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The Social Pulse: Frittierte Zahnstocher: Warnung vor skurrilem Social-Media-Trend

Auf absurde Food-Trends stößt man auf Social-Media-Plattformen immer wieder. Aber wie kommt man auf die Idee, Zahnstocher zu verspeisen?

Grüne Zahnstocher
In Südkorea bestehen Zahnstocher meist aus Stärke und werden mit Lebensmittelfarbe grün eingefärbt. Essen sollte man sie trotzdem nicht. (Bild: Reuters)

In der Welt der Kulinarik gibt es eine goldene Regel: Frittiertes schmeckt einfach besser. Egal ob Kartoffeln, Zwiebelringe, Fischfilets oder Käsesticks, durch die Magie des Frittierens werden einfache Lebensmittel zu knusprigen Gaumenfreuden. Dass die Kunst des Frittierens kaum Grenzen kennt, zeigt ein skurriler Food-Trend aus Südkorea: Dort werden derzeit Zahnstocher frittiert, anschließend gut gewürzt und appetitlich drapiert verspeist.

Wie frittiert man Zahnstocher?

In Südkorea bestehen Zahnstocher üblicherweise nicht aus Holz, sondern aus Süßkartoffel- oder Maisstärke. Theoretisch sind sie also essbar. Die Hygieneprodukte gelten als umweltfreundlich und biologisch abbaubar, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Mit Hilfe von Lebensmittelfarbe wird ihnen häufig ein grüner Farbton verliehen.

TikTok-Mutprobe: So riskant ist die "Hot Chip Challenge"

In zahlreichen Videos auf Social-Media-Plattformen wie TikTok und Youtube ist zu sehen, wie sich Zahnstocher während des Frittierens plötzlich in dünne, grüne Pommes frites verwandeln. Die Zahnstocher-Pommes werden dann mit Gewürzen, Ketchup oder Käsesauce verfeinert und gegessen.

Lebensmittelministerium spricht Warnung aus

Mittlerweile kursieren so viele Videos von Menschen, die Zahnstocher aus Lebensmittelstärke verspeisen, im Internet, dass das südkoreanische Lebensmittelministeriums sich gezwungen sah, eine Lebensmittelwarnung zu veröffentlichen:

In dem auf der Plattform X geteilten Beitrag heißt es: "Bitte essen Sie (sie) nicht." Es handle sich um Hygieneprodukte, keine geprüften Lebensmittel: "Die Sicherheit von Hygieneprodukten wird anhand von Standards und Spezifikationen für Inhaltsstoffe, Herstellungsmethoden und Verwendungszwecke verwaltet, ihre Sicherheit als Lebensmittel wurde jedoch nicht überprüft."

Social-Media-Trend "Mukbang"

Ob diese Warnung tatsächlich erfolgreich ist, wird sich zeigen. Denn sogenannte "Mukbang"-Videos, sind in Südkorea seit Jahren sehr beliebt. "Mukbang" setzt sich aus dem koreanischen Wort für "essen ("meokneun") und dem koreanischen Wort für "senden" ("bangsong") zusammen. Die Clips oder Live-Streams zeigen Content-Ersteller*innen, wie sie übermäßig große Portionen von (oftmals sehr ungewöhnlichen) Lebensmitteln essen. Der Trend, frittierte Zahnstocher zu verspeisen, ist das jüngste Beispiel für Mukbang-Videos.

Wie beliebt Mukbang-Videos in Südkorea sind, zeigt der gescheiterte Versuch der südkoreanischen Regierung im Jahr 2018, sie staatlich zu regulieren. So sollte verhindert werden, dass die Videos etwa gesundheitsgefährdendes Binge Eating fördern. Die vorgeschlagenen Verordnungen wurden jedoch nie durchgesetzt, weil die südkoreanischen Bürger*innen sie als eine Überschreitung der staatlichen Macht ansahen. Es kam zu Widerstand in der Bevölkerung, Petitionen wurden eingereicht und schließlich lenkte das Gesundheitsministerium ein, wie die südkoreanische Tageszeitung Chosun Ilbo berichtet: "Wir versuchen, die Realität der Mukbang-Kultur zu verstehen, statt sie zu regulieren."

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