Postnatale Depression: Eine Mutter zeigt die schonungslose Wahrheit

Eine Mutter zeigt die Auswirkungen von Depressionen (Bild: Facebook)
Eine Mutter zeigt die Auswirkungen von Depressionen (Bild: Facebook)

Süß sehen sie aus in ihrer Zerknautschtheit und auch dann noch zum Knutschen, wenn sie sich gerade die Seele aus dem Leib schreien. Einem Neugeborenen kann sich kaum jemand entziehen, und genauso wenig können sich viele Leute vorstellen, dass so ein Knirps für die Mütter etwas anderes bedeuten kann als absolute Freude. Eine Mutter räumt jetzt auf mit der Heilewelt-Illusion: Ein einziges Foto zeigt, wie ihr Leben mit einer postnatalen Depression aussieht.

Auf dem letzten Foto, das Kathy DiVincenzo bei Facebook gepostet hat, sieht sie völlig fertig aus. Ungeduscht, die langen Haare wirr zusammengeknotet, sitzt sie mit herunterhängendem Still-BH und leerem Blick inmitten ihrer zwei Kinder auf dem unaufgeräumten Boden. Sie scheint weder den vor ihr liegenden Säugling wahrzunehmen noch das kleine Mädchen, das ihr eine Barbie zum Spielen hinhält.

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Ein Foto, das die wenigsten von sich posten würden und das wohl gerade deshalb in kurzer Zeit über 70.000 Mal geteilt wurde. Doch warum in aller Welt zeigt sich die junge Mutter in diesem Zustand? Dazu schreibt sie: ” … als jemand, der mit postnataler Depression und einer Angststörung diagnostiziert wurde, fühlte es sich richtig an, zu zeigen, wie so etwas wirklich aussehen kann.“ Die junge Mutter hat genug davon, immer nur ihre “Facebook-würdige“ Seite zu zeigen und will anderen Betroffenen Mut machen.

Der Druck von außen macht es doppelt schwer

“Ich habe Angst, ihr könntet denken, ich sei schwach, verrückt, eine schreckliche Mutter oder eine Million andere Dinge, die mir mein Verstand weismachen will und ich weiß, dass ich mit diesen Gedanken nicht allein bin“, schreibt sie weiter. Immerhin eine von sieben Müttern sei von der postnatalen Depression betroffen, unter denen auch Prominente wie Adele, Gwyneth Paltrow oder Hayden Panettiere gelitten haben. Und trotzdem gilt der psychische Ausnahmezustand noch immer als Tabu.

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Zu Unrecht, wie die vielen Reaktionen der Facebook-User beweisen. “So wahr und so ein ernstes Thema, über das viel offener gesprochen werden müsste“, schreibt eine Internet-Nutzerin. Nur eine von vielen, die dasselbe mit der Unterstützung von Ärzten, Familie und Freunden durchgestanden haben und der Mutter für ihren Mut danken.

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Neben der dunklen gibt es auch eine helle Seite

Bei aller Härte, die die Krankheit mit sich bringt, gibt es im Leben von Kathy DiVincenzo auch gute Tage. Von ihnen zeugt ein zweites Foto, auf dem sie schön zurechtgemacht im aufgeräumten Kinderzimmer sitzt, die Hand ihres Babys hält und entspannt in die Kamera lächelt. Auch diese Seite würde ihr Leben repräsentieren, schreibt sie, und schließt den Post mit einem Rat. “Suche dir eine Mutter in deinem Umfeld und frage sie ‘wie geht es dir? Nein, wie geht es dir wirklich?’ Und dann höre zu.“