
Freie Autorin

Die Damenrasierer-Marke Billie hat es sich auf die Fahne geschrieben, Frauen ein positives Körpergefühl zu vermitteln. Wenn Billie also Movember feiert, läuft das ein wenig anders ab als erwartet.

Frauen tun alles, um Haare auf Oberlippe oder Kinn zu verbergen. Schluss damit, fordert Billie und lädt Frauen zum Movember ein (Symbolbild: Getty Images)

Zur Erinnerung: Movember ist die Bezeichnung für eine Bewegung, im Rahmen derer Männer sich im November Schnurrbärte wachsen lassen, um auf Prostata- und Hodenkrebs aufmerksam zu machen und Männer dazu zu ermutigen, sich untersuchen zu lassen.

Was also hat das mit einem Unternehmen zu tun, das Damenrasierer verkauft? Nun, Billie hat sich ein positives Körperbild zur Aufgabe gemacht, seit es 2018 als erste Rasiergerät-Marke in einer seiner Werbungen Frauen mit Körperbehaarung gezeigt hat. Keinesfalls selbstverständlich, wenn man all die TV-Spots bedenkt, in denen Rasierer über glattpolierte Beine gleiten und an haarlosen Achseln angewendet werden.

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Nun sieht Billie keinen Grund, weshalb Frauen nicht beim Movember mitmachen sollten und bricht damit ein weiteres Tabu.

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Denn zuzugeben, dass nicht wenige Frauen Gesichtsbehaarung und je nach Genen und Haarfarbe ein mehr oder weniger sichtbares Bärtchen auf der Oberlippe haben, wird gerne in einen schamvollen Mantel des Schweigens gehüllt.

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Der Grund, warum man den Bartschatten bei Frauen nicht sieht, ist, dass sie mit Wachs, Pinzetten und Rasierern eisern dagegen ankämpfen, damit er unsichtbar bleibt. Billie will ihn nun sichtbar machen.

Frauen und nicht-binäre Menschen haben auch Schnurrbärte! Die Medien haben große Fortschritte gemacht, wenn es darum geht, Körperbehaarung zu zeigen, aber es scheint immer noch auf leicht verdauliches “trendy” Haar beschränkt zu sein, und Repräsentation hört in der Regel beim Achselhaar auf.

Die Marke startete eine Spendenkampagne, die Geld für die Movember-Bewegung sammeln soll. Spenden bis 39.000 Pfund (45.000 Euro) will das Unternehmen verdoppeln. Zugleich will es die Plattform nutzen, um das Stigma weiblicher Gesichtsbehaarung zu reduzieren.

Ashley Armitage, die bei der Kampagne mitarbeitet, schrieb auf Instagram: “Ich habe jede Menge Haare am Kinn (danke an meine italienischen Gene), was mich bis heute immer noch stark verunsichert.” Sie sei dankbar dafür, bei einem Projekt beteiligt zu sein, das Behaarung an Oberlippe, Kinn und im ganzen Gesicht von Frauen und nicht-binären Menschen zeigt. Einige Damen, die sich immer noch für jeglichen Oberlippenflaum und Kinnstoppeln schämen, dürften es ihr gleichtun.

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