Fitness-Influencerin Pamela Reif im Interview: "Ich möchte zu einem positiven Ausgleich motivieren"

Anne Borchardt
Editor in Chief Yahoo Style & Entertainment

Spitzennote im Abitur, 4,3 Millionen Follower auf Instagram und Platz 1 der Sommer-Buchliste - was Pamela Reif startet, bringt sie zum Erfolg. Neben dem Thema Fitness beschäftigt sie sich mit gesunder Ernährung und Nachhaltigkeit. Ihr tägliches Ziel ist es, in ihrer Vorbildrolle zu inspirieren. Im Oktober hat sie in Kooperation mit Puma eine Lifestyle- und Fitnesskollektion auf den Markt gebracht, denn die 23-Jährige weiß, worauf es bei Sportmode ankommt. Beim Launch-Event haben wir Pamela Reif zum exklusiven Interview getroffen und mit ihr über ihre große tägliche Verantwortung, verdrehte Berichterstattung und arbeitsreiche Urlaube gesprochen...

Die Fitness-Influencerin ist mit über 4 Millionen Followern auf Ihrem Account @pamela_rf eine der Top-Influencerinnen Deutschlands und hat sich bereits im Alter von 23 Jahren ihr eigenes Fitness-Imperium erschaffen. (Bild: Puma)

Yahoo Style: Du warst vom ersten Sketch bis zur Fertigstellung selbst an deiner neuen Kollektion in Kooperation mit Puma beteiligt. Was ist das Besondere an deiner neuen Fitnessmode?

Pamela Reif: Meine Kollektion steht für einen stylishen Look im Fitnessstudio, den man auch vor und nach dem Sport im Alltag anlassen kann. Ohne das Gefühl zu haben, man trage noch die „typischen“ Sportsachen. Ich habe mich bemüht, jedes Teil so modisch zu gestalten, dass man sich wirklich den gesamten Tag darin wohlfühlen kann.

Deine Kollektion umfasst zahlreiche schöne Teile. Welches ist dein Lieblingsoutfit?

Das ist eine schwierige Frage. Fast so als würde man eine Mutter fragen, welches Kind sie am liebsten mag. Aber wenn ich mich jetzt heute an einem sonnigen Tag in München entscheiden müsste, dann wäre es die schwarze Leggings mit der Herzform am Po, ein schwarzer Sport-BH und den Crop-Pulli.

Du setzt also wie gewohnt auf die Farbe Schwarz?

Ich fühle mich heute in meinem grünen Outfit schon fast gewagt, wobei ich beim Sport schon gerne mal zur Farbe greife. Im Alltag setze ich allerdings eher auf Schwarz oder Jeans.

Dieses Outfit gehört zu Pamela Reifs Lieblingen aus ihrer neuen Puma-Kollektion. (Bild: Puma)

Du bist ja selbst eine Fitness-Queen und weißt, worauf es bei Fitnessmode ankommt. Was war dir bei den einzelnen Teilen in Sachen Fitting und Funktionalität wichtig?

Bei mir haben alle Oberteile bis auf die T-Shirts ein leichtes Padding im Brustbereich integriert. Denn viele Sportoberteile sind rückenfrei, aber wer kann die schon ohne BH tragen? Die Einlagen sind natürlich auch herausnehmbar. Beim Sport mag ich auch keine Sachen tragen, die eng am Hals anliegen, daher habe ich einen eher weiteren Ausschnitt gewählt. Bei den Leggings habe ich neben der Bequemlichkeit auch darauf geachtet, dass diese am Po gut sitzen. Zusätzlich hat jedes Piece ein kleines Detail wie transparente Stoffe oder auch Schnürungen. Zusammenfassend kann man sagen, dass sich meine Kollektion von anderen Puma-Reihen unterscheidet, weil meine eher modisch und nicht rein auf den Sport ausgelegt ist.

Als erfolgreiche Fitness-Influencerin verbringst du viel Zeit beim Sport. Hast du einen eigenen Kleiderschrank für deine Sportmode und wie groß müssen wir uns diesen vorstellen?

Ja, ich habe einen eigenen Schrank für meine Sportsachen. Der ist tatsächlich kleiner als mein “normaler”. Aber das liegt allein daran, dass die Fitnessmode nicht so viel Platz wegnimmt. Beispielsweise Leggings und Sport-Bras lassen sich sehr platzsparend zusammenlegen. Es kennen sicher alle diese klassischen hohen IKEA-Schränke, wo man mehrere nebeneinander stellen kann. Davon haben ich einen, der von oben bis unten mit Sportklamotten gefüllt ist.

Wenn man dir auf Instagram folgt, sieht man täglich deine unglaubliche Disziplin für den Sport. Aber sicher hast auch du mal einen Tag, wo du gegen den inneren Schweinehund kämpfen musst. Hast du einen Tipp, wie man diesen Fight gewinnen kann?

Tatsächlich ist es bei mir die Disziplin. Aus dem einfachen Grund heraus, dass ich weiß, dass es schlimmer wird, wenn ich mal länger nicht gehe. Dann erst wächst der innere Schweinehund. Wenn ich eine Pause von drei Tagen einlege, brauche auch ich wieder eine Menge Motivation, was zu machen. Also lasse ich es gar nicht zu dem Dilemma kommen und versuche immer dran zu bleiben. Ein Trick, der bei mir aber immer funktioniert, ist die 10-Minuten-Taktik. Ich sage mir, dass ich etwas einfach für nur 10 Minuten mal anfange. Naja, und hat man einmal angefangen, dann fällt es einem auch leichter und man macht weiter.

Als Person des öffentlichen Lebens, gibt es sicher auch mal Gegenwind. Beispielsweise dreht sich in der Berichterstattung über dich gerade alles um ein Beauty-Geheimnis, du würdest angeblich deine Haare nur alle zwei Wochen waschen. Wie geht man mit damit um?

In diesem besagten Interview habe ich gesagt, dass ich einmal in meinem Leben meine Haare zwei Wochen nicht gewaschen habe. Daraus ist dann leider entstanden: “Pamela wäscht nur alle zwei Wochen die Haare”. Um ehrlich zu sein, ich finde das nicht so schlimm. Es gibt wirklich Dramatischeres im Leben und ich glaube jeder weiß, dass ich kein ekliger Mensch bin. Und am Ende bin ich auch immer noch von dem Beauty-Tipp überzeugt, seine Haare nicht täglich zu waschen, denn das ist erwiesenermaßen nicht gut. Meine langen Haare sehen auch nach einem oder zwei Tagen nicht fettig aus, eben weil ich es so antrainiert habe, sie nicht so oft mit Shampoo zu waschen.

Gibt es eine andere Beauty-Routine, auf die du täglich setzt?

Ich mache seit zwei Jahren jeden Morgen 20 Minuten Ölziehen. Dabei geht es nicht um einen Effekt, der über Nacht entsteht, sondern eher um die Kontinuität. Seit dem ich das mache, habe ich kein entzündetes Zahnfleisch mehr und meine Zähne sind auch weißer geworden. Jedenfalls fragen mich viele, ob ich sie bleachen lassen habe. Und nein, habe ich nicht. Wirklich erwiesen ist das nicht, aber es gibt mir ein unglaublich gutes Gefühl.

Hast du als Influencerin auch mal Urlaub und gönnst dir eine Pause von den sozialen Medien?

Eher weniger, denn gerade wenn man im Urlaub ist, macht man noch mehr Bilder als sonst, gerade weil es so schön ist. Das genieße ich aber auch! Denn wenn ich in Karlsruhe bin, wie jetzt in der kälteren Jahreszeit, bin ich oft uninspiriert in Bezug auf neuen Content. Im Urlaub sieht das so aus, dass ich bei einem schönen Sonnenuntergangs-Spot auch mal fünf Bikinis dabei habe und dann werden die Fotos runtergerattert. Das mag stressig klingen, aber es führt dazu, dass ich zuhause wiederum entspannter sein kann, weil ich schönen Content vorproduziert habe. Dennoch habe ich darüber nachgedacht, ob ich auch mal eine handyfreie Phase im Urlaub einlegen sollte. Bei einer Ayurveda-Kur habe ich das tatsächlich mal gemacht. Da war das Smartphone außerhalb des Zimmers verboten. Aber am Ende des Tages kann ich mir das auch nicht leisten, denn ich arbeite ja alleine. Hinter mir gibt es kein riesiges Team, die meine Social Media Accounts pflegen, während ich weg bin.

Du bist mit 4.3 Millionen Followern eine Inspiration für sehr viele Menschen. Gibt es Influencer, die dich selbst täglich inspirieren?

Shut the Kale up, Emma Troupe für Fitness Videos, Deliciously Ella für Food Content - das was sie aufgebaut hat, ist wirklich ein Traum von mir. Dann folge ich auch sehr gern Carmuska.

In deiner Rolle hast du eine große Verantwortung. Du bist ein Vorbild für viele in Sachen Körperbild und Ernährung. Wie gehst du damit um?

Das stimmt, mir ist meine Verantwortung sehr bewusst. Ich versuche täglich wirklich mein Bestes diese Rolle positiv zu nutzen. Gerade die sozialen Medien sind in vieler Hinsicht sehr oberflächlich, das Interesse und der Fokus liegen oft zu stark auf dem Aussehen oder schönen Fotos. Mit meinem Kochbuch und den Tipps für eine gesündere Ernährung möchte ich inspirieren, sich etwas Gesundes selbst zu kochen und eben nicht auf Fast Food zu setzen. Ich möchte zu einem positiven Ausgleich motivieren. Und es geht natürlich nie darum, dass jemand aussehen oder sich ernähren soll wie ich. Ich möchte einfach kleine Anreize in den Bereichen Ernährung, Sport oder auch beim Thema Nachhaltigkeit schaffen. Jeder kann vielleicht unter all den Dingen, mit denen ich mich beschäftige, das Richtige für sich selbst finden.

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